In „Und dann gab’s keines mehr“ freuen sich alle Gäste auf ein entspanntes Wochenende in der Karibik, doch plötzlich geschehen merkwürdige Dinge. Foto: Armin Büchler

Das Ensemble von „Vorhang auf!“ feierte mit der Aufführung des Agatha Christie-Klassikers „Und dann gab’s keines mehr“ eine rauschende Premiere in der proppenvollen Alten Seminarturnhalle. Es gibt noch sechs weitere Aufführungen.

Wie kommt es, dass eine Reihe unterschiedlichster Menschen der Einladung eines rätselhaften Gönners folgen, um ein Wochenende auf einer abgeschiedenen Insel zu verbringen?

 

Mit der Umsetzung des Agatha Christie-Klassikers „Und dann gab’s keines mehr“ feierte das Ensemble „Vorhang auf!“ nun eine rauschende Premiere in der proppenvollen Semihalle.

Regisseur Silvester Keller hatte ebenso das Bühnenbild gestaltet und tritt auch als Bootsmann Narracott auf, der die Gäste auf das karibische Eiland des Empire übersetzt.

Ein ominöser Gastgeber

Lauschig ist es in der Villa, und Ehepaar Rogers (Lisa Gerstenmeyer und Raphael Mohrlok) tut alles, um den Aufenthalt für die zehn Gäste angenehm zu machen. Keiner kennt den ominösen Gastgeber Mr. Oddey, noch hat ihn jemand je persönlich getroffen: „Reiche Leute sind komisch“.

Doch die Stimmung ist prächtig, man verspricht sich viel Spaß. Vor allem Anthony Marston (als geschniegelter Angeber Tobias Ruscher) und Vera Claythorne, die als Sekretärin angeheuert wurde, freuen sich auf ein entspanntes Wochenende im tropischen Ambiente.

Carolin Stang changiert als Blondine Vera zwischen charmantem Small Talk, romantisierender Stimmung und Hysterie. Der angebliche Millionär Davis aus Südafrika entpuppt sich als früherer Kriminalbeamter Blore (überzeugend gemimt von Sven Gebhard), denn der großspurige Philip Lombard kommt ihm auf die Spur (Moritz Keller als selbstgefälliger Womanizer und Whisky-Liebhaber).

Alle werden eines Vergehens beschuldigt

Nach und nach treffen noch ein: General Mc Kenzie, der „seinen“ Lieblingssessel beansprucht (Kurt Wolz), Emily Brent (Kübra Alabay als bibelfeste Tugendwächterin), Dr. Armstrong, der vom Chirurgen zum Psychiater umgesattelt hat (Manuele Pilloni) und Sir Lawrence Wargrave, ein ehemaliger Richter: Man nimmt Alberto Terriuolo den Grandseigneur in jedem Augenblick der Handlung ab.

Während des lebhaften Geplänkels vor dem Abendessen bemerken die Gäste zehn Figuren auf dem Architrav des Eingangs zur Veranda und erinnern sich dabei erheitert an einen alten Kinderreim, als plötzlich aus dem Off eine strenge Stimme ertönt, die alle Anwesenden eines Vergehens beschuldigt – von Bestechung und Meineid über unterlassene Hilfeleistung bis hin zum Mord. Das irritiert sie nur kurz: Es ist ja bloß der Ton einer Schallplatte unter dem Bartresen… Aber als der Schaumschläger Marston unversehens tot am Boden liegt, kippt die Stimmung allmählich um.

Ein Sturm kommt auf

Nach und nach ereignen sich weitere Merkwürdigkeiten: Die schwächelnde Köchin Rogers wird leblos in ihrem Bett entdeckt, General Mc Kenzie ist deutlich neben der Spur und wird bei seinem Ruhestündchen schließlich mit einem Messer im Rücken aufgefunden.

Dazu kommt, dass Sturm und schwere See einen Bootstransfer unmöglich machen und auch der Stromgenerator ausfällt. Da schlägt die Stunde des Sir Lawrence Wargrave: Rational und bedächtig versucht er, die rätselhaften Vorgänge aufzuklären und eine Strategie zu entwickeln.

Ein überraschender Schluss

Wer aufmerksam hinschaut, entdeckt, dass sich die Anzahl der Figuren auf dem Architrav nach und nach dezimiert, und es ist erstaunlich, wie die Mitarbeitenden hinter der Bühne das fast unauffällig bewerkstelligen. Mehr soll nicht verraten werden zu dieser grandiosen Inszenierung in bester „Whodunit-Manier“ mit einem absolut überraschenden Schluss. Schließlich gibt es noch sechs weitere Aufführungen.

Das begeisterte Publikum sparte nicht mit Beifall und würdigte alle Mitwirkenden auf und hinter der Bühne mit anhaltend herzlichem Schlussapplaus.

Aufführungen und Kartenverkauf

Weitere Aufführungen:
12., 13., 14., 19., 20. und 21. Januar, jeweils 19 Uhr (Einlass und Bewirtung ab 18 Uhr).

Tickets
über www.reservix.de