Vertieft in die Arbeit: Löcher ins Leder zu schlagen ist gar nicht so einfach. Foto: Jansen

Bei der Nagolder Häfele-Hütte haben 26 Kinder bei der Waldwoche mitgemacht. Jeden Tag gab es ein buntes Programm, Theater und Zirkussport und Bastelei.

Basteln, toben und etwas lernen – bei der Nagolder Waldwoche haben 26 Kinder zwischen sechs und elf Jahren wieder draußen in der Natur eine Menge Spaß gehabt.

 

Mit Theaterpädagogin Julia Bulmer und Zirkuspädagoge Dario Lomeli konnten sie Theaterstücke und Akrobatik einstudieren. Am ersten Tag wurde ausprobiert, danach zeigte sich schnell sehr deutlich, wer in welche Richtung tendiert.

Klettern am Abhang mit Seilen

Neben Workshops gab es auch eine Menge im Wald zu entdecken. Nicht nur bei den Geländespielen, sondern auch in der „Freizeit“. Neben der Häfelehütte ist direkt der Wald – und ein Abhang, an dem das Klettern mit Seilen besonders Spaß macht. Schon in den vergangenen Jahren habe sich das Spiel „Bergretter und Opfer“ unter den Kindern etabliert, meint Bulmer.

Steil geht’s am Berg hinab – gut, dass Seile beim Klettern helfen! Foto: Jansen

Außerdem wird gebastelt. Dieses Jahr gibt es für die Kinder Lederreste, aus denen stylische Taschen hergestellt werden. Allerdings ist es gar nicht so einfach, durch das dicke, feste Leder zu kommen: Die Löcher müssen erst einmal hineingeklopft werden.

Das ist die anstrengendste Arbeit. Am Tisch klingt es fast wie in einem Steinbruch, während die Kinder mit Hammer und Metallklöppel Löcher in das Leder schlagen – darunter liegt eine feste Platte. Danach kann die Tasche mit Lederbändern fertiggestellt und schließlich mit Perlen, Muscheln und Federn verziert werden.

„Wie kriege ich das jetzt so hin?“ überlegt ein Junge, der rote Perlen auf seinem Lederstück in Herzform angeordnet hat. Vielleicht kleben? Oder doch so wie Emma: Sie näht eine Perle an ihre Tasche und stellt so den Verschluss her.

Emma stellt ihre schicke Ledertasche fertig. Foto: Jansen

Am Abend wird ein Mandala gelegt. „Jeden Tag entsteht da ein wahnsinnig tolles Gemälde“, meint Bulmer. Aus Stöcken, Steinen, Muscheln und was sonst noch so im Wald zu finden ist wird ein gemeinsames Kunstwerk geschaffen.

Was im Fernsehen geht, geht nicht immer auf der Bühne

Beim Theater haben die Kinder auch schon eigene Geschichten entwickelt. Dabei komme auch viel Einfluss von Film und Fernsehen herein, berichtet Theaterpädagogin Bulmer. Aber die Kinder müssten dann oft auch entdecken: „Dass sie das, was sie in Film und Fernsehen sehen, nicht unbedingt aufs Theater übertragbar ist.“ Denn aus dem Fenster springen und dann unsichtbar sein? Das geht im Film, das geht in der Fantasie – aber das Publikum im Theater sieht den Schauspieler immer noch.

Dass es bei der Waldwoche Spaß macht, beweist auch, dass die Kinder immer wieder kommen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer war schon in den vergangenen Jahren mit dabei. Das Miteinander funktioniert gut, es werden auch Gruppenspiele veranstaltet, „damit sich da eine starke Gruppe draus bilden kann.“

Die Liste aus Vereinbarungen hängt gut sichtbar aus.

Die Regeln für die Woche stellen die Kinder selbst auf, als Vereinbarung. „Da halten sie sich dann auch dran“, erklärt Bulmer. Vereinbart wurde etwa „Wir helfen uns“, „Respektvoller Umgang“ und „Guter Umgang mit Wald und Natur.“