Großes Interesse: Nahezu jeder Platz im Kapuziner war bei der Hauptversammlung der Narrenzunft belegt. Foto: Siegmeier

Über ein volles Haus konnte sich die Narrenzunft Rottweil bei ihrer Mitgliederversammlung im Kapuziner freuen. Indes: Die Hohe Narrenzahl bei den Sprüngen sorgt bei Zunftspitze noch immer für Kopfzerbrechen

Einmal mehr volles Haus verzeichnete die Narrenzunft Rottweil bei ihrer Mitgliederversammlung im Kapuziner. Nachdem die Wadelkapelle den Abend mit dem Rottweiler Narrenmarsch eröffnet hatte, begrüßte Narrenmeister Christoph Bechtold die Mitglieder und brachte auch gleich auf den Punkt, was die Zunftoberen am meisten beschäftigt: Die hohe Anzahl an Narren bei den Sprüngen.

 

„Wir versuchen noch immer die Narrensprünge vernünftig in den Griff zu bekommen“, betone er mit Blick auf die diesjährige Regelung der Narrenkartenvergabe. „Die Rückmeldung zu der Begrenzung im vergangenen Jahr fielen überwiegend positiv aus“, informierte Bechtold. In diesem Jahr habe man die Altersgrenze für Kinder-Narrenkarten geändert. Somit können Kinder bis zum 18. Lebensjahr mit einer Kindernarrenkarte zum Narren gehen. „Das bedeutet in der Abwicklung rund 300 Narren mehr.“

„Uns geht es aber darum, die Fasnet als Kulturgut und Identifikationsanker zu bewahren. Wir probieren alles, um die Zahlen in den Griff zu bekommen und an Attraktivität nicht einzubüßen“, ergänzte er. Deswegen auch das „Ausprobieren“ auf dem Weg zur besten Lösung. Bis 2025 wolle man weiter probieren und die Erkenntnisse dann zusammenführen und auswerten.

Ohne Security geht es nicht

Bechtold machte zudem deutlich, dass die Begrenzung einen großen Makel habe: „die Kontrolle. Wir verstehen hier auch die Kritik, aber ohne Absperrung, Security und Durchgangskontrollen funktioniert es nicht“.

Der Narrenkartenverkauf an die Mitglieder sei gut gelaufen. Für Montag habe man 1566 Erwachsenen-Narrenkarten verkauft, für Dienstag 1299. So stehen für die „freien“ Verkäufe für Montag noch gut 1000 Narrenkarten zur Verfügung, für Dienstag gut 1200. Der Verkauf findet am Samstag, 3. Februar, ab 14 Uhr auf dem Hof der Spedition Hugger statt, ein weiterer am Freitag, 10. Februar, ab 14 Uhr beim Alten Rathaus.

Bechtold informierte noch, dass es dieses Jahr wieder mehr Musikkapellen geben, das Podest beim „Prussak“ wieder aufgestellt, und für den Toilettenwagen beim Spital ein geeigneterer Standort gesucht werde.

9116 eingetragene Kleidle

Zunftschreiber Frank Huber ließ im Anschluss die abgelaufene Saison Revue passieren und ging auf die Highlights ein. Erfreulich sei, dass es beim Kinder- und Jugendausschuss viele Anfragen von Kindergärten und Schulen für Besuche der Ausstellung gebe. „Stand heute werden 20 Klassen oder Kindergartengruppen mit mehr als 300 Kindern die Ausstellung in der Hauptstraße 1 besuchen. Wir hätten zwar locker die doppelte Zahl an Besuchen organisieren können. Aber auch die Narrenzunft hat einen Fachkräftemangel“, machte Huber deutlich.

Huber informierte, dass im Jahr 2023 89 neue Narrenkleider ins Narrenregister aufgenommen wurden und man jetzt die Anzahl von 9116 eingetragenen Narrenkleidern verzeichnen könne.

Neu im Ausschuss: Simon Frommer (links) und Max Saile Foto: Siegmeier/Terra

Zunftsäckelmeister Stefan Roth präsentierte die Finanzen und machte deutlich, dass die Arbeitsbelastung durch die Abgabepflicht verschiedener Steuererklärungen allein nicht mehr zu bewältigen sei. Er freue sich, dass er Unterstützung aus dem Mitgliederausschuss bekommen habe. Um die Finanzen ist es trotz der kostspieligen Fassadensanierung am „Haus 1“ und der Kosten für Security und Co. an der Fastnacht, recht gut bestellt. Die Zunft freute sich zudem sehr über großzügige Spenden und Zuwendungen von Privat- und Geschäftsleuten.

Zwei neue Gesichter

Bei den geheimen Wahlen wurden Simon Frommer und Max Saile für Axel Saile und Marius Kirsner, die in den Stand der Ehrenmitglieder erhoben wurden, neu in den Ausschuss gewählt, die übrigen Ausschussmitglieder wurden bestätigt. Die Vorstandsmitglieder Christoph Bechtold, Georg Hauser und Stefan Roth wurden in ihren Ämtern ebenfalls bestätigt.