Die Narrenzunft hat einen neuen Würdenträger: Andreas Gsell. Passend zu seinem 50-jährigen Narrenjubiläum bekommt er die höchste Auszeichnung der Schopfheimer Fasnacht überreicht.
Unter den lauten Klängen der Schlierbach-Schränzer Fahrnau marschieren die Schopfheimer Narren in den Narrenkeller. Schmutzige Dunschdig, 8 Uhr, es ist wieder Zeit für die Verleihung des Dilldapp-Ordens. Ozume Frank Pfeiffer, Statthalter „Max vom Viehmärt“ und Kinderstatthalter „Louis vo de Hexe“ zeigen sich bereit für die „heiße Phase der Fasnacht“ – und dann ist es auch schon so weit: Pfeiffer verkündete, wer in diesem Jahr die höchste Auszeichnung der Schopfheimer Fasnacht erhält: „Er hat es schon länger verdient, aber hüt isch er dra: Andi Gsell.“
Bruder hält die Laudatio
Sein Bruder Thomas Gsell freut sich über die große Ehre, die „kleine“ Laudatio zu halten und die wichtigsten Stationen des Würdenträgers aufzuzählen. „Goht nit git’s nit“, sei eben nicht nur ein Werbespruch für Gsells Farbenland, sondern ziehe sich auch wie ein roter Faden durchs Leben von Andi Gsell.
1975 trat er, animiert vom Vater Lothar Gsell, in den Aumazinken ein. Seine erste Maske war der „Bumskopf“. Bereits ein Jahr später, vor 50 Jahren also, absolvierte er mit elf Jahren seinen ersten Zunftabendauftritt als Narresome, damals noch im Pflugsaal. „Da musste ich den Text in einer Woche auswendig lernen“, erinnert sich Andreas Gsell im Gespräch mit unserer Redaktion. Weitere Auftritte als Narresome folgten.
Die großen Auftritte auf der Zunftabend-Bühne
Ab 1979 war Gsell dann Maskenträger bei den Dreschfleglern des Aumazinkens. Ab 1980 folgten zahlreiche große Auftritte am Zunftabend, etwa 1983 der erste mit den Cousins Hans Glöggler und Volker Leder – zugleich die letzte Nummer im Pflugsaal. Oder 2005 die erste Nummer mit Sohn Nico.
Seit 2001 war er zudem unverzichtbares Mitglied und Wagenbauer beim Städtlizinke, geht es weiter in der Laudatio. Und über acht Jahre lang hat er den Umzug am Fasnachtssonntag moderiert.
Dilldapp-Orden erst für Vater, nun für den Sohn
Für seine vielfältigen Tätigkeiten für die Schopfheimer Fasnacht wurde er mit dem Verbandsorden des VON in Bronze, Silber und Gold ausgezeichnet. „Fasnacht liegt im Bluet vo s’Gselle“, hatte schon Andis Vater Lothar Gsell betont, als dieser den Dilldapp-Orden erhalten hatte. Nun bekommt ihn also auch der Sohn. „Zu dienem 50-jährige Jubiläum als Fasnächtler durch und durch passt des natürlich wie die Fuscht uffs Aug“, sagt Thomas Gsell.
„Max vom Viehmärt“, Statthalter und Großcousin Gsells, überreicht den Orden, und Andreas Gsell nimmt ihn mit nur wenigen Worten entgegen. „Das freut mich sehr“, sagt er später, als seine Narrenfreunde zum Gratulieren Schlange stehen. Nach einer geselligen Runde ziehen die Narren weiter zum Ohmengeldeintreiben.