Die Jugendherberge in Rottweil ist während der Fasnet immer ausgebucht. Foto: Leonhardt

Zur Rottweiler Fasnet sind die Hotelzimmer stark ausgebucht, teils schon seit Monaten. Ein Hotel wird zur närrischen Zeit jedoch keine Gäste beherbergen können.

Auch in diesem Jahr wird Rottweil wieder zum Fasnet-Hotspot für tanzende Hexen, schaulustige Anwohner und trinkfreudige Gäste. Am meisten dürfte sich jedoch die Gastronomie freuen, denn viele Fasnetsbesucher haben sich eigens für das Narrenfest eine Unterkunft gebucht.

 

„Der Großteil der Zimmer ist fast ein Jahr im Voraus ausgebucht“, berichtet Christopher Bier-Nürnberg vom Hotel Lamm in Rottweil. Das Vier-Sterne-Hotel erwartet laut dem Mitpächter erneut eine hohe Auslastung.

Trotz der großen Zahl an Gästen und des erhöhten Alkoholkonsums während der Fasnetszeit hat Bier-Nürnberg keine Bedenken, dass es im „Lamm“ unruhig werden könnte: „Im Normalfall benehmen sich die Leute in unserer Unterkunft.“

Übernachtungen auch in der Altstadt möglich

Ebenfalls gut ausgelastet ist das Hotel Bären. „Zu Jahresbeginn war es noch nicht so stark ausgebucht wie jetzt“, erklärt Betriebsleiterin Elena Klausmann. Im Gegensatz zu vielen anderen Rottweiler Hotels liegt das Bärenquartier nicht direkt in der Stadtmitte, sondern in Rottweil-Altstadt.

„Viele Gäste möchten zentral übernachten, um neben der Fasnet noch andere Angebote wahrzunehmen. Aber auch hier in der Altstadt gibt es einige Restaurants“, so Klausmann. Künftig dürfte es im Hotel Bären sowieso mehr Anfragen für Übernachtungen als früher geben.

Zum Jahreswechsel gab es nämlich einen Betreiberwechsel, wodurch im „Bären“ mittlerweile auch am Wochenende übernachtet werden kann. Daher sei es laut Klausmann schwer, „2026 mit dem Vorjahr zu vergleichen“.

Familie Haas bietet sogar zwei Unterkünfte an

Etwas länger im Geschäft ist da die Familie Haas. Mathias und Ulrike Haas leiten seit 2008 die „Pension Haas“ neben Rottweils Testturm und seit 2019 das nebenliegende „Hotel am Testturm“. „Wo unsere Pension steht, war früher ein Schweinestall. Doch dann wurde der Stall abgerissen, und wir haben alles umgebaut, bis wir unsere Pension eröffnen konnten“, blickt der gelehrte Landwirt zurück.

Eine Gasthaus-Familie in zweiter Generation: Nadine Heckmann (links) ist mittlerweile voll im Tagesgeschäft ihrer Eltern (rechts) involviert. Foto: Leonhardt

Seine Frau Ulrike, die beruflich in der Gastronomie lange gearbeitet und den „Traum einer eigenen Unterkunft hatte“, übernimmt dabei die leitende Rolle. Unterstützt wird das Ehepaar von ihrer Tochter Nadine Heckmann, die mittlerweile ebenfalls in leitender Rolle mitwirkt. Vor allem in der Fasnetszeit, in der insbesondere die Pension immer ausgebucht ist. „Während Fasnet herrscht eine besondere Stimmung bei uns. Es ist etwas lockerer, und die Leute sind gut drauf. Aber natürlich erledigen wir die Arbeit im Sinne der Zufriedenheit der Gäste“, resümiert Ulrike Haas die bisherige Auslastung über die Narrentage. So können die Haas-Gäste während Fasnet nicht wie sonst ab 7 Uhr, sondern sogar schon ab 6 Uhr frühstücken. Zudem erhoffen sich die Pensionsleiter noch mehr Kundschaft, sobald Rottweils Hängebrücke fertiggestellt und eröffnet ist.

Die Traube wird renoviert

Wer sich keinerlei Gedanken über Gäste machen muss, ist Skerdilajd Lamaj. Der Betreiber des griechischen Restaurants Dionysos Traube, das auch Übernachtungsmöglichkeiten anbietet, hat im Fasnet-Februar ausnahmsweise keine Kapazitäten, um Besuchern eine Unterkunft zu bieten. „Im Moment renovieren wir die Zimmer und haben keinen Platz, um Gäste übernachten zu lassen. Vielleicht sind wir Anfang März fertig mit der Renovierung“, ist sich Lamaj noch nicht ganz sicher.

In Rottweil kann während der Fasnet aber nicht nur in Hotels, sondern auch in der Jugendherberge übernachtet werden. „Über Fasnet sind wir von Sonntag bis Dienstag so gut wie immer ausgebucht“, berichtet Karolina Raupach. Die „Herbergsmutter“ leitet die Jugendherberge seit mittlerweile vier Jahren und blickt auf eine durchweg positive Zeit zurück: „Seit Corona sind wir immer gut ausgelastet gewesen, und das Klientel ist sehr gemischt.“

Franzosen begeistern sich für die Fasnet

Raupach erzählt nicht nur von Familien, Einzelpersonen und Paaren, sondern auch von fasnetsbegeisterten Rentnern oder sogar von Weggezogenen, die extra für die Feiertage in ihre Heimat zurückkehren – und das oft nicht nur einmal: „Seit Jahren buchen manche Gäste direkt beim Auschecken schon für das nächste Jahr.“

So auch zwei Franzosen aus dem elsässischen Sélestat, die in diesem Jahr krankheitsbedingt absagen mussten, dafür aber bereits ihre Unterkunft für 2027 gebucht haben. Dann allerdings nicht für den Zeitraum vom 12. bis 18. Februar, sondern vom 4. bis 10. Februar – dann stehen 2027 schließlich die hohen Tage der fünften Jahreszeit an.