Die Burghexen, Gründungsfigur in Fischingen, im „Einsatz“. Foto: Schwind

Einen spannenden und ansprechenden Ausschnitt aus der Vielfalt der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet erlebten all die, die in Fischingen unterwegs waren.

Punkt 18.30 Uhr hallten Böllerschüsse durch das Neckardorf. Der Fischinger Narrenmarsch „Ja, wenn Fasnet isch en Fischinga“, gespielt vom Musikverein Fischingen, klang durch die dunklen und kalten Straßen Fischingens. Der Nachtumzug setzte sich mit 17 Narrenzünften und etwa 800 Hästrägern vor einer ansprechenden Zuschauerzahl in Bewegung.

 

Die Narren hatten ihren Spaß. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Beeindruckend war der närrische nächtliche Lindwurm der vielen gespenstigen Hexen mit meist langen wirren Haaren und furchterregenden Masken, Geister und sonstigen gruseligen Gesellen.

Der bunte Reigen der an meist historisch belegten und speziell mit dem Heimatort verknüpften Figuren demonstrierte die Vielfalt der Schwäbisch-Alemannischen-Fasnet.

Fischinger Vielfalt

Eine gut gelaunte Jubiläumszunft mit Garden und Elferrat vorneweg, zum Takt hopsende Buzefaluse, die gefürchteten Hakenmänner, und am Schluss dominierten die Burghexen in Rot, Grau und Schwarz.

Aus Ahldorf waren die Schmorra, die Brunnenwaldweible und die Frundeckgeister nach Fischingen gekommen. Der Narrhalla Boll bei Hechingen durfte selber erst vor kurzem das 44. Jahr des Bestehens mit einem großen Tiermaskenumzug feiern. Und die Nachbarn aus Mühlheim-Renfrizhausen feierten erst am vergangenem Wochenende mit einem großen Umzug 25. Geburtstag.

Die Habs-Hexen, das Dätsailer Schantle und die Vogts-Leut gratulierten mit ihrem Kommen aus Dettensee. Die Weilerhexen aus Dommelsberg sind langsam Dauergast in Fischingen. Die Narrengestalt der Eyachtaler Sumpfgeister erinnert an die Erzählung über Menschen aus der Vorzeit, die in den Sümpfen der Eyach nach Essbarem suchten. Die Weitenburger Schlosshexen trieben allerlei Schabernack mit den Zuschauern.

Kinder, die nicht artig sind

Aus Betzweiler schlossen sich die Ricke Hexa an. Der Narrenverein Bittelbronn hatte sein „Kittelsteigweible“ dabei. Ihm wird nachgesagt, dass es Kinder, die nicht artig sind und nicht zu Bett gehen wollen, zu sich in den Kittelsteig, einem Abhang zwischen Bittelbronn und Bad Imnau holt.

Ziemlich furchterregend

Stimmung machte die Lombakapell’ der Nachbarn aus Empfingen. Recht furchterregend zeigten sich die Schlegler und die Schendmärra aus Deizisau, die in den Wäldern des Umlands leben sollen. Der noch junge Verein die Laibedal-Hexen mit dem Gründungsjahr 2014 aus Bad Imnau hatte Spaß mit den Zuschauern.

Stark vertreten kamen die Schneckengraber aus Dettingen das Stück neckaraufwärts. Der Zunftrat, das Prinzenpaar, der Schneckengraber, die Linsenbühl-Hexe, der Kohlwald-Köhler, der Schantle „Muri-Dabber“, die Lombaseggel und die Garde: alle waren sie dabei.

Schwestern unterschiedlich

Die Heimbach-Hexe aus Betzweiler hat die Eigenart, dass es Schwestern gibt mit zwei verschiedenen Masken: die eine mit Hörnern, die lieblichere ohne.

Die Aubenger (Owinger) hatten ihren Fuchs, gegründet 1987 und historisch belegt bis in Jahr 1700 zurück, dabei. Zur Zunft gehören ebenso Fuchsgräber, Fürstenpaar, Fürstengarde, Elferrat, Aubenger Ballett und Nachwuchsgarden.