Die Nagoldtalsperre zieht an Hitzetagen bis zu 3000 Menschen an. Mit dem derzeitigen kühleren Wetter nimmt auch die Besucherfrequenz deutlich ab. Aber es können ja noch warme Tage kommen – auch im September. Foto: Thomas Nägele

An heißen Tagen kommen bis zu 3000 Menschen an die Nagoldtalsperre zum Abkühlen, Baden und Entspannen. Doch so viele Besucher auf einem Haufen – das hat Folgen: von Parkchaos bis zur Gefahr durch Feuer.

Mit Kühlbox und Einweggrill zieht es im Sommer so manchen Badegast an die Nagoldtalsperre – an heißen Tagen. Die haben sich zwar am Wochenende erstmal verabschiedet. Aber es können noch weitere kommen. Thomas Nägele, Umweltbeauftragter der Gemeinde Seewald, zieht im Gespräch mit unserer Redaktion eine vorläufige Sommerbilanz.

 

Hinter der malerischen Kulisse des Sees warten auch einige Herausforderungen, berichtet Nägele. An warmen Wochenenden strömen zwischen 2500 und 3000 Besucher pro Tag zur Nagoldtalsperre, um sich im kühlen Nass zu erfrischen und die Sonne zu genießen. Doch die hohe Besucherzahl stellt die Gemeinde vor zahlreiche Herausforderungen. Nägele hat über die Jahre hinweg einige Erfahrungen gesammelt, die er im Gespräch teilt.

„Es ist immer ein Spagat“, gesteht Nägele, wenn es darum gehe, die Bedürfnisse der Besucher mit den Erfordernissen des Naturschutzes in Einklang zu bringen. Um das Ökosystem des Sees und die umliegende Landschaft der Talsperre zu schützen, wurden Informationstafeln aufgestellt, um die Besucher über die geltenden Regeln zu informieren.

Besucher lassen Feuer unbeaufsichtigt zurück

Der viele Müll beschäftigt den Umweltbeauftragten Seewalds sehr. Zwar habe die Gemeinde die Situation einigermaßen im Griff, doch über die Saison hinweg würden sich noch immer neun bis elf Tonnen Müll ansammeln. Das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln stelle ein großes Problem dar, betont Nägele.

Auch das Grillen stellt ihn vor Herausforderungen. Trotz der ausgewiesenen Grillplätze im Sektor fünf und sechs bringen einige ihren Grill mit und setzen sich damit auf eine freie Wiese. Insbesondere an heißen Tagen bereiten die Holzkohlegrills dem Umweltbeauftragten Sorgen. Denn immer wieder findet Nägele unbeaufsichtigte Feuerstellen, die bis spät in die Nacht durchbrennen. Obwohl bislang noch keine Waldbrände aufgetreten seien, sei die Gefahr stets präsent, stellt der Umweltbeauftragte fest.

Viele reisen von weiter weg zum Baden an

Verkehrs- und Parkplatzprobleme sind besonders für die Anwohner ein großes Ärgernis. Es gibt zwar rund 800 Parkplätze an der Talsperre, doch an heißen Tagen reicht das bei Weitem nicht aus. Die wenigsten Besucher sind Einheimische. Der Großteil reist für einen Tagesausflug von weiter an – ob aus Heidelberg, Stuttgart oder Karlsruhe.

Die vielen Parkplätze reichen bei gutem Wetter kaum aus. Immer häufiger werden Autos einfach am Straßenrand abgestellt. Foto: Thomas Nägele

Ab mittags ist bei Hochbetrieb meist kein Parkplatz mehr zu bekommen. Besucher parken deshalb häufig entlang des Waldrands, was nicht erlaubt ist und geahndet wird. Oft bleibe dadurch nicht mehr genügend Platz für Einsatzfahrzeuge, erklärt Nägele.

DLRG-Ortsgruppe vor Ort im Einsatz

Die DLRG-Ortsgruppe Freudenstadt unterstützt die Einsatzkräfte als Ersthelfer vor Ort. Die Zusammenarbeit verläuft Hand in Hand, betont Nägele erfreut. Der Umweltbeauftragte berichtet jedoch auch, dass sich die Stimmung in den letzten Jahren verändert hat. Dieses Jahr sei es das erste Mal gewesen, dass die Einsatzkräfte des DLRG verbal angegriffen worden seien. Nägele hat den Eindruck, dass die Menschen seit Corona egoistischer geworden sind und sich weniger sagen lassen. Er betont jedoch, dass 98 Prozent der Besucher sich „sehr vorbildlich verhalten.“ Es gibt aber auch zwei Prozent, „die meinen, sie können alles tun“, so Nägele.