Der Gemeinderat hat bei zwei Gegenstimmen dafür votiert, eine Fachfirma mit der Realisierung des Projekts „klimaschonendes Heizen“ zu beauftragen.
Die bundesweite Wärmeversorgung im Gebäudesektor soll bis 2045 klimaneutral sein. In Bitz ist klimaschonendes Heizen bald keine ferne Vision mehr: Schon in zwei Jahren könnten die ersten Bitzer Haushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen werden.
Lange herrschte Funkstille bezüglich des geplanten Nahwärmenetzes. Im Februar 2022 hatte der Gemeinderat beschlossen, für die Gemeinde ein Quartierskonzept als Grundlage für die Planung eines Nahwärmekonzepts zu erstellen.
Schon bald erwiesen sich die Pläne als machbar und wirtschaftlich. Was fehlte, war ein geeigneter Betreiber. Dieser muss die Heizzentrale bauen und das Netz betreiben.
Im Februar 2024 meldete sich Mario Schneider von der Firma GP Joule GmbH bei der Bitzer Verwaltung und bot die Firma als potenziellen Betreiber eines Nahwärmenetzes in Bitz an. Er gab allerdings in der Gemeinderatssitzung im Juli 2024 ein klares Statement ab: „Wir bauen nur dann, wenn sich genügend Haushalte beteiligen.“
Genügend Bürger haben Interesse signalisiert
Der neu gewählte Gemeinderat beauftragte die Bürgermeisterin Raphaela Gonser, einen Gestattungsvertrag samt Vereinbarung zum Grundstück für die Heizzentrale mit der Firma GP Joule auszuhandeln. Inzwischen wurde mit potenziellen Anschlussnehmern gesprochen, Untersuchungen angestellt und Stichprobenbefragungen durchgeführt.
Im März 2025 gab die Firma die positive Rückmeldung, das Nahwärmenetz in Bitz realisieren zu wollen. Ein solches besteht aus einer zentralen Heizungsanlage, einem Verteilnetz und mehreren Hausübergabestationen.
Während die zentrale Anlage Heizwärme mit einer Leistung von meist weniger als einem Megawatt erzeugt, transportieren gedämmte Erdleitungen diese zu den angebundenen Gebäuden. Dort übergibt ein Wärmeübertrager die Energie an die Warmwasser-Heizungsanlage im Haus.
Frage der Kosten ist noch offen
Als Standort für die Heizzentrale ist im Moment das Gelände des alten Sportplatzes neben dem alten Schuppengebiet vorgesehen. Weitere Untersuchungen, beispielsweise ein Lärmgutachten, werden noch durchgeführt. Für die Verlegung der Leitungen im Straßennetz sowie die Errichtung der Heizzentrale müssen jeweils Gestattungsverträge mit der GP Joule GmbH abgeschlossen werden.
Auf die Frage von Gemeinderätin Margitta Barth nach den Kosten musste die Bürgermeisterin passen: Erst müsse der Beschluss über die Gestattungsverträge in trockenen Tüchern sein, dann könne die Bürgerschaft in einer Informationsveranstaltung genauere Details erfahren.
Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung mit zwei Gegenstimmen zu, dass die Firma GP Joule GmbH mit der Umsetzung eines Nahwärmenetzes auf Basis eines regenerativen Energieträgers beginnt. Das Gremium beauftragte die Bürgermeisterin mit dem Abschluss von Gestattungsverträgen zur Errichtung der Heizzentrale sowie der Leitungen.
Zeitplan
Der Baubeginn wäre im Frühjahr 2027 möglich. Ende 2027 könnten die ersten Haushalte angeschlossen werden. Wie Bürgermeisterin Raphaela Gonser mitteilte, ist eine Bürgerinformationsveranstaltung
zum Nahwärmenetz am Dienstag, 22. Juli, geplant.