Mit dem „Harzklumpen“ fing es bei der Narrenzunft Heiligenzimmern an. Foto: Keller

Die Narrenzunft Heiligenzimmern feiert 2026 ihr 40-jähriges Bestehen – mit Tradition, Brauchtum und einem großen Festwochenende.

Dass die Fasnet im Stunzachtal eine weit längere Tradition hat als vier Jahrzehnte, ist kein Geheimnis. Die offizielle Gründung der Narrenzunft Harzklumpen Heiligenzimmern jährt sich im kommenden Jahr zum 40. Mal – und das soll gefeiert werden.

 

„Ich freue mich auf alles“, sagt Beisitzerin Franziska Keller, angesprochen auf das bevorstehende Jubiläum. Schon seit der Grundschule ist sie aktiv dabei: zuerst in der Tanzgarde, später nach dem Abi mit ihrem ersten Häs als „Horga-Hex“. Auch ein „Fenässle“ besitzt sie. Eigentlich fehlt der 33-Jährigen nur noch der „Harzklumpen“, dann wäre ihre Sammlung komplett.

Die Zunft besteht aus vier Gruppen: dem Namensgeber „Harzklumpen“, der Traditionsfigur „Fenässle“, der „Horga-Hex“ sowie der Tanzgarde. Offiziell gegründet wurde sie am 18. November 1986 und ist aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken.

Drei Freunde hatten die Idee für den „Harzklumpen“

Bereits 1984 hatten drei Kameraden aus dem Ort die Idee, beim Fasnetsumzug als „Harzklumpen“ teilzunehmen. Der Begriff war damals ein Neckname für die Heiligenzimmerner.

Zum Auftakt werden am 9. Januar kommenden Jahres traditionell die Narrenkleider abgestaubt. „Diesmal aber ein bisschen anders“, verrät Keller. Denn statt wie gewohnt von Haus zu Haus zu gehen, werden die Mitglieder an verschiedenen Treffpunkten eingesammelt, bevor es anschließend zu einem bunten Abend in die Festhalle geht.

„Fenässle“ ist älteste Figur

Die Fasnet selbst hat in Heiligenzimmern jedoch eine noch viel längere Geschichte. Die älteste bekannte Figur ist das Fenässle, das laut Erzählungen schon vor dem Zweiten Weltkrieg durchs Dorf geisterte. Ungezogene Kinder wurden damals gewarnt: „Wenn dau it brav bisch, holl i s’ Fenässle ra!“.

Die älteste bekannte Figur in Heiligenzimmern ist das „Fenässle“. Foto: Keller

Die Aufnahmebedingungen sind streng – nur Personen, die in Heiligenzimmern geboren sind oder dort wohnen, können aktive Mitglieder werden. Franziska Keller wohnt zwar in Deißlingen, kommt aber gerne in ihr Heimatdorf zurück, vor allem zur fünften Jahreszeit. Deshalb war sie am 11. November mit ihrem kleinen Kind auch beim Aufhängen des Narrenkatens dabei.

Hexen haben Namen vom alten Ortsnamen

Eine weitere prägende Figur ist die Horga-Hexe. Sie entstanden fast zeitgleich mit dem Harzklumpen und wurde zur Fasnetssaison 1990/1991 in die Narrenzunft aufgenommen. Der Name „Horga“ nimmt Bezug auf den alten Ortsnamen Horgenzimmern, der um 1452 belegt ist. „Horgen“ bedeutet „sumpfig“ oder „nass“.

Auch die Tanzgarde hat eine lange Geschichte. Bereits seit 1982 besteht die Gruppe, die damals noch Teil des Sportvereins war und später in die Zunft integriert wurde.

Am Freitag, 30. Januar 2026, veranstaltet die Narrenzunft einen Nachtumzug durch die Straßen von Heiligenzimmern. Anschließend feiern die Hästräger in der Sporthalle weiter.

Partyband soll beim Jubiläumsball für Stimmung sorgen

Am Samstagnachmittag folgt ein Showtanz-Cup, bei dem verschiedene Kinder- und Jugendgarden ihre einstudierten Tänze präsentieren, bevor am Abend der große Jubiläumsball beginnt. Für die richtige Stimmung in Halle und Barzelt sollen die Partyband Amazonas Duo sowie DJ Fabi sorgen.

Wie bei vielen Vereinen sei es immer schwieriger, Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen, erzählt Keller. Doch man sei sehr zufrieden mit der Jugend. Insgesamt zählt die Zunft 436 Mitglieder, davon 167 Aktive und 199 Passive, davon 70 Kinder. „Ob jung, ob alt, wir sind eine super Truppe“, fasst Keller zusammen.