Mit Fackeln ausgestattet sorgten die Narren beim Ringsheimer Nachtumzug für eine schaurig-schöne Atmosphäre. Foto: Decoux

25 Gruppen sind der Einladung der „Rämässer“ gefolgt, sich am Jubiläums-Nachtumzug in Ringsheim zu beteiligen – und boten den Zuschauern ein buntes Spektakel.

Tobias Hug und Markus Göppert begrüßten die Gruppen mit ihren jeweiligen Narrenrufen und informierten über die Traditionen der einzelnen Zünfte. Viele Teilnehmer stammten aus dem Südring und der umliegenden Region. Neben den klassischen „Narri-Narro“-Rufen war auch ein kräftiges „Helau“ der Karnevalsgesellschaft Herbolzheim zu hören.

 

Traditionell eröffnete die Garde gemeinsam mit Rämässer-Königin Jana den Umzug. An der Seite ihrer Eltern Detlef und Christiane Erny, die als Räbwieb und Räbmann mitliefen, strahlte sie mit den Fackeln um die Wette. Unter dem Motto „Feiern mit Freunden und Nachbarn“ beteiligten sich alle Ringsheimer Narrengruppen für diesen besonderen Umzug.

Es folgten die Erzklopfer sowie d’Stolle Hex, deren Figur an die Blütezeit des Eisenerzabbaus im Ort erinnert. Ebenfalls vertreten waren die jüngere Zunft der Röselhexen und Wasserdeifel sowie die lautstarken Ohrenquäler, die teils mit selbstgebauten Instrumenten für Stimmung sorgten. Auch zahlreiche auswärtige Hexenzünfte aus Grafenhausen, Altdorf, Emmendingen und Zell bereicherten das närrische Treiben.

Fanfarenzunft gibt beim Umzug den Takt vor

Für den musikalischen Takt sorgte der Fanfarenzug der Späudizunft Hohberg, gefolgt von Garde und Späudi-Häs. Der Überlieferung zufolge geht der Begriff Späudi auf ein früheres Schimpfwort zurück, das mit dem Ausspucken von tabakhaltigem Speichel in Verbindung stand. Erwähnt wurde zudem das Jubiläum der Musikkapelle Ringsheim, die in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen feiert und bereits am Freitag mit schwungvollen Klängen überzeugte.

Den wohl weitesten Anfahrtsweg hatten die Guggenmusiker der Moosrugger aus dem schweizerischen Galmiz, die derzeit zu Gast bei der Karnevalsgesellschaft Herbolzheim sind.

Rämässer-Königin Jana (Mitte) eröffnete mit der Garde und ihren Eltern an ihrer Seite den Ringsheimer Nachtumzug. Foto: Decoux

Mit einem dreifachen „Helau“ wurden anschließend auch Komitee, Elferrat, Landsknechte und Hüttenbühlgeister aus Herbolzheim begrüßt. Gute Stimmung herrschte ebenso bei Oberzunftmeisterin Eva Obergföll und Bürgermeister Pascal Weber, die den Umzug verfolgten.

Unter den Gästen befanden sich außerdem die Vizennarrenmeisterin des Verbands oberrheinischer Narrenzünfte, Gudrun Reiner, sowie der stellvertretende Narrenvogt Bernhard Schwarz. Nach dem Umzug wurde im Narrendorf ausgelassen weitergefeiert.

Zunft mit Geschichte

Die „Rämässer“ wurde laut eigener Angaben 1954 im Gasthaus „Heckenrose” gegründet. 1965 – zum 11-jährigen Bestehen – wurde das Häs durch eine Maske vervollständigt. Der heutige Narrenkeller wurde 1987 im Keller der Grundschule errichtet. 2020 feierte die Zunft 66. Geburtstag.