Die frühere SPD-Fraktionsvorsitzende ist erst die zweite Frau, die in der Geschichte der närrischen Institution angeklagt wird. Worauf sich die „Rote Uschi“ gefasst machen muss.
Ursula Pfeiffer, die ehemalige Gemeinderätin und Fraktionsvorsitzende der Blumberger SPD und aktuelle Vorsitzende des ungarischen Städtepartnerschaftsvereins Blumberg-Kunszentmiklós, ist unter närrischem Getöse vor das traditionelle Gericht der Pfetzerzunft geladen worden.
In Begleitung einer bunten Schar von Vereinsmitgliedern verkündete Alt-Zunftmeister Werner Waimer mit markanter Stimme die Vorladung: „Die Angeklagte, die ’Rote Uschi’“, hat am Fastnachtsdienstag, 16. Februar 2026, vor dem hochlöblichen Pfetzergericht pünktlich um 10.11 Uhr in angemessenem Häs im Narrennest Gemeinschaftshaus Zollhaus zu erscheinen.“ So schallte es nach Fanfarenklängen durch ihre Wohnung.
Diese Botschaft bekam sie als beglaubigte Urkunde überreicht. Der Angeklagten war die Überraschung förmlich ins Gesicht geschrieben, sie war sich keiner Schuld bewusst.
Eine echte Rädelsführerin
Vor den Spürnasen der Zollhauser Narrendetektive ist aber niemand sicher. Ob die Angeklagte in ihrer drei Jahrzehnte langen politischen Karriere alle ihre Versprechen gehalten hat, wird sicher infrage gestellt.
Als Rädelsführerin bei den deutsch-ungarischen Stammtischen sind ihre Auftritte nicht ganz ohne. Dazu gibt ihr Hang zum selbst gemachten ungarischen Paprikagewürz oder ihre Liebe zu einem Glas französischen Rotwein einiges her.
Man darf auf das Strafmaß gespannt sein, wenn sie mit Fußfessel und Kopf im Holzpranger der Anklage ausgeliefert ist. Mit ihrer sozialen Ader sammelt sie aber sicher Pluspunkte. Das Urteil dürfte auf keinen Fall „lebenslänglich“ heißen. Die Kommunalpolitikerin im Ruhestand ist erst die zweite Frau, die sich in der 33-jährigen Geschichte dem Pfetzergericht stellen muss.