Das Wohngebiet Oberer Steinberg (links) soll vergrößert werden. Foto: Thomas Fritsch

Der Obere Steinberg ist Nagolds letzte große Flächenreserve für Wohnungsbau. Die Stadt hegt tatsächlich wieder Erweiterungspläne für das Wohngebiet. Das ist der Stand der Dinge.

Als Nagold in den 1990er Jahren das Neubaugebiet Oberer Steinberg an den Start brachte, da war das durchaus umstritten. Der Schritt auf die Höhe wurde nicht von allen begrüßt. Zumal dem Oberen Steinberg von Anfang an die direkte Anbindung nach Nagold im Tal fehlte.

 

Ursprüngliche Pläne, dem heute von etwa 850 Bürgern bewohnten Neubaugebiet schnell einen „Oberen Steinberg II“ folgen zu lassen, gerieten für viele Jahre wieder ins Stocken. Das Wohngebiet mit seiner abgesonderten Lage hatte mit einem Image-Problem zu kämpfen. Entsprechend schlecht ließen sich Grund und Boden vermarkten.

Ziel bleibt die Entwicklung eines nachhaltigen Baugebiets

Doch die Zeiten ändern sich. Das Image ist aufpoliert. Und Raumreserven für Wachstum der Kernstadt hat Nagold sonst so gut wie keine. Und so geriet vor einigen Jahren der Obere Steinberg mit seinen großteils landwirtschaftlich genutzten Flächen auf der Höhe zwischen dem Wohngebiet und dem Gewerbegebiet Wolfsberg wieder ins Visier der Stadtplanung.

Geht es um die Suche nach künftigen Neubaugebieten in Nagold, muss perspektivisch der Obere Steinberg genannt werden. In der Planung ist die Stadt zwar noch immer nicht weit, doch Nagolds Pressesprecherin Julia Glanzmann bestätigt gegenüber der Redaktion: „Die Stadt kauft dort nach wie vor Grundstücke auf und verfolgt weiterhin das Ziel der Entwicklung eines nachhaltigen Baugebiets.“

Das Gebiet umfasst insgesamt 26 Hektar

Nach Angaben der Stadt umfasst das Gebiet auf dem Oberen Steinberg insgesamt 26 Hektar. Darauf wären also einige Baugrundstücke verwirklichbar – nimmt man eine Grundstücksfläche von 500 Quadratmetern an, wären um die 500 neue Häuser denkbar. Wobei auf dem Oberen Steinberg sicher eher Mehrfamilienhäuser entstehen würden, wir reden also von potenziellem Wohnraum für Hunderte, vielleicht sogar für Tausende.

Bis allerdings wirklich rund um das bestehende Wohngebiet neues Bauland entsteht, wird wohl noch einiges an Zeit vergehen. „Die Priorität liegt derzeit auf den beiden großen Gebieten in Hochdorf und Vollmaringen“, sagt Julia Glanzmann auch.

Eine Mischung aus Eigentumsbildung und Mietwohnungen

Vor sechs Jahren war in der Sache aber mehr Zug. Damals hatte eine Studie der Stadt Nagold ganz frisch großes Bevölkerungswachstum prognostiziert. In einem Pressegespräch erörterten Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann und Ralf Fuhrländer, Leiter des Stadtplanungsamtes, die Zukunft dieses Baugebiets. Von einer Vergrößerung des „Oberen Steinbergs II“ war die Rede. Man machte sich sogar bereits Gedanken zu Spielflächen, Freizeiteinrichtungen, Infrastruktur und einer Anbindung über den Vollmaringer Weg.

Bei der Erweiterung wollte die Stadt darauf achten, dass ein guter Mix bestehe. Die Rede war sowohl von Geschosswohnungsbau als auch von Einfamilienhäusern. Eine Mischung aus Eigentumsbildung und Mietwohnungen, aus Familien und Alleinstehenden war das Ziel.

Stadtplaner Ralf Fuhrländer sprach 2020 von einer „lockeren, lichtdurchfluteten Bauweise“. Mit dem Baugebiet „Oberer Steinberg II“ könne man mit der abschnittsweisen Erschließung nach und nach die Einwohnerzahl „locker verdoppeln“, fügt er an.