Die "Pink Pämpärs" legen mit ihren neuen Kostümen einen imposanten Auftritt hin. Foto: Schwind

Begeisternd, eindrucksvoll und mit einem Power-Programm meldete sich die Fasnet in der Sulzer Stadthalle im Backsteinbau beim Narrenfreundschaftstreffen der Sulzer Hexen am Samstagabend zurück.

Sulz - Sechs Narren-, neun reine Hexenzünfte sowie drei Guggenmusiken gaben sich ein Stelldichein in der noch recht jungen Fasnet 2023. Man nehme einen Hexentanz, drei Guggenmusiken und ebenso viele Showtanzgruppen, mische sie kräftig durcheinander und es entsteht ein Abend mit einem abwechslungsreichen Programm und Beiträgen, die das Publikum begeistern.

Los ging es mit der Guggenmusik "Baiza Krageeler" aus Börstingen, die das feierwillige Publikum mit einem Kaltstart sofort von null auf 100 brachte. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt verwandelten die Guggenmusiker lautstark die dekorierte Sulzer Stadthalle in einen Hexen- und Feiertempel, in der es gleich zu Beginn schon niemanden mehr auf den Sitzen hielt.

Gruselstimmung macht sich breit

Gruselig und ganz nach dem Sulzer Motto "Hexenfeuer im Gemäuer" präsentierten die Urnburghexen des Weitinger Narrenvereins "Bettschoner" ihren Hexentanz. Ihren Namen haben sie von der nahe gelegenen Ruine "Urnburg" als Treffpunkt mitternächtlichen Hexenspuks abgeleitet. Die Hexenbrut faszinierte mit ihren gekonnt schaurigen und schönen Einlagen.

Die "18-Stunden-Musiker" aus Sulz sorgten 1985 mit ihren Gugga-Auftritten in der Stadt und in der Umgebung für Furore. So folgte 1998 die Vereinsgründung und das erste Guggentreffen in der "Halle 18". Die "18-er" waren der erste Verein, der im heutigen Backsteinbau eine Großveranstaltung durchgezogen hatte.

Nichts verlernt

2019 kam es zur Vereinsauflösung, was ihnen aber keinen Abbruch tat, denn sie spielen zur Freude ihrer vielen Fans nach wie vor eine begeisternde Musik. Und dass sie in den Corona-Jahren nichts verlernt haben zeigte ihr starker Auftritt mitten unter den Besuchern auf den Tischen und Bänken bei den Sulzer Hexen.

In einem Block von Showtänzen zeigte das Zigeunerballett der Narrenzunft "Zigeuner" Untertalheim, die Käpfle Hexen Hemmendorf und die Tänzerinnen der Narrenzunft Jettingen begeisternde Tänze.

Rhythmusgefühl, Eleganz, eine Sportlichkeit und immer ein Lächeln im Gesicht zeichneten die jungen Showtanz-Mädchen aus. Da fliegen lange Beine in ausgeklügelten Choreographien, die sie in vielen Trainingseinheiten einstudiert haben, über die Bühne. Tolle Hebefiguren und meterhohe sehenswerte Pyramiden in den perfekt durchchoreographierten Tänzen wechselten sich ab und führten immer wieder zu Beifallsstürmen.

Pure Spielfreude auf der Bühne

Seit dem Jahr 1994 hat die Stadt Sulz den Luxus, mit den damals neugegründeten "Pink Pämpärs" gleich zwei Guggenmusiken im Stadtgebiet zu haben und man sah ihnen ihre Lust, mit dem Heimvorteil und in ihren neuen Kostümen beim Hexenball aufzutreten, förmlich an und so versprühten sie ihre pure Spielfreude unter dem bunt gemischten Besuchern.

Mit ihren 40 Musikern sorgte die Gruppe für eine Klangfülle, die die Sulzer Stadthalle geradezu zum Bersten brachte. Mit Danyel Gérards Top-Hit aus den 70er-Jahren "Butterfly" setzten sie ein weiteres Ausrufezeichen hinter ihrem phänomenalen Auftritt, ehe sie die Bühne verließen.

In dem vierstündigen Programm, durch das der gut gelaunte Sulzer "Hexenchef" Markus Faber führte, zeigten die vielen Narren im Backsteinbau wie vielfältig und generationsübergreifend die Fasnet sein und ganz nebenbei den Weg für freundschaftliche Beziehungen ebnen kann.