Seit eineinhalb Jahren gibt es die Bürgerinitiative Nahversorgung Neuhengstett. Ihr derzeitiges Ziel? Einen Bäcker für den Ort. Für die Umsetzung bedarf es noch Helfern.
Frische Brötchen direkt beim Bäcker im eigenen Ort holen? Davon kann man in Neuhengstett aktuell nur träumen, denn eine Bäckerei gibt es in der Waldensergemeinde derzeit nicht.
Die Bürgerinitiative Nahversorgung Neuhengstett möchte das ändern.
Den Versuch, einen Bäcker zu finden, gibt es schön länger, ist von Marita Hagedorn von der Initiative zu erfahren. Vor ungefähr eineinhalb Jahren habe sich die Gruppe das erste Mal getroffen und dann ein Umfrage gestartet, was der Bevölkerung in ihrem Dorf fehlt.
Großer Wunsch nach Bäcker
Dabei sei vielfach der Wunsch nach einer Bäckerversorgung aufgekommen. Die „Bürgerumfrage hatte gezeigt, dass die Rückkehr eines Bäckers zu den am häufigsten genannten Anliegen der Bevölkerung zählt“, so Hagedorn.
Im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet sie, dass die Initiative lange versucht habe, einen Bäckereibetrieb fest anzusiedeln. Das habe sich „bislang als schwierig erwiesen“. Die einzelnen Bäcker hätten auf Nachfrage alle mit der Begründung von Personalmangel abgelehnt. Man musste kreativ werden: So entstand die Idee, den Verkauf selbst zu stemmen. „Geplant ist ein ehrenamtlich unterstütztes Verkaufsangebot für frische Backwaren“, teilt die Initiative mit.
„Konkret sollen samstags von 7.30 bis 10.30 Uhr Backwaren im Ort angeboten werden.“ Dafür braucht es Unterstützung – drei Personen pro Samstag.
Helfer werden gesucht
Eine zweite Umfrage machte in Neuhengstett die Runde, in der sich Helfer melden konnten. Mittlerweile hätten sich 30 bis 40 Personen gemeldet, die das Projekt gerne unterstützen würden, verkündet Hagedorn die doch beachtliche Zahl.
Allerdings sei nicht Sinn der Sache, dass die Freiwilligen jeden Samstag arbeiten. Auch damit die Lust am Arbeiten nicht vergeht, wolle man noch ein paar Ehrenamtliche dazugewinnen. Ziel seien mindestens 50 Helfer. Je mehr Helfer es letztlich sind, desto besser verteilt es sich und jeder einzelne muss weniger machen, erklärt Hagedorn.
„Ob Verkaufstalent oder Neuling, jede Unterstützung ist willkommen“, betont die Bürgerinitiative. Spezielle Kenntnisse seien nicht erforderlich, zudem werde es vor dem Start eine Einführung für alle Beteiligten geben. Auch der zeitliche Einsatz könne flexibel gestaltet werden.
Weitere Voraussetzungen
Während noch kräftig nach Mitarbeitern gesucht wird, sind die „organisatorischen Voraussetzungen bereits weitgehend geschaffen“, teilt die Bürgerinitiative mit. Ein passender Raum stehe zur Verfügung. Hagedorn führt auf Anfrage unserer Redaktion aus, dass es sich bei diesem um den Begegnungsraum Rössle in der Waldenserstraße 16 handelt.
Auch ein Bäcker habe seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, die Waren zu liefern.
Sobald genügend Helfer gefunden sind, werde man mit diesem erneut in Kontakt treten. Und in diesem Zug auch abklären, was für einen Bäckereibetrieb noch angeschafft werden muss. Erst nach diesem Schritt seien dann auch die Kosten absehbar, so Hagedorn. Die Kosten sieht sie „nicht als Problem“. Denn der Raum ist da, der Bäcker zahle dann die Miete und die Mitarbeiter seien ehrenamtlich.
Ein Blick in die Zukunft
Wenn das Projekt anläuft und die Bevölkerung mitzieht, so Hagedorn, besteht möglicherweise die Chance auf einen Ausbau des Angebots. Langfristig könne sich aus dem Vorhaben möglicherweise sogar eine dauerhafte Lösung für eine verbesserte Nahversorgung in Neuhengstett entwickeln.