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Nagolder Ruhewald Planungen gehen auf die Zielgerade

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In Nagold ist ein Ruhewald geplant. Foto: Fritsch

Die Planungen für den Nagolder Ruhewald gehen auf die Zielgerade. Ab Sommer 2021 könnten Bestattungen in dem Waldgebiet bei der Häfele-Hütte möglich sein. Was bis dahin noch zu tun ist, und wie man es in Nagold mit dem Thema Grabschmuck halten will, erfahbren Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Nagold - Der Nagolder Ruhewald soll zum Ende des ersten Halbjahres des kommenden Jahres eröffnet werden und in einem Waldstück in der Nähe der Häfele-Hütte auf dem Killberg – nicht weit vom Naturfreundehaus und auch der Remigiuskirche entfernt, direkt am Sieben-Berge-Wanderweg – eingerichtet werden. Probleme durch zuviel Trubel drumherum sieht Oberbürgermeister Jürgen Großmann nicht, wie sie etwa Gemeinderätin Esther Betz-Börries (FWV), gelernte Theologin, befürchtet: "Das stört sehr bei Beerdigungen", war sie überzeugt. Der "Abstand ist nach unserer Einschätzung ausreichend", sagte dagegen der OB.

Kohleurnen für künftige Bestattungen

Also werden bis zum nächsten Sommer auf der ausgesuchten Waldfläche erst einmal 50 Bäume mit je zwölf Grabstellen für Urnengräber ausgewiesen werden. Wobei nicht irgendwelche Urnen verwendet werden dürfen. Laut Harwardt werde man sogenannte "Kohleurnen" für künftige Bestattungen im Nagolder Ruhewald verbindlich vorschreiben. Weil alle alternativen, sogenannten "biologisch abbaubaren" Urnen-Modelle aus dem Material "Arboform" (auch Flüssigholz genannt) zwar tatsächlich verwitterungsfähige Urnen-Hüllen hätten, aber immer auch eine nur schwer verrottbare Innen-Urne aus Metall. Die Kohleurnen seien dem gegenüber komplett abbaubar, zersetzten sich zudem sehr schnell im Boden. Und würden durch den Aktiv-Kohle-Anteil darüber hinaus mögliche Schadstoffe in der Asche der Verstorbenen zuverlässig binden können.

Allerdings: Zwischenzeitlich stattgefundene Bodenuntersuchungen des ausgesuchten Areals für den Nagolder Ruhewald hätten auch ergeben, dass sich dort "relativ oberflächennah" eine Felsschicht befinde – mutmaßlich eine natürliche Schadstoffbarriere. Allerdings werde dieser Fels auch dafür sorgen, so Harwardt weiter, dass sich die künftigen Bestattungskosten im Ruhewald "teurer" darstellen könnten als ursprünglich kalkuliert – da auch der Aufwand erheblich steigen würde, die künftigen Urnen-Gräber überhaupt anzulegen.

Bodenplatten aus Metall oder Stein

Bei der künftigen "Grabkennzeichnung" habe man sich – entgegen früherer vorgestellter Ideen – nun für Bodenplatten aus Metall oder Stein entschieden, die im Uhrzeigersinn um die jeweiligen Bäume herum angebracht und platziert werden würden. Von Tafeln am Baum selbst habe man Abstand genommen, weil deren Befestigungen immer auch mit einer Verletzung des Baumes einher gegangen wären. Mit den Bodenplatten, auf denen die Namen der Verstorbenen eingraviert werden könnten, würde der jeweilige Baum auf jeden Fall nicht geschädigt.

In Bezug auf den künftig erlaubten Grabschmuck auf dem Nagolder Ruhewald bleibt es bei der bereits kommunizierten Linie: "Natürlicherweise im Wald vorkommende Gegenstände" wären als vergängliche Deko erlaubt – also Schneckenhäuser, Federn, gesammelte Steine, gesammelte Pflanzenteile (Blumen, Zapfen, Rinde, Holzstücke, Moos). Alles andere, vor allem Kränze (auf Kunststoff-Rohlingen) oder gar Plüschtiere, würden "rigoros wieder abgeräumt" werden.

Lesen Sie auch: Wird Grabschmuck im Ruhewald Horb bald abgeräumt?

Fest steht auch, dass der für den Ruhewald geplante Aussegnungsplatz ein großes Kreuz "als skulpturale Plastik ohne religiöse Bedeutung" bekommen soll – auch wenn es als christliches Symbol natürlich trotzdem deutlich erkennbar bleibt. Diese Formengebung der Skulptur solle zudem auch für das eigene Logo des Nagolder Ruhewalds genutzt werden.

Anders als in der ursprünglichen Tagesordnung der Gemeinderatssitzung angekündigt, wo zum Thema "Ruhewald" nur ein Sachstandsbericht zur Information der Räte ohne eigene Sitzungsvorlage angekündigt war, nahm Oberbürgermeister Jürgen Großmann am Ende von Horwardts Bericht und der kurzen Diskussion über mögliche Lärmbelästigungen seinen Gemeinderäten doch auch noch einen formalen Grundsatzbeschluss zur Einrichtung des Ruhewalds in der von Harwardt beschriebenen Form ab. Dem der Gemeinderat bei einer Enthaltung dann auch entsprach.

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