Fünf Stunden Tanz, Musik und närrischen Spaß bot der Brauchtumsabend der Narrenzunft Rämässer. An beiden Abenden war das Haus restlos ausverkauft.
Fünf Stunden Tanz, Lokalkolorit, Wortwitz, Musik und vor allem jede Menge närrischen Spaß. Das erlebten die Besucher beim Brauchtumsabend der Narrenzunft Rämässer. An beiden Abenden war das Haus restlos ausverkauft.
Die 800-Jahr-Feier zog sich wie ein roter Faden durch das temporeiche Non-Stop-Programm, das die Akteure mit viel Herzblut und ordentlich Bühnenpräsenz auf die Bretter brachten. Lachsalven und Konfettikanonen gehörten ebenso dazu wie die 110 Akteure, die bei den 19 Programmpunkten zum Teil gleich mehrfach auf der Bühne standen.
Nach dem Einmarsch der Narrenzunft mit Hästrägern, Rebwiebern, Garde, Spielmannszug und Narrenrat folgte der feierliche Moment des Abends: Rämässerkönigin Luisa Ringwald übergab ihre Krone an Jana Erny, die zur passenden Hymne „Heut ist so ein schöner Tag“ gekrönt wurde. „Ein langgehegter Traum wird wahr“, strahlte die Kriminaloberkommissarin, die ihren Wohnort mittlerweile von Ringsheim nach Stuttgart verlegt hat, dem Verein aber weiterhin treu bleibt. „Ich freue mich, in so einem geilen Verein sein zu dürfen.“ Oberzunftmeisterin Eva Obergföll begrüßte die neue Regentin mit närrischer Wärme: „Sie ist immer gut gelaunt und auf sie ist Verlass.“
Die fünf Damen vom Boule Club steuerten viel Lokalkolorit bei
Zeremonienmeister Tobias Hug, Markus Göppert und Hannes Löhrmann führten charmant und schlagfertig durch das fünfstündige Programm. Bereits in den ersten Minuten hallte es aus dem Saal: „Das war spitze!“ Geforderte Zugaben ließen sie jedoch nicht gelten; mit einer einzigen Ausnahme: Der Narrensome durfte seinen „Flintstones Tanz“ noch einmal aufs Parkett legen.
Die Rämässer Kids schlüpften in die Rolle von „Checker Pascal“ und machten einen humorvollen Jubiläums-Check. Auf die Frage „Warum feiern wir eigentlich Jubiläum?“ hatten sie eine herrlich einfache Antwort parat: „Einer will’s – alle machen mit.“ Und größer als der 50. Geburtstag des Europa-Parks werde es sowieso.
Sportlich wurde es bei den Junghästrägern. Sie präsentierten das neueste olympische Großereignis aus Limbach: Synchronschwimmen mit Algen.
Viel Lokalkolorit steuerten die fünf Damen vom Boule Club bei. Ihr Vorschlag: Bürgermeister Weber, liebevoll „BMW“ genannt, solle doch beim Seifenkistenrennen antreten und sich als Sieger vom Kahlenberg feiern lassen. „Rämässer Reloaded“ ging in ihrer „The Dance of Ringse Show“ auf die Suche nach dem ultimativen Performer und der größten Showgröße Ringsheims, mit viel Glanz, Glamour und Witz.
Mit trockenem Humor sorgte „Albert vom Bauhof“ für Dauerlacher
Im Dschungelcamp-ähnlichen Vereins-Bootcamp stellten sich Feuerwehr, TuS und Musikkapelle der Prüfung: bestes Ringsheimer Lied performen und bei der Blindverkostung den Jubiwein herausschmecken. Das Motto war eindeutig: „Wer den Dschungel überlebt, überlebt auch das Ortsjubiläum, denn wenn der BMW ruft, heißt es: aufstehen, durchhalten und lächeln.“
Bekannt als „S’Butzgeschwader“ plauderten Ruth Volz, Katharina Maurer, Annette God und Elke Galm im Beautysalon aus dem Nähkästchen – natürlich mit reichlich Dorfklatsch. Neu in Ringse neben dem Rathaus: „PauSchal Reisen“, angelehnt an den Jubiläumsschal, der um die ganze Welt ging. Die Weltenbummler der schiefen Töne (Jutta Göppert, Marion Koch, Melanie Muttach und Miriam Joseph), musikalisch begleitet von Hans-Peter Göppert an der Gitarre, wollten ihre Frauenträume wahr machen und flogen nach Italien auf der Suche nach Amore. Sie wurden nicht fündig und mussten sowieso zurück, da sie auf fremden Toiletten nicht können.
Für Dauerlacher sorgte Thomas Maurer als Albert vom Bauhof. Mit trockenem Humor gewährte er intime Einblicke in die Ehe mit seiner Gertrud und lieferte köstliche, pointierte Anekdoten übers Älterwerden.
Stimmungsvolle Tänze
Den tänzerischen Höhepunkt setzten schließlich die Garden: schwungvoll, energiegeladen und mitreißend. Die „Golden Chicks“ feierten eine Pyjamaparty, das Rämässerballett begab sich im farbenfrohen Regenwald auf die Suche nach dem Wappentier „Ringus Heimus“ und zum feurigen Finale brachte das Männerballett als temperamentvolle Spanier den Saal endgültig zum Kochen.