Barrierefrei, mit reichlich Parkplätzen, ebenerdig und gut eingeführt. Das Landratsamt bearbeitet gerade den Antrag auf Umnutzung des Melchinger Dorfladens. Foto: Rapthel-Kieser

Der Dorfladen in dem Burladinger Teilort stand jetzt über ein Jahr lang leer. Nun zeichnet sich eine neue, außergewöhnliche Nutzung ab. Wir sprachen mit Ortsvorsteher Horst Lamparth über das Wann und Was.

Schon über ein Jahr lang hängen die Melchinger, wenn es um ihre Einkaufsmöglichkeiten und die Nahversorgung mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs geht, zwischen Baum und Borke. Der jahrelang geplante Norma-Discounter ist noch nicht da, der Abriss eines Altgebäudes und der erste Spatenstich der großen Lebensmittelkette lassen nach jahrelanger Planung immer noch auf sich warten.

 

Der Dorfladen und die Discounter-Konkurrenz

Aber schon vor 13 Monaten ging der kleine Punkt-Dorfladen angesichts der übermächtigen Konkurrenz, die da am Dorfeingang zu erwarten ist, in die Knie und schloss seine Pforten. Jetzt gab Ortsvorsteher Horst Lamparth in der jüngsten Ortschaftsratssitzung bekannt, dass sich im Hintergrund eine außergewöhnliche, neue Nutzung für den Dorfladen abzeichne.

Landratsamt arbeitet an Nutzungsänderung

Im Gespräch mit unserer Redaktion wollte er den Vereinbarungen und Verträgen zwischen dem Eigentümer des Gebäudes und einem interessierten Melchinger Neubürger, dem wohl künftigen Mieter, zwar nicht vorgreifen, Lamparth bestätigte jedoch, dass das Landratsamt derzeit den Antrag auf Nutzungsänderung für das Geschäft an der Ortsdurchfahrt arbeite. Und alle Beteiligten seien „ernsthaft bei der Sache“. Das Haus sei ideal für das neue Projekt, so sagt Horst Lamparth. Es biete schließlich genügend Parkplätze, einen barrierefreien, ebenerdigen Zugang und eine Ladenfläche von 250 Quadratmetern plus großen Lagerräumen im Hintergrund. Das neue Geschäft werde aber kein Nahversorger mehr sein, betont der Rathauschef.

Aber eben auch keine Bäckerei oder gar ein Döner-Laden wehrt sich Lamparth gegen mögliche Spekulationen über die neue Nutzung des alten und gut eingeführten Ladens. Nur soviel: Auch das neue Projekt habe im weitesten Sinne mit Lebensmitteln zu tun. Und es werde für die Region auf der oberen Alb etwas Außergewöhnliches sein. „Etwas, was es auf der Alb im näheren Umfeld nicht gibt“, sagt der rührige Dorfchef.

Viele Unternehmer sind in die Bresche gesprungen

Bis Juni oder Juli, also in den Sommermonaten, so hofft Lamparth, solle dann alles in trockenen Tüchern sein. Der Dorfchef betonte zudem, wie gut andere Unternehmer ob der misslichen Nahversorgungslage der Melchinger in die Bresche gesprungen seien.

Die Gärtnerei etwa, die habe zu ihrem regionalen und frischen Gemüse auch Salmendinger Brot im Verkauf angeboten. Und auch die Aral-Tankstelle habe zusätzliche Waren ins Sortiment aufgenommen. Pizza etwa oder sogar Yoghurt und ganz viele andere Artikel, „die man so in einer Tankstelle“ nicht erwarte.

Außerdem gäbe es ja auch die prämierte Metzgerei Heinrich mit ihrer Heißtheke. Sie alle hätten das beste aus dem Nahversorger-Mangel gemacht. Und alle seien sie fußläufig erreichbar. „Da musste keiner am Hungertuch nagen“, winkt der Melchinger Rathauschef ab.