In Neuenbürg im Enzkreis wurde am Mittwoch eine Leiche in einem Auto gefunden (Symbolfoto). Foto: David Inderlied/dpa

Nachdem am Mittwoch ein lebloser Mann in einem Auto in Neuenbürg gefunden wurde, ermittelt die Kripo. Die Polizei hat Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden am Tod des Mannes.

Grausiger Fund nahe des Landkreises Calw: In einem geparkten Auto in der Turnstraße in Neuenbürg im Enzkreis ist am Mittwochmorgen ein toter Mann entdeckt worden.

 

Besonders erschreckend daran: Die Polizei hat Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden – der Mann könnte also getötet worden sein.

Gegen 7.30 Uhr von einem Zeugen gefunden

Wie Benjamin Koch, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium Pforzheim, auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, sei der Verstorbene am Mittwochmorgen gegen 7.30 Uhr von einem Zeugen gefunden worden. Diesem war aufgefallen, dass der Mann im geparkten Auto – laut Polizei ein weißer Ford S-Max, ein sogenannter Sportvan – leblos erschien. Der Zeuge alarmierte die Polizei.

Bei dem Toten handelt es sich um einen Mann aus dem Enzkreis; weitere Angaben macht Koch zum Schutz der Persönlichkeitsrechte des Verstorbenen derzeit nicht. Fest steht: Zum Zeitpunkt des Auffindens war der Tote nicht vermisst gemeldet worden.

Viele Fragen sind noch offen.

Wie oder wann der Mann gestorben ist? Der Todeszeitpunkt sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, erläutert der Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit. Was die Todesursache betrifft, „gehen wir von einer zeitnahen Obduktion des Verstorbenen aus“, berichtet Koch. „Hieraus erhoffen sich unsere Ermittler insbesondere weiterer Hinweise zur Todesursache und den Begleitumständen.“

Sonderkommission namens „Motor“ eingerichtet

Nachdem sich im Zuge der ersten polizeilichen Maßnahmen erste Anhaltspunkte für ein mögliches Fremdverschulden ergeben hatten, habe das Polizeipräsidium Pforzheim „umgehend, noch am Nachmittag des 25. Februar, eine Sonderkommission namens ‚Motor‘ eingerichtet“, führt der Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit aus.

Dieser Sonderkommission gehören demnach mehrere Dutzend Kräfte der Kriminalpolizeidirektion Calw an. „Darunter befinden sich beispielhaft Experten der Kriminalinspektion 5 (Cybercrime), der Kriminaltechnik und erfahrene Ermittler im Kapitalbereich. Ebenso werden wir vom Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamt BW und der Rechtsmedizin in Heidelberg unterstützt“, so Koch.

Ob es bereits einen Tatverdächtigen gibt? Die Polizei antwortet nicht direkt. „Die Ermittlungen in einem solchen Verfahren sind umfangreich. Wir erheben mit Nachdruck alle erforderlichen subjektiven und objektiven Beweise, bewerten diese gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft in Pforzheim und führen die Erkenntnisse zusammen“, erklärt Koch.

Polizei sucht Zeugen

Die Sonderkommission Motor sucht nun Zeugen. Dabei geht es insbesondere um folgende Fragen: Wer hat seit den späten Nachmittagsstunden des 24. Februar bis zum darauffolgenden Morgen Wahrnehmungen zum geparkten Fahrzeug, einem weißen Ford S-Max (Erstzulassung 2020) gemacht? Gab es im Umfeld des öffentlichen Parkplatzes in der Turnstraße auffällige Personen oder Fahrzeugbewegungen?

Von Interesse seien außerdem mögliche Kameraaufnahmen (auch von entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen) im Umfeld des Fundorts und den jeweiligen Anfahrtswegen in Richtung Turnstraße.

Zeugen können sich an den Kriminaldauerdienst Pforzheim unter der Rufnummer 07231/1 86 44 44 wenden – oder schriftlich an die Mailadresse pforzheim.pp@polizei.bwl.de.