In der Gemeinde Wessingen war am Samstagnachmittag großes närrisches Treiben angesagt. Dabei wurden auch drei neue Mitglieder in die Zunft aufgenommen, nachdem sie die Taufzeremonie über sich hatten ergehen lassen.
Die Zunftmitglieder der Gempleswatter hatten den Baum im Wald gehauenen und ihn bunt geschmückt.
Eine stattliche Anzahl von Einwohnern, darunter auch Narren aus den umliegenden Gemeinden, trafen sich nahe des Rathauses, um der Zeremonie beizuwohnen.
Die Schnorchelhuaschter aus Hechingen – seit schon 24 Jahren – musizierten in ihren farbigen Kostümen und schon marschierten die Gempleswatter vom Schulhaus her ein.
„Liebe Leut s’ischt amol wieder soweit, von nun an ischt Wessinger Narrazeit und dr Gempleswatter regiert bis Aschermittwoch“, verkündete Zunftanführer Michael Braunschweig in Wessingens Ortsmitte.
Zu den fastnächtlichen Symbolen, die allesamt an den Baum gehängt wurden, wusste er passende humorvolle Sprüche, und er gab anschließend das Kommando zum Aufrichten des Baumes. Mit Holzgabeln in verschiedenen Längen und ausschließlich der eigenen Muskelkraft wurde der Narrenbaum von dem Dutzend Zunftmitgliedern an vorgesehener Stelle – nämlich unmittelbar vor dem Rathauseingang – gestellt. Großer Applaus des Publikums honorierte diese Arbeit.
Der Brauch bei Minustemperaturen
Im zweiten Schritt an diesem Nachmittag mussten drei neue Mitglieder bei Minustemperaturen die Taufzeremonie über sich ergehen lassen. Musikalisch eingestimmt durch die anwesenden Schnorchelhuaschter aus Hechingen vollzog sich der Brauch.
Als Taufpaten in schwarzer Kostümierung fungierten Ortsvorsteher Joachim Breimesser (Gemeinde), Wilfried Mayer (Fußballclub), Daniel Ehrnsperger (Feuerwehr) und Reiner Messerschmidt (Heimatverein). Zunächst musste ein jeder der Täuflinge in die bereit stehenden gefüllten vier Gemples (Bottiche) steigen, bevor er das verdiente Schwobavesper – einen Wurstspieß, Schnaps und einen Most und zuletzt eine Klaps auf den Hintern – erhielt. Mit dieser Prozedur wurden die Täuflinge als echte Gempleswatter in die Zunft aufgenommen. Sodann bekamen die drei Neuen auch die Holzmaske überreicht.
Zunftanführer Michael Braunschweig oblag es, jeden Schritt mit gereimten Versen zu kommentieren, währen die Taufpaten die Taufe vollzogen und genauestens darauf achteten, dass auch alle Schritte eingehalten werden. Getauft wurden Luis Kästle, Malte Heusel und Julian Dehner.
Für die große gutgelaunte und mitgehende Besucherschar, darunter etliche Mitglieder der benachbarten Zünfte aus dem Kirchspiel, war dies ein amüsantes Schauspiel.
Für stimmungsvolle Fasnetsmusik sorgten anschließend im Freien wie auch im Vereinsheim die Hechinger Schnorchelhuaschter mit etlichen Fasnets- und Lumpenliedle.
Und um die Bewirtung kümmerten sich Mitglieder vom Heimatverein und den Gempleswattern.