Viele Menschen säumten zum Jubiläumsumzug in Friesenheim 2024 die Straßen – wie hier entlang der Friesenheimer Hauptstraße. Foto: Bohnert-Seidel

Die Friesenheimer Narrenzunft hat sich gegen einen Umzug im kommenden Jahr ausgesprochen.

Die Friesenheimer Fasentzunft hat ein sehr erfolgreiches Jahr 2024 bilanziert. Ausschlaggebend für ein herausragendes Kassenergebnis von Säckelmeisterin Manuela Müller ist der Fasnachtsumzug. Viele Helfer waren eingeteilt und der Erfolg der Fasnachtskampagne 2024 ließ auch den Zunftrat mit Petra Huber und Christine Sturm hörbar aufatmen. Dennoch verkündete Christine Sturm vom Zunftrat: „2026 wird es keinen Umzug geben. Der nächste ist ganz bestimmt zum 60-jährigen Bestehen der Zunft – im Jahr 2029.“

 

Die Friesenheimer Fasentzunft ist eine kleine Gruppe von etwas mehr als 30 Aktiven. Sie alleine vermögen keinen Fasnachtsumzug auf die Beine zu stellen. Aus diesem Grund hatte sich der Zunftrat bereits vor Jahren dafür entschieden, nur im Zwei-Jahres-Rhythmus einen Umzug zu organisieren. Im kommenden Jahr wäre es wieder so weit, aber Sturm hat dem Umzug 2026 eine klare Absage erteilt. Viele Gründe führte sie an: Es ist eine „kurze Fasnacht“; in geballter Form werden mehrere Jubiläumsumzüge im Umkreis von zehn Kilometern organisiert, Friesenheim unterstützt bei der Fasnacht ihre Patenzunft in Zunsweier und es wird für 2026 schwierig, „gut 50 Helfer aus dem Hut zu zaubern“. Auf einen Verein, der in der Vergangenheit zuverlässig geholfen habe, lasse sich heute nicht garantiert zurückgreifen.

Andreas Wienhold ist zum „Ehrenzeremonienmeister“ ernannt worden

Ob es 2027 einen Umzug geben wird, stehe ebenfalls in den Sternen. Vertröstet wird heute schon auf das Jahr 2029, wenn die Friesenheimer Fasentzunft 60 Jahre alt wird. „Festzustellen war im vergangenen Jahr leider auch, dass sich örtliche Vereine nicht sehr gern mit einem Stand beim Narrendorf an der Sternenberghalle eingebracht haben“, so Sturm. In Eigenleistung lasse sich ein Fasentumzug, wie ihn die Friesenheimer im Ort lieben, nicht mehr organisieren. Dank gelte in jedem Jahr dem Friesenheimer Bauhof, der die Fasnachtkampagne tatkräftig unterstütze.

Zusammenhalt demonstrierten beim Jubiläumsumzug in Kürzell alle Friesenheimer Narrenzünfte, die erstmals im Verbund unter Namen der Gemeinde Friesenheim an einem Umzug überhaupt teilgenommen haben, hob Sturm in ihrem Bericht hervor.

Bürgermeister Erik Weide dankte der Friesenheimer Fasentzunft für die schöne Kampagne 2024. Auch wenn die Fasentzunft ein kleiner Verein sei, nehme sie alle Generationen mit und pflege das Brauchtum in Friesenheim. Ganz besonders sei das große Engagement um die Kinderfasnacht, die im vergangenen Jahr mehr als 80 Kinder zusammengebracht habe. Mit großem Einsatz beteilige sich die Fasentzunft seit vielen Jahren am Bürgerfest. Mit ihrem Engagement halte die Fasentzunft ein Stück Gemeindeleben aufrecht, so Weide. Die Fasentzunft sei ein guter Repräsentant für die Gemeinde. Eine für die Zunft fast schon nicht mehr wegzudenkende und stärkende Größe ist Zeremonienmeister Andreas Wienhold. Seit 27 Jahren gehört er der Zunft an und wirkt in seinem Amt wie kein Zweiter. Ihn ernannte die Friesenheimer Fasentzunft in Anerkennung seiner jahrzehntelangen Dienste zum „Ehrenzeremonienmeister“.

Zunftmeisterinnen wurden wiedergewählt

Die Zunftmeisterinnen ließen sich zur Hauptversammlung für weitere zwei Jahre in den Zunftrat wählen. Vorab verkündeten sie jedoch, dass sie bereits heute junge und engagierte Nachwuchskandidaten an ihre Seite nehmen werden und im Zunftrat mitarbeiten lassen. Wer sich berufen fühlt, darf in jedem Fall mitwirken. Gewählt wurden für die kommenden zwei Jahre: Petra Huber und Christine Sturm (beide Zunftrat), Isolde Scholl (Schriftführerin), Manuela Müller (Säckelmeisterin), die Position des Zeremonienmeisters bleibt unbesetzt, ein Nachfolger soll eingearbeitet werden. Beisitzer sind Jürgen Huber, Lukas Büchele, Mike Riesterer, Marvin Müller und Philipp Scholl. Kassenprüfer sind Harald Büchele, Andreas Watter.

Termine

Einige Termine stehen bereits: Am 6. Januar ist Häsabstauben, am 10. Januar werden in Friesenheim die Fasnachtsfähnchen aufgehängt, am 17. Januar feiern die „Driewili Stampfer“ ihr 33-Jähriges in der Sternenberghalle und am 24. Januar lädt die Narrenzunft Höllenbrut in die Sternenberghalle ein