Auf der Kursaalbühne wurde es mit der Böhringer Narrenzunft richtig bunt. Foto: Schwind

Beeindruckende Show- und Gardetänze und Narrenzünfte aus der Region, die von alten Sagen und davon erzählen, wie sich ihre Fleggafasnet entwickelt hat – all das wurde beim Brauchtumsabend in Glatt geboten.

Sulz-Glatt - Die Narrengilde Glatt hatte in den Kursaal des Glatter Schlosses eingeladen. Neun Gastvereine kamen mit ihren verschiedenen Narrentypen und gestalteten mit dem Starzach Duo, das schon mehr als 20 Jahre lang Partner der Glatter Narren ist, einen stimmungsvollen Brauchtumsabend.

Dem Gastgeber war es vorbehalten, den Abend mit seinem Einmarsch zu den Klängen des Glatter Narrenmarschs zu eröffnen. Auf Gildemeister Christian Manz folgte das Schlossherrenpaar Tabea Adamek und Daniel Beck. Die eigentliche Hauptfigur der Glatter Fasnet ist der Habermarkenstupfer, später gesellten sich "Pechkneacht" und der "Flößer" dazu.

Waldhexe treibt ihren Spuk

Bei der Narrenzunft Untertalheim sind Zigeuner Leitfiguren der Fasnet. Das Bucheleweible als weitere Figur soll den Wein mit Wasser gestreckt haben und wurde zur Strafe hingerichtet. Das Grundmännle spricht vor allen Dingen den Narrensamen an. Mit ihren schönen unterschiedlichen Holzlarven und dem selbstgeschnittenen Besen treibt die Waldhexe auch heute noch zur Fasnetszeit ihren wilden Spuk. In Glatt mit dabei hatte Untertalheim auch ihre Teeniegarde und das Zigeunerballett, die beide Kostproben ihres Könnens gaben.

Die Narrenzunft aus Böhringen hatte Ihre Deifelskuche-Hexe und ihren mit Böhringer Größen bemalten Gschellnarren dabei. Ohne Glocken geht in Böhringen der Schantle, dessen Kleidle aus verschiedenen farbigen Samtstoffen gefertigt ist, an den Start.

Maske war lange verschwunden

Gleich zwei Zünfte hatten die Narren aus Dornstetten mitgebracht. Das Häs des Schnogaklopfer deutet auf den Necknamen der Dornstetter hin. Der Pestbutz weist auf die Pest, die Dornstetten heimsuchte, hin. "Der Tod" als Einzelfigur begleitet den Pestbutz und symbolisiert den Schwarzen Tod. Die mehr als 100 Jahre alte Maske wurde, wie der Zunftmeister erzählte, auf der Fasnet gestohlen und kam nach 16 Jahren über einen Flohmarkt wieder zurück.

Bei der Drillerhansele-Zunft aus Dornstetten kommt dem Narrengericht eine große Bedeutung zu. Daran angelehnt sind auch die Narrentypen: das Drillerhansele, der Schurkenfänger und das Fuchslochweible.

Die kürzeste Anreise hatten die Glatter Schlosshexen. Ihre Kleidung ist der Einfachheit des Mittelalters angepasst, die Farben sollen an die katholische Kirche erinnern.

Schinken und Eierknacker

Wie ihr bemaltes Weißnarren-Häs zeigt, spielt im Neckardorf Mühlen der Schonka (Schinken) eine bedeutende Rolle. Ihre Showtanzgruppe begeisterte in Glatt mit einem tollen Tanz. Die Narrenzunft Rohrdorf hatte die namensgebende Maskengruppe den Eierknacker mitgebracht. Die Mauerholz-Leut waren anfangs für die älteren Eierknacker, die esgemütlicher angehen lassen wollten. Mittlerweile hat sich dies etwas geändert.

Die Narrenzunft Waldhufenstromer Schömberg hatten das Hobbele, dessen Larve sehr stark an das Schömberger Wappen angelehnt ist und den Mausbächpudel, einen Riesen, der nach einer alten Sage in Schömberg sein Unwesen trieb, mit nach Glatt gebracht. Als dritte Figur gibt es die Mausbächhexen mit dem dunklen Pferdehaar.

Die Showtanzgruppe aus Rohrdorf durfte das offizielle Programm eines gelungen Brauchtumsabends schließen.