Die Rohrdorfer Kultfigur – der Eierknacker. Foto: Peter Morlok

„Eierknacker, knack, knack, knack und Bibbele – oi, Bibbele – oi, oi, oi“ klang es am Sonntagnachmittag laut durch die Rohrdorfer Hauptstraße.

Die Narrenzunft feierte ihr 50-jähriges Bestehen und der Flecken stand Kopf. Am Samstagabend gab es eine große Geburtstagsparty für geladene Zünfte und vor dem großen Umzug am Sonntagnachmittag holten sich die hiesigen Narren vormittags bei einer Messe noch den Beistand von ganz oben ab.

 

Der Höhepunkt dieses Festwochenendes war jedoch ohne Zweifel der Umzug. 35 Gruppen hatten sich für diesen großen Jubiläumsumzug angemeldet und viele Kapellen sorgten zudem dafür, dass so richtig Stimmung in Rohrdorfs gute Stube kam. Wer nun meinte, dass 35 Gruppen nicht allzu viele wären und der Umzug schnell vorbei sei, der irrte gewaltig. Schaut man allein auf die vielen Masken aus dem benachbarten „Klein Paris“, wie Ergenzingen über die tollen Tage genannt wird, der kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Blätzlesbuaba, Lausbühl-Hexen, Stricker, Lerchenfänger und die zunfteigene Band „Fleckahuper“ sorgten mit Narrenrat und Polizist allein schon für mehr als einen Aha-Moment.

Die Eierknacker sind die Stars der Rohrdorfer Fasnet

Ganz vorne aber hatten sich die Gastgeber aufgestellt. Allen voran der Täfelesbub, gefolgt von den Mädels der Jugendtanzgarde in ihren schicken rot-weißen Uniformen und ihren Zunftmeisterinnen. Und dann kamen sie. Die Stars der Rohrdorfer Fasnet: Die Eierknacker! In ihrem Weißnarren-Gewand mit den aufgemalten Bibbele und der Maske mit dem stilisierten Ei im Mund und ganz oben auf der Larve, das Huhn im Nest, sind sie schon ein schöner Anblick.

Nett ist es auch, wenn man als Besucher von ihnen ein hartgekochtes Ei oder ein Gutsle geschenkt bekommt, weniger nett dagegen, wenn sie einem eine Handvoll Hafer, den sie im Korb mit sich tragen, in den Hemd- oder Blusenkragen stecken. Das kitzelt nicht, das juckt.

Nicht weniger deftig ist die zweite Rohrdorfer Gruppe, die Mauerholzleut, unterwegs. Sie treten immer als Paar auf, sind an ihrem grünen Hemd, der schwarzen Hose und dem ebenfalls schwarzen Schlapphut gut zu erkennen und haben meist auch einen derben Stecken in der Hand. Prägend ist aber ihre freundlich lächelnde Maske, hinter der sie ihren Schabernack mit den vielen Zuschauern, die entlang der Umzugsstrecke standen, treiben.

Die Storcha-Guggamusiker vom MV Grünmettstetten heizten direkt nach den Gastgebern musikalisch gleich mal richtig ein und die Nachbarn aus Weitingen trugen ihre geschonte Bettlad durch den Flecken und sammelten immer wieder Mädels ein, die sie ein Stück weit mitnahmen.

Die Freunde aus Altheim waren mit ihren Moggelfressern und Fronleuten samt Tusnelda-Fasnet zahlreich nach Rohrdorf gereist und die Zünfte aus Eutingen und Ahldorf folgen mit ihren Schellendralle, Hexen und Schmorra. Übrigens, die Ahldorfer feiern vom 6. bis 8. Februar ebenfalls ihr 50-jährigen Bestehen. In Rohrdorf konnten sie schon mal gucken, wie man sowas super macht.

Es war ein langer, bunter und sehr heiterer Zug, der sich da nahezu drei Stunden durch den Flecken zog. Ein Festumzug, der sicher in den Geschichtsbüchern der Rohrdorfer Fasnet festgehalten wird. Es war aber auch ein organisatorischer Kraftakt, der sehr viel Vorbereitung und ehrenamtliches Engagement im Vorfeld nötig machte. Vom Dixi-Klo über die Beschilderung bis hin zum Absperren der Umzugsstrecke war alles optimal vorbereitet und das Fest konnte nach dem bewährten Motto der schwäbisch-alemannischen Fasnet: „Jedem zur Freud` und niemand zu Leid!“ gefeiert werden. Und geschätzt um die 3000 Besucher feierten am Sonntagnachmittag mit.

Rohrdorf zeigte sich von seiner besten Seite

Es war zwar kalt, dafür trocken und wärmen kann man sich ja bekanntlich auf verschiedene Arten. Moderiert wurde das Geschehen von Rohrdorfs Ehrenzunftmeister Manuel Mäder und einem Herrn mit dem lustigen Namen „Meine Wenigkeit“. So stellte er sich zumindest vor. Doch wundern braucht man sich darüber nicht, es ist ja Fasnet und ganz Rohrdorf zeigte sich von seiner besten, seiner gastfreundlichen Seite.