Im Nordschwarzwald ging am Sonntag der erste Triathlon über die Langdistanz über die Bühne. Bei sommerlicher Hitze ging es über die volle Iron-Man-Distanz: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einem anschließenden Marathon über 42 Kilometer. In den kommenden Jahren soll der Nordschwarzwald-Triathlon zum sportlichen Großevent entwickelt werden.
Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad kamen die Teilnehmer des ersten Nordschwarz-Triathlons am Sonntag mächtig ins Schwitzen.
71 Starter hatten sich bei der hochsommerlichen Premiere für die volle Iron-Man-Distanz über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einem anschließenden Marathon über 42 Kilometer entschieden – 57 erreichten am Ende das Ziel im Nagolder Stadtpark Kleb.
„Das ist der erste Triathlon über die Langdistanz in Baden-Württemberg, und das ist etwas Historisches“, schwärmte Bernhard Thie als Präsident des über 8000 Mitglieder zählenden Baden-Württembergischen Triathlonverbandes am Rande der Zieleinläufe.
„Das Potenzial ist da“
Keinen Zweifel ließ er im Gespräch daran, dass der erste Nordschwarzwald-Triathlon keine Eintagsfliege sein soll. „Das Potenzial ist da und es muss jetzt zu einer etablierten Veranstaltung wachsen“, machte Thie deutlich. Und mit Blick auf die Unterstützung der Stadt Nagold, den beteiligten Landkreisen sowie den örtlichen Vereinen ist man beim Landesverband durchaus optimistisch.
So zeige der Trend beim Triathlon allgemein absolut nach oben – und dass die deutschen Triathleten bei den Olympischen Spielen für eine Sensation gesorgt und Gold in der Mixed-Staffel gewonnen haben, könne einen weiteren Schub auslösen, hofft der Präsident. Gerade, weil es in Baden-Württemberg so viele erfolgreiche Triathleten gebe, müsse man da nachlegen – und seit Montag können sich interessierte Triathleten bereits online für die zweite Auflage des Nordschwarzwald-Triathlons im kommenden Jahr anmelden.
Noch nachjustieren
Die Premiere habe gezeigt, dass das Grundkonzept funktioniere, und jetzt müsse man an der einen oder anderen Stelle noch nachjustieren. Im Einzelnen nennt Bernhard Thie die Verbesserung des Athletenservice sowie die Einrichtung zusätzlicher Verpflegungsstationen an der Strecke.
Auch Veranstaltungschef Gundolf Greule machte jetzt, dass man den Nordschwarzwald-Triathlon zu einer Großsportveranstaltung entwickeln will. Greule ist Geschäftsführer der im vergangenen Jahr gegründeten Tri-Events Baden-Württemberg gGmbH – einer hundertprozentigen Tochter des Baden-Württembergischen Triathlonverbandes. Und der frühere Sportlehrer aus Bad Teinach-Zavelstein ist „mit Herzblut dabei“. Zudem zeichne sich ab, dass „es eine sehr schnelle Strecke ist – und damit attraktiv für Spitzensportler“.
„Eine attraktive Sportart“
„Das Event ist ausbaufähig“, zeigte sich ebenfalls der Nagolder Oberbürgermeister Jürgen Großmann überzeugt. Er sagte daher auch die Unterstützung der Stadt beim Ausbau des neuen Formats in Nagold zu. Denn die Premiere habe gezeigt, dass „Triathlon eine attraktive Sportart ist“.
Start am frühen Morgen
Bereits am frühen Morgen waren die Starter an der Erzgrube angetreten, wo die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke absolviert wurde. Die 180 Kilometer lange Radstrecke führte die Triathleten nach Nagold – und von dort aus auf einen 50 Kilometer langen Rundkurs, der dreimal durchfahren werden musste. Den Abschluss bildete ein klassischer Marathon über 42 Kilometer mit sechs Runden auf der gesperrten Bundesstraße 463.
„Das ist eine absolute Spitzenzeit“, betonte Gundolf Greule, als Pascal Tischler aus Karlsdorf bei Bruchsal nach 8:33:24 Stunden als schnellster Teilnehmer im Ziel eingelaufen war. Der 28-jährige Sieger zeigte sich mit seiner Zeit angesichts der Temperaturen durchaus zufrieden. Vor allem das stimmungsvolle Schwimmen bei Sonnenaufgang hatte ihm „richtig Spaß gemacht“. Auf der Radstrecke hätte er sich indes etwas mehr „Schwarzwald-Feeling“ mit weiteren Anstiegen gewünscht. Den zweiten Platz erreichte nur 29 Sekunden später Max Menzel vom TSV Bayer 04 Leverkusen und Dritter wurde Markus Sommerhalter vom SV Kirchzarten in 8:39:02 Stunden.
Schnellste Frau im Teilnehmerfeld war Kristina Grieger von der Malicrew aus Bayreuth, die nach 9:46:54 Stunden das Ziel erreichte – und die von einem „sehr gut organisierten Triathlon“ sprach. Vor allem die Erzgrube bezeichnete sie als tolle Location, und die Radstrecke war in ihren Augen „anspruchsvoll und fantastisch“.
Auf dem zweiten Platz folgte bei den Frauen Nicole Müller vom Tria Schramberg (10:42:40) vor Nicole Letford vom Erdinger Active Team (12:14:28).