So sieht die grobe Planung aus für das Nahversorgungszentrum Hausen, links der Drogeriemarkt Rossmann sowie ein Getränkemarkt, rechts neben den Parkplätzen der Netto. Foto: zVg/Stadt Zell/Plan von Matthias Dietsche

Das Nahversorgungszentrum Hausen, auf der Fläche zwischen B 317 und Fluss Wiese, bekommt langsam ein Gesicht: Was geplant ist und, warum nun auch die Stadt Zell beteiligt wird.

„Errichtung eines Nahversorgungszentrum mit Drogeriemarkt in Hausen“ steht auf der Tagesordnung des Gemeinderats Zell in der kommenden Woche. Aber warum eigentlich?

 

Die Beteiligung der Stadt Zell betrifft lediglich den geplanten Rossmann-Drogeriemarkt mit höchstens 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Denn für einen solchen sei Hausen eigentlich zu klein und habe zu wenig Einwohner. Deshalb sei hier eine interkommunale Abstimmung notwendig, erklärt Hausens Bürgermeister Philipp Lotter im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich hoffe auf die Zustimmung des Zeller Gemeinderats, denn ich sehe es als eine gute Entwicklung für unsere Region an“, so Lotter weiter.

Und wie sieht das die Stadt Zell?

„Wir können in Zell keinen Drogeriemarkt anbieten, deshalb ist es nicht schlecht, wenn ein solcher in der engeren Raumschaft, in der nächsten Nachbarschaft entsteht“, erläutert wiederum Peter Lepkojis, Hauptamtsleiter der Stadt Zell. In Zell selbst sei das Einkaufen mit der „super Versorgung“ im Märktebereich und auch mit einem großen Parkplatzangebot sehr attraktiv, so Lepkojis weiter. Deshalb gehe er davon aus, dass die Zeller wie auch die Hausener den Drogeriemarkt in Hausen nutzen werden – und dies mit einem Einkauf im benachbarten Zell verbinden.

Durch die neuen Angebote werde die Versorgungssituation im Gebiet Hausen und Zell gegenüber den Angebotsstrukturen an anderen Orten gestärkt, so die Einschätzung. Konkret: Die Zeller und Hausener müssten für spezielle Drogerieartikel nicht mehr nach Schopfheim oder Schönau fahren – und erledigen dadurch auch ihre Lebensmitteleinkäufe eher vor Ort, so die Überlegung. Am Ende entscheidet aber der Zeller Gemeinderat am Mittwoch, ob er eine Zustimmung erteilt.

Lebensmittelmarkt als Ergänzung

Den geplanten Lebensmittelmarkt, der mit unter 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ebenfalls am südlichen Ortseingang entstehen soll, dürfe die Gemeinde Hausen in jedem Fall umsetzen – hierzu brauche es auch keine interkommunale Abstimmung, erklärt Lotter. „Ich glaube auch nicht, dass es eine Konkurrenz ist zum Angebot in Zell, sondern eine Ergänzung“, sagt Lotter. Sicher sei bereits, dass es sich beim Lebensmittelmarkt um einen Netto handeln wird, also kein Vollsortimenter. Dieser bekomme außerdem eine separate Bäckerei. „Das ist gut für Hausen, weil wir keine eigenständige Bäckerei mehr haben“, sagt der Bürgermeister.

Neben dem Drogeriemarkt soll außerdem ein Getränkemarkt entstehen; für diesen sei der Betreiber noch nicht klar, sagt Lotter. Zwischen Drogerie- und Lebensmittelmarkt sind außerdem rund 100 Parkplätze geplant, hinzu kommen einige E-Ladestationen.

Konkurrenz für örtliche Betriebe

Das Nahversorgungszentrum direkt an der B 317 sei ein „Großprojekt für Hausen“, sagt Lotter. Natürlich stelle es eine Konkurrenz für die Traditionsläden im Dorf, gibt der Bürgermeister zu. Aber er macht auch deutlich: „Wir müssen Hausen in der Nahversorgung in die Zukunft führen.“ Dass weitere Läden schließen und man dann zum „Schlafdorf“ werde, wolle er vermeiden. Immerhin dauere es noch mindestens drei Jahre, bis das geplante Nahversorgungszentrum öffnen könne.

Knackpunkt: Anbindung an B 317

Aktuell sei man in der Grobplanung, es laufen Absprachen mit dem Investor, der Activ-Group aus Schemmerhofen, wegen dem Grundstück, das der Gemeinde gehört. Zu Beginn der Planungen im vergangenen Herbst waren der Hochwasserschutz und die Verkehrsanbindung als größte Herausforderungen genannt worden. Mittlerweile sehe Lotter im Hochwasserschutz keine Probleme mehr, diesen könne man gewährleisten.

Auf dieser Wiese am Hausener Ortseingang soll ein Nahversorgungszentrum mit Lebensmittel-, Drogerie-, und Getränkemarkt entstehen, mit direkter Anbindung an die Bundesstraße. Foto: Verena Wehrle

„Der Knackpunkt wird eher der Anschluss an die B 317 sein“, sagt Lotter. Die Ein- und Ausfahrt in den Markt soll von Schopfheim kommend etwas weiter vor der Einfahrt nach Raitbach liegen. Außerdem soll das Einkaufszentrum auch von der Bahnhofstraße her angefahren werden können. Es sei also noch viel zu klären. Info: Gemeinderatssitzung Zell am Mittwoch, 22. April, ab 19.45 Uhr