Im Januar sollen die Trassen-Bauarbeiten für das Nahwärmenetz in Bad Rippoldsau starten. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend hat das Gremium Aufträge in Höhe von rund 336 000 Euro für das Projekt vergeben.
Den Löwenanteil des Betrags macht die Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (EMSR-Anlage) mit etwa 253 000 Euro aus. Den Zuschlag dafür erhielt die österreichische Firma Aquotec.
Die Kosten für die Rohrlieferung beziffern sich auf rund 83 000 Euro, für die die Firma Clean Energy das günstigste Angebot abgegeben hatte. Die Rohre liegen bereits an der Kläranlage, wo sie zwischengelagert worden waren.
Per Umlaufbeschluss muss noch eine Auftragserweiterung an den Heizungsbauer Kopp & Mahlendorf erfolgen für einen Abgaswärmetauscher in der Kesselanlage der Heizzentrale (rund 40 000 Euro netto). Laut Prüfung des von der Gemeinde beauftragten Planungsbüros Zelsius ergibt sich durch die Nachbearbeitung trotz Teuerung keine Änderung am Ausschreibungsergebnis.
Planer erkrankt
„Es hat sich alles verzögert aus verschiedensten Gründen“, erklärte Lukas Dannhardt vom Planungsbüro Zelsius, der den aktualisierten Zeitplan vorstellte. Krankheit und Urlaub seien die Gründe für den Aufschub, so Dannhardt.
Die Planung der Elektroanlage erfordert aufgrund des Ausfalls des ursprünglichen Planers aus gesundheitlichen Gründen eine Neuvergabe. Anfang November soll die Ausschreibung erfolgen, bis Mitte November sollen auch Rohrverlegungs- und Tiefbauarbeiten ausgeschrieben werden.
Bis März soll die Regelungstechnik laufen und im Mai ein Probebetrieb bis zur Übergabe der Heizzentrale erfolgen. Die Feinabstimmung der Zusammenführung der mitverlegenden Gewerke erfolgt laut dem Zeitplan Dannhardts Ende September. Für den Bau der Trassen veranschlagt er eine Bauzeit von Januar 2025 bis Ende Juli 2026. Etwa 900 Meter – größtenteils die Hauptstrecke laut Dannhardt – sollen verlegt werden. Danach hatte sich Gemeinderätin Petra Schoch (FWV) erkundigt.
Beide Vergaben erfolgten einstimmig, die Auftragserweiterung der Firma Kopp & Mahlendorf erfolgt per Umlaufbeschluss.
Ein 4,5-Millionen-Projekt
Das Projekt Nahwärme in Bad Rippoldsau mit einem Investitionsvolumen von rund 4,5 Millionen Euro hat sich bisher um etwa ein Jahr verzögert. Im November 2023 hatte Projektleiter Lukas Dannhardt den Start des Ausbaus des Nahwärmenetzes auf Anfang 2024 terminiert. Die seinerzeit vorgestellten Zahlen: Leitungen und Übergabestationen 2,3 Millionen Euro, Gebäude 618 000 Euro, Pufferspeicher 75 000 Euro, Holzkessel/Hydraulik 452 000 Euro, Elektroarbeiten 156 000 Euro, Spitzenlastkessel 33 000 Euro, Planerhonorar nach Schlussrechnung. Das Projekt werde voraussichtlich zu 39,7 Prozent gefördert, das Fremdkapital mache 40,6 Prozent aus.