Originelle Kostüme und ausgelassene Narren: In Margrethausen stimmt die Mischung. Foto: Martin Kistner

Rund 600 Hästräger und Kostümierte waren am Sonntag in Margrethausen auf der Gass’ und ganz bestimmt nicht weniger Zaungäste – auch sie bunt verkleidet. Einer fehlte allerdings: der Ortsvorsteher.

Ortsvorsteher Thomas Bolkart war nicht der einzige, der zu Hause bleiben musste – aus einem Fenster in der Nähe der Umzugsstrecke hing ein Transparent mit dem Schriftzug „Krank daheim – aber im Herzen dabei“, und eine Hexe mit Mundschutz blickte traurig hinaus.

 

Auf dem Sprecherwagen hatte Walter Spengler, der Doyen des Ortschaftsrats, anstelle von Thomas Bolkart und dessen Stellvertreterin Ingrid Widmann Stellung bezogen: Beide sind krank; außer Covid-19 mache derzeit auch die Virusgrippe A die Runde, wusste Spengler, der vom Fach ist und mit über 80 noch praktiziert, zu berichten. Sombrero und Poncho, in denen noch am „Schmotzige Doschdig“ Bolkart den Runkelriabaweible entgegen getreten war, trug jetzt Günther Schurer.

Die Verwaltungsspitze vertrat Bürgermeister Steve Mall; Roland Tralmer, der Oberbürgermeister, hatte zuvor beim Zunftmeisterempfang präsidiert, sich aber für den Nachmittag entschuldigt.

Die Narren lassen die Peitschen knallen

Sonderlich vermisst wurde er offenbar nicht: Die Narren, alle voran die Runkelriabaweible, waren guter Dinge, ließen lautstark ihre Narrenrufe vernehmen und die Peitschen knallen, bedachten das Publikum wahlweise mit Bonbongeschenken oder Konfettiregen und pickten sich mit geschultem Blick junge Damen raus, die keine Chance erhielten, das Angebot zu einer Spritztour in der Konfettibadewanne auszuschlagen.

Die Zahl der großen Wagen scheint im Vergleich zu den Vorjahren zugenommen zu haben; auf dem der Geislinger Wald-Hexa prangte eine politische Botschaft: „Ohne Bauern kein Bier, kein Schnaps, keine Pommes, kein Steak, keine Wurst – keine Fasnet! Und die Umzugswagen könnt Ihr auch selber ziehen.“ Der Anteil privater Gruppen an den insgesamt 29, die im Umzug mitliefen, ist augenscheinlich gestiegen; einige davon wird man sicher am Dienstag beim Lautlinger Umzug wiedersehen.

Mehr und mehr Albstadts Fasnetsmekka

Nach dem Umzug wurde noch ausgiebig im Festzelt auf dem Schulparkplatz gefeiert – nicht zum ersten Mal an diesem Wochenende: Am Vorabend war dort die Runkelriabaweible-Fetzede über die Bühne gegangen, mit der Rockband „Hautnah“ aus Sigmaringen, die bereits auf dem Cannstatter Wasen gespielt hat. Schön und gut – aber ist ein Auftritt auf der Margrethausener Fasnet nicht auch aller Ehren wert? Die scheint schließlich mehr und mehr zu ersten Albstädter Adresse am letzten Fasnetswochenende zu werden.

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