Die Narrenzunft Rohrdorf im Jubiläumsjahr. Foto: Feinler

Auf 50 Jahre blickt die Narrenzunft Rohrdorf mit ihrem Vorstand Bianca Fuhrer und Alexander Michel zurück. Am kommenden Wochenende wird das Jubiläum gefeiert.

Zahlreiche Vorbereitungen nahmen die Organisatoren, Ausschussmitglieder und Helfenden vor – nun läuft der Count Down und alle blicken gespannt zurück.

 

Ehrenzunftmeister Franz Engelhard, von allen nur „Franky“ genannt, hat die Geschichte mit Fotos festgehalten: Vor über 50 Jahren schlüpften einige Männer aus Rohrdorf in unterschiedliche Fasnets-Häser und machten sich später als Henkersknechte einen Namen. Diese Gruppe kam durch Zufall auf das Kostüm des Eierknackers, denn der „Unnamen“ der Rohrdorfer ist „Heale“ und so entstand dazu das Weißnarrenkostüm.

Laut der Saga soll der „Sonderling in den Nachkriegsjahren im Rohrdorfer Wald, in der Nähe der Ruine Urnburg gelebt haben. Er war ein harmloser Eigenbrötler, eine Mischung aus Heimatforscher und Amateurarchäologe. Als Selbstversorger soll er den Rohrdorfern, die den Spitznamen „Heale“ tragen, die Eier „unterm Hintern“ weggeklaut und dann roh gegessen haben“, so die Geschichte dahinter.

Anfangs eine Abteilung der Narrenzunft Eutingen

1976 ließen sich die Rohrdorfer von einem lokalen Schnitzer ihre Maske entwerfen, die anfangs noch eine aufgeschraubte Henne auf dem Hopf hatte. Erst später wurde sie als fester Bestandteil der neuen Masken gesehen. Unter der Leitung von Helmut Wetzel fungierten die Eierknacker anfangs als Abteilung der Narrenzunft Eutingen. Diese lief bei Umzügen mit und gestaltete das Programm in der Eutinger Halle mit.

Für die Umzüge baute sich die reine Männergruppe einen „Healewagen“, dessen Vorlage sie mit einem Tageslichtprojektor erstellten. „Da hasch hinten die Leut nei und innen war eine Badewanne mit Federn versteckt und vorne kamen die Leut wieder raus“, beschreibt Franz Engelhard. Als damaliger Gruppenführer und späterer Zunftmeister kann er sich noch an die erste Begegnung mit dem Carnevalsverein Talheim erinnern: „Die haben uns bei einer Veranstaltung gesehen und fanden unser Kostüm so schön, dass sie uns zu sich eingeladen haben.“ Bis heute pflegen die Rohrdorfer die Freundschaft zu den Talheimern (Landkreis Heilbronn).

In den 1990er-Jahren erlebte die Rohrdorfer Narrenzunft einen Wandel: Immer mehr Fasnetsbegeisterte kamen zu den Eierknackern dazu. 1992 wurde das Häs gründlich überarbeitet und teilweise mit neuen Motiven versehen. „Unter anderem ist eine historische Dorfansicht aus dem Jahre 1910 abgebildet. Die Hosen zieren zwei Trachten, wie sie im vorigen Jahrhundert im Gäu getragen wurden. Auf der Maske sitzt eine Henne im Nest, dies soll das Symbol für unseren Spitznamen „Heale“ sein. Um zu zeigen, dass der Eierknacker die geklauten Eier roh gegessen hat, trägt die Maske ein Ei im Mund“, steht in der Vereinschronik. Zudem haben die Rohrdorfer über die Jahre hinweg einen eigenen Narrenmarsch bekommen, denn Karl-Heinz Gaus komponierte.

Seit 1994 als eigene Narrenzunft selbstständig

1994 machten sich die Eierknacker mit ihrer eigenen Narrenzunft unter Zunftmeister „Franky“ Engelhard selbstständig. Weil die Gruppe aus allen Nähten platzte, wurde mit den Mauerholzleut, der Kindertanzgarde und dem Zunftrat erweitert. Manuel Mähder führte einige Jahre die Narrenzunft gemeinsam mit Johannes Schweizer an.

Traditionen wie das Narrenbaumstellen am Dreikönigstag blieben erhalten und die Dorffasnet wurde gemeinsam mit den Sportfreunden Rohrdorf in die Halle geholt. Heute zählt die Narrenzunft rund 200 Mitglieder.

Zwei Tage lang wird gefeiert

Ihr 50-jähriges Bestehen
feiert die Narrenzunft Rohrdorf am kommenden Samstag, 17. Januar, und Sonntag, 18. Januar.

Am Samstagabend
steht alles unter dem Motto Brauchtum. Die Tanzgruppen der Narrenzunft Rohrdorf tragen zum Programm bei. Zu Gast sind die Narrenzunft aus Bierlingen, Bühl, Hirschau, Talheim, Unterschwandorf und Imnau.

Am Sonntagmorgen
geht es um 10.30 Uhr mit der Narrenmesse in der Rohrdorfer Sankt-Georgs- Kirche weiter. Der große Jubiläumsumzug mit bisher rund 35 angemeldeten Gruppen beginnt um 13.30 Uhr. Aufstellung ist in der Sonnenstraße. Der Umzug geht von der Eutinger Straße in die Ortsstraße, vorbei am Rathaus und Dorfmitte durch die Drosselstraße in die Blumenstraße, wo im Zelt und in der Halle der Ausklang stattfindet.