Die Baustelle in Klosterreichenbach für das neue Nahwärmenetz läuft auf Hochtouren. Foto: Braun

Die Bauarbeiten für das Projekt Nahwärme-Versorgung in Klosterreichenbach laufen auf Hochtouren. Aktuell werden an verschiedenen Stellen die Straßen aufgegraben, um Leitungen und Rohre für die Anbindung an das neue Nahwärme-Netz zu verlegen.

Baiersbronn-Klosterreichenbach - Florian Schlenk, der zuständige Projektleiter der Gemeindewerke Baiersbronn, spricht von einer bisher gut laufenden Baustelle und zeigt sich zufrieden mit der Zahl der Anschlüsse an das neue Netz.

Die Realisierung des Großprojekts in Klosterreichenbach ist in vollem Gange. Bereits im Herbst 2019 wurde in einer Bauzeit von rund drei Monaten der Bauabschnitt vom Freibad zum Seniorenpflegeheim Sonne Post umgesetzt. "Das Altenpflegeheim wird seitdem schon mit Wärme vom Freibad versorgt, dies soll dann aber nach Fertigstellung von der Heizzentrale aus erfolgen", erklärt Schlenk. Dafür soll auch der Abschnitt der schon vorhandenen Leitung in der Murgtalstraße (Sonne Post) mit der Trasse, die zurzeit im Bau ist, verbunden werden.

Arbeiten an mehreren Stellen gleichzeitig

Seit Anfang April werde im aktuellen Bauabschnitt eine Trasse von der Grundschule über die Sporthalle, dann über die Straße am Wiesenrain, die Röter Straße und die Murgstraße geführt. Außerdem würden Bauabschnitte auf der Baiersbronner Straße bis zum Einmündungsbereich Rosenbergweg erfolgen. "Die Firma Strabag arbeitet an mehreren Stellen gleichzeitig, die verschiedenen Kolonnen stimmen sich untereinander ab, sodass der Baufortschritt beschleunigt wird", so Schlenk. Wenn alles gut laufe, sei mit einer Fertigstellung des Bauabschnitts bis zum Spätherbst zu rechnen.

"Eine Vollsperrung auf der Bundesstraße wird es voraussichtlich nicht geben. Bisher können alle Abschnitte mit einer Ampelregelung bearbeitet werden", so Schlenk. Abschnittweise werde es aber Vollsperrungen in den Nebenstraßen geben. Auch auf der Bundesstraße könne es temporär zu zusätzlichen Einschränkungen kommen.

Der aktuelle Bauabschnitt beinhaltet mehr als 2600 Meter Leitungsbau inklusive der Hausanschlüsse. "Es werden über 50 Gebäude angeschlossen. Wir sind zuversichtlich, dass noch weitere Anschlusswillige dazu kommen werden", sagt Schlenk. Die Beratungen hätten sich aufgrund der Corona-Pandemie zeitlich verzögert. Einige Entscheidungen von Bürgern über einen Anschluss an das Wärmenetz stünden daher noch aus.

"Jeder, der möchte und an der Trasse liegt, kann aber auch anschließen, da das Netz entsprechend groß ausgelegt wurde", betont Schlenk. Es werde wohl mehr Anschlussnehmer geben als in der Wirtschaftlichkeitsberechnung bisher berücksichtigt. Dies stimme positiv. "Je mehr mitmachen, desto besser."

Die Baukosten für den aktuellen Abschnitt beziffert Schlenk mit rund 1,3 Millionen Euro netto. Die Gesamtkosten betragen laut einer vorläufigen Schätzung rund fünf Millionen Euro. "Wir werden aber wahrscheinlich über den fünf Millionen Euro netto liegen, da der Ausbau des Netzes wohl größer als ursprünglich geplant ausfallen wird."

Heizzentrale ist noch nicht im Bau

Die Wärme soll vorrangig von einer in der Röter Straße geplanten Heizzentrale kommen, die aber noch nicht im Bau ist. Dort soll nach den ersten Planungen des Architekten durch große Glasscheiben eine Art Schauzentrale entstehen, um Passanten einen Einblick zu bieten. "In der Heizzentrale wird ein Hackschnitzelkessel mit einer Nennwärmeleistung von 800 Kilowatt errichtet", erklärt der Projektleiter. Zusätzlich würden zwei Gaskessel mit Flüssiggas zur Abdeckung von Spitzenlasten eingebaut. Neben dem geplanten Hot-Mobil, wie sich das Wärmeaggregat nennt, das bei einem Ausfall von einer Wärmequelle zur Versorgungssicherheit beiträgt, wird auch der Wäschereibetrieb Kafa in das Netz eingebunden.

Dort stehe ein erhebliches Wärmepotenzial zur Verfügung, das zurzeit noch ungenutzt entweiche und künftig für die Wärmeversorgung genutzt werden solle, erklärt Schlenk.

Als zusätzliche Redundanz stehe die vorhandene Heizanlage im Freibad, beziehungsweise der Reichenbachhalle, bereit, die künftig allerdings nur noch bei Bedarf betrieben werden soll. Sollte alles nach Plan laufen, könnte das Projekt bis 2023 abgeschlossen werden. Ein weiterer Ausbau des Netzes sei aber bei Interesse auch in den kommenden Jahren möglich.

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