Die Narrenzunft Oberndorf feierte am Wochenende mit Showtanzabend und einer ausgelassenen Narrennacht.
Tanz und Akrobatik, traditionelle Verkleidungen und Party standen am Wochenende in Oberndorf an gleich zwei Abenden im Mittelpunkt. Am Freitag feierte die Narrenzunft mit einem großen Showtanzabend, am Samstag stieg die Narrennacht.
16 Gruppen zeigten ihr Können zunächst beim Showtanzabend. Während einige ihre ersten Schritte auf der Bühne präsentierten, zeigten andere tänzerische und akrobatische Hochleistung. Waren Männer dabei, ging es meist weniger anspruchsvoll, dafür lustiger zu. In den Pausen legten die Djs Simon und Daniel von der Narrenzunft auf und das Publikum bewegte sich zur Musik.
Gut abgestimmte Bewegungen und Akrobatik
Den Auftakt machten die Tanzgarde Black Pearls vom Sängerbund Neckartailfingen, die das Publikum mit ihrem Beitrag „Nachts im Museum“ in den Bann zogen. Sie hatten fleißig geübt und überzeugten mit einem klaren Auftritt.
Im Anschluss zeigte das Pflommaballett Erzingen mit „Eiskrieger“, was im Hobbybereich möglich ist: eine kraftvolle Darbietung, die durch Dynamik und Ausdruck überzeugte. Mit schönen Kostümen, gut abgestimmten Bewegungen und Akrobatik gewann diese Gruppe am Ende den Pokal als „Showtanzgruppe der Herzen“.
Mit einem ernsteren, aber eindrucksvoll inszenierten Thema folgte die Narrenzunft Küble-Hannes Lautlingen. Unter dem Titel „Crime Time – Tanz auf Bewährung“ erzählte die Gruppe eine spannende Geschichte, die tänzerisch wie schauspielerisch gut umgesetzt wurde. Die Showtanzgruppe der Narrenzunft Dettingen setzte mit „Eiskalt und bärenstark – in Dettingen bebt das Eis und die Wilderer haben keine Chance“ erneut auf Bibber-Temperaturen. Mit Schwung und sichtlichem Spaß auf der Bühne überzeugten die Mädchen indes die Zuschauer.
Für Leichtigkeit und Hitze sorgte anschließend der Narrenverein Schlossberghexen Herrenberg, der mit „Stewardess vs. Pilot“ das Publikum auf eine turbulente Flugreise mitnahm. Zu Hits wie „Sommer, Sonne, Sonnenschein“ tanzten Männer und Frauen zusammen. Danach brachte die Fasnetsabteilung Waldenbuch mit „Formel 1“ Tempo auf die Bühne – rasant, modern und mit viel Energie.
Männergarde der Narrenzunft Eutingen begeistert
Für Johlen im Publikum sorgte die Männergarde der Narrenzunft Eutingen. Mit „Macho-Mia: Bühne frei für die dancing kings“ sorgten sie zu ABBA-Hits für einen Auftritt zwischen Tanz und Kabarett – Lacher und tosender Applaus waren auf ihrer Seite.
Die gastgebende Oberndorfer Tanzgruppe widmete sich in diesem Jahr dem Labyrinth. Mit Seilen, Steinen und Leuchtstäben suchten die Mädchen ihren Weg hinaus. Besonders gut kamen einige Hebefiguren an. Unter Anleitung von Trainerin Andrea Biesinger, die die Gruppe bereits seit 12 Jahren betreut, fanden sie schließlich den Weg hinaus. Nach mehreren Tanzgruppen traten am Ende die tanzenden Oberndorfer Männer „Stets bemüht“ mit Feuer und Eis auf.
Narrennacht am Samstag
Die Narrennacht
am Samstag eröffneten alle Gruppen der Oberndorfer Narrenzunft und die Dannroa-Weible führten ihren Brauchtumstanz auf. Die Hauptfigur Dannaroa-Schrädl haust der Sage nach unterhalb der Waldkapelle und treibt an manchen Tagen sogar im Dorf sein Unwesen (besonders in Vollmondnächten).
Der „Kropfer“
ist eine klassische Weißnarren Gruppe, wobei sie auf den historischen Spottnamen für die Oberndorfer Bevölkerung anspielt. Diese rührt daher, dass in früheren Zeiten angeblich viele Bewohner einen Kropf hatten, was wohl auf den Jodmangel im Trinkwasser zurückzuführen war. Für Stimmung sorgte die Wendelsheimer Lumpenkapelle Knapp-Daneba.
Auf der Bühne
wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten. So zeigten die Gaildorfer Schloßgarde beispielsweise einen Gardetanz und die Narrenzunft Deckenpfronn einen Hexentanz, bevor DJ Maimo wieder zu Tanzrunden für alle auflegte.
Zunftmeister Konrad Eipper
sprach von zwei „gelungenen Abenden“. Halle und Partyzelt nebenan waren demnach immer voll, die Stimmung gut.
„Neben den eigenen Veranstaltungen
besucht die Zunft während der Fasnet dieses Jahr insgesamt 20 externe Veranstaltungen“, so Eipper. Davon seien zehn Umzüge geplant, die größtenteils vom eigenen Zunftwagen begleitet werden.
Für Eipper wird es die letzte Fasnet als Zunftmeister
sein. „18 Jahre sind genug“, sagte Eipper. Er werde demnächst 70. Eine wahrscheinliche Nachfolgerin ist bereits gefunden und soll bei der Hauptversammlung im April gewählt werden.