Vor der Fertigstellung steht die Heizzentrale für die Nahwärmeversorgung. Die Inbetriebnahme ist für Januar geplant. Foto: Ade

Um die Inbetriebnahme der Heizzentrale im Januar und die Entwicklung der Energiepreise ging es bei der ersten Hauptversammlung der Bürgerenergie Schoploch eG.

Um die Inbetriebnahme der Heizzentrale im Januar und die Entwicklung der Energiepreise ging es bei der ersten Hauptversammlung der Bürgerenergie Schoploch eG.

SchopflochRund 60 Mitglieder verfolgten die Versammlung, die wegen Corona vorsichtshalber online stattfand. Der Aufsichtsratsvorsitzende Markus Kugler führte durch die Versammlung, den Bericht des Vorstands sowie aktuelle Informationen zur Bürgerenergie Schopfloch gab Vorstand Christoph Kugler. Bürgermeister Klaas Klaassen führte die Entlastung herbei. Die Wahlen und die anderen Beschlüsse erfolgten per Klick.

Nach langer Vorbereitungsphase mit Einwerbung von Anschlussnehmern sei das Projekt "Nahwärme Schopfloch" voriges Jahr gestartet, sagte Vorstand Christoph Kugler. Unter anderem war für den Start die Bereitstellung der erforderlichen Finanzierungsmittel Voraussetzung. Diese wurden zum Teil durch die Mitglieder in Form von Geschäftsguthaben erbracht. Der wesentliche Teil wurde allerdings durch Darlehen finanziert.

Mit Solaranlage soll es bald weitergehen

Der Bauabschnitt "Solaranlage" sei noch nicht beauftragt und auch noch nicht finanzierbar. Dies erfolge jedoch demnächst. Kugler sagte, dass der Jahresabschluss und die Gewinn- und Verlustrechnung 2020 nur wenige erste Geschäftsvorfälle und erste Anlaufkosten aufzeigten.

"Unser aller Bürgerenergie-Projekt ist eine gute und wertvolle Sache", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Markus Kugler in seinem Bericht und betonte mit Blick auf die laufenden Bauarbeiten für die Nahwärme, dass man sich freue, dass es gut vorangehe und bald abgeschlossen werden könne.

Aus dem Aufsichtsrat scheiden Reinhold Schwarz, Manfred Maier, Volker Bergdoll und Markus Kugler aus. Ihnen dankte Markus Kugler für ihre Mitarbeit. Bei den Wahlen wurden Manfred Maier, Sabine Angela Klotz, Friedrich Barth, Patrick Michelmann, Matthias Vogt, Friedhelm Schmid (als Vertreter der Gemeinde Schopfloch) und Markus Kugler neu ins Gremium gewählt. Die Amtszeiten der Vorstände Helmut und Christoph Kugler beträgt laut Satzung drei Jahre. Diese werden vom Aufsichtsrat in der nächsten Sitzung neu ernannt. Neu in den Vorstand kommt Thomas Winter, so Markus Kugler. Man werde ihn in der nächsten Aufsichtsratssitzung berufen.

Zum aktuellen Verfahrensstand informierte Vorstand Christoph Kugler. Halb Schopfloch war und ist seit dem Spatenstich im April Baustelle – ganze Straßenzüge wurden aufgerissen, um Nahwärmerohre und gleichzeitig auch Breitbandverkabelungen zu verlegen. Fortgeschritten sind auch die Bauarbeiten an der Heizzentrale in der Bereits der Hackschnitzelkessel und E-Filter stehen. Fertig soll das Gebäue Ende November sein. Die Heiztechnik wird wohl im Januar fertig sein und in Betrieb gehen. Dann werden die ersten gut 50 Gebäude mit Wärme versorgt.

Nach der Fertigstellung der Deponieoberfläche ist der Bau einer Solaranlage, die ins System der Nahwärme eingebunden wird, vorgesehen.

Preis trotz turbulenten Markts gehalten

Aktuell wurden etwa 2500 Meter Hauptleitung verlegt, 57 Hausanschlüsse erstellt und die Gebäudekonstruktion der Heizzentrale fertiggestellt, sagte Christoph Kugler. Die Inbetriebnahme des ersten Netzabschnitts soll im Januar nächsten Jahres sein. Weitere Bauabschnitte werden folgen. Geplant ist eine Gesamtnetzlänge von rund 7500 Metern und gut 160 Hausanschlüssen. Derzeit sind es 135 Anschlüsse.

Kugler sprach von einer Gesamtinvestition ohne Hausanschlüsse von kalkuliert knapp 5,9 Millionen Euro. Zuschüsse von KfW und Land seien bewilligt.

Die Energiepreise liegen wie im Januar 2018 schon angegeben bei 8,3 Cent/kwh zuzüglich Mehrwertsteuer. Dass die vor drei Jahren vereinbarten Energiepreise gehalten wurden, obwohl der Energiemarkt aktuell sehr turbulent sei, stelle ein Riesenplus für die Kunden dar, so Aufsichtsratsvorsitzender Markus Kugler. Er betonte, dass die erneuerbaren Energien es ermöglichten, diese Preisstabilität noch zu halten.