Ein Ersatz ist unglaublich schnell gefunden: Die Neukircher stellen den neuen Narrenbaum auf. Foto: Schwer

Ein zersägter Narrenbaum, empörte Freunde der fünften Jahreszeit und eine engagierte Tätersuche mit Wildkameras – in Neukirch geht es in diesen Tagen turbulent zu.

Furtwangen-Neukirch - Narri Narro, die Fasnet ist da! Auch in Neukirch wurde die fünfte Jahreszeit am Wochenende eröffnet – doch ihre Begrüßung gipfelte für die Neukircher Narren in einem Schock: Der Narrenbaum, der teils schon geschmückt darauf wartete, nach dem Umzug am Nachmittag aufgestellt zu werden, wurde am Samstagmorgen zerstört aufgefunden. Kaputt und in mehrere Teile gesägt. Doch trotz der Empörung angesichts des groben Vandalismus seien die Reaktionen auf den Narrenbaum-Eklat bunt gemischt gewesen, berichtet nun ein Mitglied der Neukircher Werwölfe. "Manche waren stinksauer, andere haben darüber gelacht." Und manche vermuteten schlichtweg einen Scherz dahinter.

Doch für die Neukircher Werwölfin ist klar: "Ich finde, dass das kein Scherz mehr war." Und dabei, erzählt sie, ist das Geschehene nicht einmal neu: Bereits vor einigen Jahren sei der Narrenbaum im Ort schon einmal abgesägt worden – mit dem Unterschied, dass er da bereits stand.

Fasnethasser oder Streichspieler?

Wer das tut und warum – darauf kann sich die Närrin keinen Reim machen. Ein Fasnethasser gar? "Keine Ahnung, oder einfach ein Streich – vielleicht auch von Jugendlichen", mutmaßt sie. In jedem Fall hat der Täter nicht mit dem Zusammenhalt der Neukircher Narren gerechnet. Denn: Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich die unguten Neuigkeiten – auch über die sozialen Medien – im Ort. Und so war Hilfe unglaublich schnell zur Stelle. "Ein Waldbesitzer hat sich bereit erklärt, einen Baum zu spenden – der nächste ist mit dem Schlepper rausgefahren und hat ihn fix und fertig gebracht", freut sich die Närrin. Und so konnten die Neukircher am Wochenende doch noch pünktlich ihren Narrenbaum aufstellen. "Das war wirklich genial. In nullkommanix, keine Stunde später, hatten wir schon Ersatz." Nach einem kurzen Schreck ging das närrische Treiben also wie gewohnt weiter, gemäß dem Motto: "Narrebaum kaputt. Narri, narro, d nägscht Narrebaum isch do."

Übeltäter kann sich warm anziehen

Doch vom Tisch ist die Sache nicht. Den nun sind die Neukircher erst einmal auf der Suche nach dem Übeltäter. "Alle hören sich um, und über die sozialen Medien geht das ja rasant, es trudeln immer mehr Hinweise ein", berichtet sie. So sei der Austausch via Whatsapp, Facebook und Instagram derzeit rege. Bis nach Furtwangen und Gütenbach zöge sich die Suche. Und: "Manche haben Wildkameras aufgestellt und waren der Meinung, den Täter schon gefunden zu haben."

Aus Sicht der Neukircher Närrin kann sich dieser schon jetzt warm anziehen, denn, sagt sie lachend: "Der Zusammenhalt der Narren in Neukirch ist sehr groß."