Die Narrenzunft Schramberg hält im Schützenhaus ihre Hauptversammlung ab. Foto: Riesterer

Bei der Hauptversammlung der Narrenzunft Schramberg haben steigende Kosten und mögliche Sicherheitsauflagen für deutliche Kritik gesorgt.

Der emotionalste Moment am vergangenen Dienstagabend im Schützenhaus, als die Narrenzunft Schramberg traditionell zum 11. November ihre Hauptversammlung abgehalten hat, war natürlich der zu diesem Anlass erstmals in der Saison erklingende Narrenmarsch.

 

Doch schon zuvor hatte Arno Jauch schon für etwas Schwung auf dem Raustein gesorgt. Nicht, weil der Säckelmeister von einem finanziellen Einbruch in der Vereinskasse sprach. Sondern weil er einen flammenden Appell gegen unbezahlbare Vorgaben im Rahmen eines Sicherheitskonzepts hielt.

Zwar kann die Narrenzunft – noch – ein insgesamt mit rund 890 Euro positiv abgeschlossenes Wirtschaftsjahr aufweisen, berichtete Jauch. Doch mahnt der Säckelmeister bereits seit Jahren an, dass dies wegen steigender Kosten immer herausfordernder werde – Buskosten beispielsweise seien in fünf Jahren um 50 Prozent gestiegen, auch das Auswurfmaterial werde immer teurer.

Sicherheitsdienste für die Fasnet „nicht finanzierbar“

Kosten durch ein Sicherheitskonzept wie etwa eine Beauftragung und Zahlung eines Sicherheitsdienstes am Fasnetsmontag „ist für uns schlicht und ergreifend nicht finanzierbar“. Sei dies von der Verwaltung gewünscht, dürfe sie dies „gerne organisieren und vor allem auch gerne selbst bezahlen“. Der Verein sei auf Geldzuschüsse der Stadt und auf die unberechneten Leistungen des Bauhofs aus wirtschaftlichen Gründen angewiesen – sonst, ganz einfach, „ist keine Fasnet im bisherigen Umfang möglich“.

OB Eisenlohr signalisiert Unterstützung

Adressieren konnte Jauch seine Worte direkt an Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, die seit ihrer trockenen „Bach-na-Fahrt“ ja auch Mitglied der Zunft sei und sich an eine „wunderschöne Fasnet“ erinnerte. Weil zuvor Kassenprüfer Christoph Hartmann eine einwandfreie Kassenführung attestiert hatte, leitete sie die Entlastung des Kassierers und Vorstands und äußerte sich auch zum Thema Sicherheitskonzept. Sie setze sich persönlich ein, eine verträgliche Haftungslösung sowohl für die städtische Öffentliche Ordnung als genehmigende Behörde als auch die Narrenzunft zu finden.

Eine moderate Lösung, die dem Rechnung trage, dass die Fasnet in Schramberg seit Jahrzehnten unfallfrei und friedlich stattfinde – „dass wir und die Narrenzunft eigentlich alles gut im Griff haben“. Mehrfach sei es ihr schon glaubhaft versichert worden: „Ich weiß, dass ihr es nicht zahlen könnt.“

Kultur des Miteinanders soll bewahrt werden

„Wir werden uns das gut merken“, scherzte Zunftmeister Tobias Dold. Auch er hatte in seinem Bericht schon das Thema Sicherheit angesprochen – und möchte um den Einsatz von Sicherheitsdiensten herumkommen. Er habe den Eindruck, eine Security verändere oft den Charakter eines Festes dahingehend, dass sie „nicht ein besseres Sicherheitsgefühl bieten, sondern eher das Gegenteil bewirken.“ Konzentrieren solle man sich auf das, was die Fasnet ist: Eine Feier mit einer Kultur des Miteinanders, die Generationen verbindet und weit über die Stadtgrenzen hinaus Identität stiftet. Es dankte allen Beteiligten, die in verschiedensten Bereichen mithelfen, dieses Fest möglich zu machen.

Gewohnt humorvoll und ungemein detailreich berichtete Kritzelmeister Michael Wiedmaier über sämtliche Geschehnisse des vergangenen Narrenjahrs, wieder ins Amt gewählt wurden Kassenprüfer Franz Rapp, die Elferräte Maximilien Neudeck, Stefan Link, Stefan Grimm, Arno Jauch, Jürgen Bihlmaier, Achim Schaub und Tobias Dold – der außerdem in seinem Amt des Vereinsvorsitzenden bestätigt wurde.