Die S-Bahn-Verbindung zum Zentralklinikum soll kommen. Bis dahin aber gilt es, die Klinik an das Busnetz anzubinden. (Symbolfoto) Foto: Marco Fraune

Eine provisorische S-Bahn-Station an der neuen Klinik in Lörrach wird es nicht geben. Deswegen wollen die Grünen die Bus-Anbindung mehr ins Zentrum rücken.

Wenn im Entenbad in wenigen Monaten das Zentrum für seelische Gesundheit seine Arbeit aufnimmt und im kommenden Jahr mit dem Dreiland-Klinikum das eigentliche Herz des neuen Medizin-Campus vor den Toren der Stadt Lörrach zu schlagen beginnt, bleibt es in Sachen S-Bahn-Anschluss bis auf Weiteres beim Stillstand (wir berichteten).

 

Grüne forcieren das Thema Busverkehr

Frühestens Mitte der 2030er-Jahre werden S-Bahn-Züge auf einer dann ausgebauten Strecke das Klinikum ansteuern. Bis dahin müssen Busse für die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr sorgen. Und darauf wollen die Grünen nun verstärkt ein Augenmerk legen.

Der Fraktionsvorsitzende Fritz Böhler knüpfte mit diesem Vorstoß an die Debatte über einen provisorischen S-Bahn-Halt an. Dieser wurde zwar mehrheitlich verworfen (wir berichteten am Samstag), doch die Einigkeit der Stadtpolitik, gemeinsam den vollständigen S-Bahn-Ausbau voranzutreiben, könne nun auch die Basis dafür sein, in der Zwischenzeit mit vereinten Kräften für eine gute Busanbindung zu sorgen.

In der Gemeinderatssitzung regte Böhler einen Schwenk in der politischen Linie an. Es sollten nicht länger immer wieder neue Zwischenlösungen für die S-Bahn aufgebracht und diskutiert werden. Stattdessen solle sich die Stadtpolitik darauf konzentrieren, das Busangebot zu optimieren.

Stadt Lörrach hat sich zur Busanbindung verpflichtet

Beim Standortwettbewerb für das neue Klinikum hatte sich die Stadt Lörrach verpflichtet, bis zu einer S-Bahn-Erschließung eine Busverbindung herzustellen. Dieser Zusage wird die Stadt ab Dezember 2026 nachkommen, indem werktags die Buslinie 6 bis zur Klinik verlängert wird und an Sonntagen die neue konzipierte Linie 7 den Anschluss übernimmt. Weil beide Linien den Knotenpunkt S-Bahnhof Brombach passieren und die Linie 6 zudem die ganze Stadt durchquert, könnten Fahrgäste etwa aus dem Zentrum oder aus Stetten die Klinik bequem erreichen, meint Oberbürgermeister Jörg Lutz.

Weniger fortgeschritten sind hingegen Überlegungen des Landkreises, das kreiseigene Klinikum auch in das Busnetz des Kreises einzubinden. Dies hatten die Freien Wähler im Zusammenhang mit ihrem S-Bahn-Antrag kritisiert.

Der Antrag der Grünen zielt nun darauf ab, das Busangebot zu optimieren, wie Fritz Böhler am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung erklärte. Dafür müsse die Verwaltung zunächst einmal Zahlen erheben und berechnen, was die Stadt dafür bis 2035 aufbringen muss und wie diese Kosten im Haushalt der Stadt darstellbar sind.

Daten über Bedarf und Nutzung erheben

Aber auch Daten hinsichtlich Bedarf und Nutzung der Busse müsse die Stadt ermitteln. „Mit diesen Zahlen in der Hand können wir uns dann in Richtung Land, Landkreis und RVL wenden“, sagte Böhler.