Der Bau des Nahwärmenetzes ist für die Gemeinde ein wichtiges Großprojekt. (Archivbild) Foto: Kern

Der Bau des Nahwärmenetzes war erneut Thema im Gemeinderat in Bad Rippoldsau-Schapbach. Dabei wurde deutlich, wie viele andere Baumaßnahmen mit dem Projekt verbunden sind. Entsprechend ging es auch um den Breitbandausbau und die Kläranlage.

Bis Mitte des Jahres 2027 soll die Nahwärme in Bad Rippoldsau in Betrieb gehen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung waren dem Thema drei Tagesordnungspunkte gewidmet.

 

Einstimmig vergeben wurden Rohr- und Tiefbauarbeiten mit einem Volumen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro netto an die Firma Strabag in Freudenstadt. Mitverlegt werden Wasserleitungen und Leerrohre für den Breitbandausbau. Das Überlandwerk Mittelbaden wird zudem die gesamte Trasse sanieren und erweitern, weil die Freileitungen vom Dach in die Erde kommen sollen.

„Das Vorhaben hat sich zu einem riesigen Infrastrukturprojekt entwickelt,“ stellte Bürgermeister Bernhard Waidele fest. Projektleiter Lukas Dannhardt informierte über ein gutes Ausschreibungsergebnis: „Über alle Gewerke hinweg liegen die Kosten etwa 600 000 Euro unter dem Planansatz.“

Abenteuerlich verlegt

Die 3,5 Millionen Euro teilen sich auf in jeweils gerundete Nettobeträge: 1,96 Millionen Euro für das Nahwärmenetz, 413 000 Euro für die Wasserleitungen, 600 000 Euro für den Breitbandausbau und 545 000 Euro für die Kabelverlegungen für das Überlandwerk – letzteres kostenneutral für die Gemeinde.

Zuschüsse sind laut Dannhardt aus den jeweiligen Fördertöpfen zu erwarten. Bauingenieur Dietmar Ribar vom Büro Zink erläuterte, dass in dem Bereich die Sanierung der maroden Wasserleitungen notwendig sei. Diese seien dort teilweise „abenteuerlich“ verlegt worden.

Ebenfalls einstimmig vergab der Rat die Architektenleistungen für den ersten Bauabschnitt des Umbaus vom Klärwerk zur Heizzentrale in Höhe von circa 12 600 Euro an Architekt Klaus Gall aus Pfalzgrafenweiler. Der Betrag beinhaltet auch die örtliche Bauüberwachung.

„Ihr Mut hat sich gelohnt, denn im Februar war die Förderung noch nicht bewilligt, doch die Zeit drängte,“ so Gall. Anfang April kam der Zuwendungsbescheid und im gleichen Monat konnten die ersten Gewerke vergeben werden. Der Heizkessel wurde im Dezember geliefert und in den nächsten Wochen soll der Pufferspeicher eintreffen.

Der Architekt wurde auch mit den Leistungen des Bauabschnitts II, beauftragt – der Planung für eine Hackschnitzellagerhalle mit Trocknung. Die südlichen Nachklärbecken sollen hierzu umgebaut werden. Grundlagenermittlung, Vor- und Entwurfsplanung bis zur Genehmigungsplanung werden mit rund 8400 Euro netto zu Buche schlagen. Hinzu kommen etwa 9500 Euro netto für die Tragwerksplanung im Nachklärbecken einschließlich des Dachaufbaus durch das Fachingenieurbüro Stetter-Maier-Schmid aus Schopfloch.

Baustart noch dieses Jahr

Die Halle mit einem sogenannten Kratzboden wird laut Gall etwa dreißig Meter lang, die Kosten für das Gebäude schätzt er auf rund 400 000 Euro. Anvisiert ist ein Förderband als technische Einrichtung. Bis Februar soll der Bauantrag eingereicht werden. Die Umsetzung soll noch in diesem Jahr beginnen.

Das Planungsbüro Zelsius erstellt auf Anregung von Gemeinderat Bruno Armbruster (CDU) eine Kostengegenüberstellung verschiedener Vorgehensweisen hinsichtlich der Kubatur der Halle. Die Aufstellung wird laut Projektleiter Dannhardt unter dem Aspekt von unter anderem Nutzungsdauer und anfallende Personalkosten erstellt.