Es ist eine Mega-Baustelle, die im Gegensatz zu anderen Projekten reibungslos läuft. Das Nagolder Wärmenergieprojekt im Kleb hat einen entscheidenden Fortschritt geschafft.
Aus drei unterschiedlichen Energiequellen soll später Wärme gewonnen und an große Einrichtungen wie den Badepark und das OHG weitergegeben werden. Die Energie kommt einmal aus dem Abwasser, das unter Nagold und Kleb Richtung Klärwerk fließt. Ein Abwasserwärmetauscher entzieht den menschlichen Abfällen die Energie. Zweites Standbein werden Erdwärmesonden sein, die auf dem Areal bis in eine Tiefe von 250 Metern reichen werden. Und schließlich soll auch noch dem Fluss Nagold die vorhandene Energie entziehen.
Doch wohin mit all der gewonnenen Energie? Erst einmal in die so genannte „Energiezentrale“, die die gewonnene Energie sammelt und dann später auf die einzelnen Abnehmer wie OHG, Badepark, Rathaus, die Zellerschule, die Mensa, die Stadthalle oder möglicherweise auch Privathaushalte verteilt.
Es wird viel mehr Energie erzeugt als der Badepark braucht
Dass die Energie für die geplanten Abnehmer reichen wird, davon sind Simon Geiger und Mark Rothfuß von der Nagolder Stadtentwässerung beim Ortstermin im Kleb überzeugt. „Wir erzeugen viel viel mehr Energie als etwa der Badepark braucht,“, weiß Simon Geiger. Gut 1600 Kilowatt könne man rausholen. Der Badepark allein braucht nur 250 Kilowatt. Für das OHG etwa ist vorgesehen, dass dorthin so viel Energie geliefert wird, dass man so wenig wie möglich die dort bereits vorhandene Holzhackschnitzelanlage in Anspruch nehmen muss.
Bis diese Woche fand sich an der Stelle, an der die Zentrale entstehen wird, einfach nur eine Baugrube. Das hat sich nun geändert. Zu den schon bisher vor Ort befindlichen Baumaschinen gesellte sich nun ein Mega-Kran, der die bereits fertig gegossenen Einzelteile der Energiezentrale an Ort und Stelle hieven konnte. Dass man dafür einen solchen Kran braucht, macht dann Sinn, wenn man weiß, dass die acht Einzelteile alle zwischen 40 und 50 Tonnen wiegen.
Baufirma arbeitet auch bei Schmuddelwetter weiter
Auch wenn die Teile so schwer sind, auf die Geschwindigkeit der Bauarbeiten hat das keine Auswirkungen. Im Gegenteil. In nur wenigen Stunden sind sie bei bestem Frühlingswetter an den Ort platziert, an dem sie später unter der Erde schlummern werden. Simon Geiger ist mit dem Fortschritt der Baustelle mehr als zufrieden.
Die Baufirma, die die unterirdischen Arbeiten vornimmt, werde Ende März mit ihrer Aufgabe fertig sein. „Die Firma hat trotz des zu nassen und zu warmen Winters immer weiter gearbeitet, auch bei Matsch und Regen“, zeigt sich Mark Rothfuß begeistert.
Ab April wird eine andere Baufirma anrücken, die die Oberflächen im Kleb und auf den meisten Flächen auf der Krautbühl-Seite wieder herstellt. Bis Ende Juni sollen dann die Flächen im Kleb – die dann wieder mit Gras eingesät sind – wieder freigegeben werden. Somit sei man voll im Plan, berichtet Geiger.
Steuerungstechnik wird erst im August geliefert
Ganz fertig ist man mit dem Mega-Projekt dann immer noch nicht. Sorgen bereitet etwa die Steuerungs-Technik der riesigen Anlage. Die wird laut Geiger erst im August geliefert und kann dann auch erst eingebaut werden. Die komplette Düker-Anlage soll dann bis Ende September fertig sein.
Viel früher dürfen sich die Menschen wieder auf eine Nagold freuen, wie sie sie kennen. Denn die bisher abgelassene Nagold wird im April wieder zu ihrer gewohnten Wasserhöhe aufgestaut werden. Zumindest in der Hinsicht kann dann der Sommer in Nagold kommen.