Der Gemeinderat besichtigte auch den Bunker für die Holzhackschnitzel. Foto: Ziechaus

Die neue Heizzentrale für den Rathausverbund wurde am 23. Dezember in Betrieb genommen und jetzt vorgestellt.

Das hohe Gebäude neben der Werner-Staiger-Halle für die Heizzentrale im Verbund mit dem Rathaus und der neuen Kita wurde vom Gemeinderat besichtigt.

 

Rechtzeitig vor der Eröffnung der neuen Kita St. Elisabeth wurde die Heizungsanlage in Betrieb genommen, berichtete Bürgermeister Michael Moosmann. Momentan werden mit der neuen Heizungsanlage bereits die neue Kita und das Lehrerwohnhaus beheizt. Nach Einrichtung der Übergabestationen folgen Werner-Staiger-Halle, Bürgerhaus, Rathaus, Feuerwehrhaus, Pfarrhaus und die bisherige Kita. Das soll noch in der ersten Jahreshälfte erfolgen. Mit einem zweiten Strang werden zusätzlich drei Privathäuser am Landelhof angeschlossen.

Eine Lieferung pro Woche

Der Heizkessel mit einer Leistung von 350 Kilowatt wird mit Hackschnitzel zwei große Pufferspeicher mit jeweils 7500 Liter versorgen. Zusätzlich steht noch ein Gaskessel für Spitzenlasten oder Übergangszeiten bereit. Der Speicher für Hackschnitzel ist neben dem Kesselgebäude in der Erde eingebaut und kann bei der Anlieferung direkt befüllt und per Rolldach abgedeckt werden.

Der Bürgermeister rechnet in der kalten Jahreszeit mit einer wöchentlichen Lieferung von Hackschnitzeln für die Wärmeversorgung im Rathausverbund. Auch der Lieferant kommt aus Hardt: Markus Weißer ist für die Lieferung der Hackschnitzel verantwortlich. Diese stammen aus Hölzern aus regionalen Wäldern.

Deren Qualität wird über die erzeugte Wärmeleistung nachgewiesen und abgerechnet. Für die Anlieferung von Hackschnitzel mit Lkw fallen allerdings Parkplätze hinter der Halle weg. Bisher sei die Anlage gut gelaufen und bei Problemen, etwa bei Verstopfungen bei der Förderung, sei schnell Abhilfe geschaffen worden.

650 000 Euro investiert

Damit wird auch die CO2-Bilanz der Gemeinde deutlich verbessert. Mit den veranschlagten 300 Tonnen Hackschnitzel pro Jahr könnten theoretisch 35 Einfamilienhäuser beheizt werden.

Die Gemeinde Hardt investiert hier 650 000 Euro für die Rohrnetze, das Gebäude für die Anlage, für den Hackschnitzelbunker und die Technik. „Wir erhalten 200 000 Euro Förderung vom Bund“, sagte Moosmann. „Wir können es uns leisten, was ,Gescheites’ zu machen“, freut er sich. Man wollte es einmal richtig machen anstatt auf viel Stückwerk zu seten. Ein netter Nebeneffekt sei die Klimaneutralität der neuen Heizung.

Der Komplex benötige etwa 400 000 Kilowattstunden pro Jahr und damit genau so wie die Arthur-Bantle-Halle und die Grundschule. Somit sei der Verbrauch an fossiler Energie nun halbiert worden, sagt Moosmann.

Gasheizung 23 Jahre alt

Zudem ging er auf die Gründe ein, warum diese Lösung gewählt wurde. Die Gasheizung im Rathaus war 23 Jahre alt und hätte voraussichtlich nur noch einige Jahre gehalten. Die neue Kita benötigte ebenfalls eine Heizung. „Eine separate Pelletsheizung wäre nicht optimal gewesen“, so der Bürgermeister. Eine neue Gasheizung wäre aufgrund der Vorschriften – 65 Prozent Ökoanteil – ebensowenig praktikabel wie eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren, die eine riesige Fläche benötigt hätte.