Die Narrenmesse setzt besondere Akzente. Ministranten und auch teilweise die Gottesdienstbesucher sind fastnachtlich bekleidet. Foto: Jochen Schultheiß

In der Narrenmesse wird klar, über was sich Pfarrer Harald Dörflinger so alles aufregt.

Seit 26 Jahren gehört der närrische Gottesdienst am Fastnachtssonntag in der St. Georgskirche zum festen Bestandteil der St. Georgener Fastnacht. Auch in diesem Jahr war das Gotteshaus wieder gut gefüllt, als Pfarrer Harald Dörflinger mit seinen fantasievoll kostümierten Ministrantinnen und Ministranten in die bunt dekorierte Kirche einzog.

 

Eine bunt gemischte Schar an Gottesdienstbesuchern hatte sich eingefunden, manche ganz in zivil, andere fastnachtlich verkleidet. Die närrische Musik brachte die Gottesdienstbesucher gleich zu Beginn in die entsprechende Stimmung.

In seiner Predigt, die der Pfarrer in heimischer Mundart hielt, regte er sich über das große und kleine Weltgeschehen auf. „Do könnt ich mich so ufrege“, also in hochdeutsch „Darüber könnte ich mich so aufregen“ hieß es immer wieder. Angefangen vom furchtbaren Krieg in der Ukraine über die Aussagen mancher Politiker, über die Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn bis hin zur manchmal chaotischen Parkplatzsituation in St. Georgen spannte er den Bogen. Auch die Strukturen der neuen Großpfarreien sprach er an und meinte hierzu „Die Kirch‘ muss im Städtle bliebe“, also die Kirche muss auch weiterhin vor Ort in St. Georgen präsent sein, trotz aller neuen Strukturen.

Pfarrer Harald Dörflinger hält die Narrenmesse. Foto: Jochen Schultheiß

Doch immer wieder machte Dörflinger Mut, sich von allerlei Problemen nicht unterkriegen zu lassen und trotz alldem die Fastnacht in christlicher Freude zu feiern und sich diese Freude auch über die närrischen Tage hinaus zu erhalten. Er rief dazu auf, auch in unserer heutigen Welt zum Glauben zu stehen und die christliche Botschaft überall zu verkünden, in den Familien, aber auch am Arbeitsplatz und in den Vereinen. „Viele, die heute noch glauben, werden als Narren angesehen, doch wenn der, der glaubt, ein Narr ist, dann bin ich gerne einer“, zitierte er eine aktuelle Aussage des Freiburger Erzbischofs Burger.

Dem Anlass entsprechend war auch die Kirche bunt geschmückt. Luftballons und Girlanden sorgten für die fastnachtliche Dekoration des Gotteshauses. Der Schmuck wurde von Kindern und Jugendlichen selbst gebastelt und angebracht.

Eindrucksvolle musikalische Gestaltung

Eindrucksvoll war die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Eine Fastnachtsmusik, zusammengestellt und geleitet von Burkhard Maier, sorgte für den passenden Rahmen. Überwiegend waren es Musikerinnen und Musiker der Stadtmusik, die für die passenden Töne sorgten. Die Sologesänge kamen von den „Sahneschnittchen“. Närrische Musik wie „Viva Colonia“ oder der St. Georgener Narrenmarsch waren ebenso zu hören wie die gelungene Begleitung des Gemeindegesangs. Für das Orgelspiel sorgte Leo Eckerle, sowohl solistisch wie auch im Zusammenspiel mit der Fastnachtsmusik. Schwungvoll und lebendig wurde es bei dem Lied „Jesus Christ, you are my life“, das von den Gottesdienstbesuchern mit entsprechenden Gesten begleitet wurde.

Im Anschluss an den Gottesdienst machten sich viele auf den Weg in die närrisch geschmückte Unterkirche, wo bei Frühschoppen und Mittagessen sowie Fastnachtsmusik weitergefeiert wurde.