Der Recyclinghof auf dem Nagolder Eisberg soll als Recyclingstation wieder eröffnet werden. Foto: Thomas Fritsch

Zum Artikel „AWG nimmt auf dem Eisberg wieder Müll an“ vom 18. März meldet sich unser Leser Dieter Mez aus Nagold zu Wort.

Dass die AWG künftig auf dem Recyclinghof auf dem Eisberg wieder Müll annimmt, ist bei genauer Betrachtung ein fauler Kompromiss, um die Gemüter zu beruhigen. Extrem eingeschränkte Anlieferzeiten und nur wenige Müllarten helfen im Grunde nur Gartenbesitzern.

 

Kartonagen und Papier kann man oft über die grüne Tonne entsorgen, Glas in den im Stadtgebiet aufgestellten Glassammelstationen. Will man aber zum Gartenabfall noch zwei Holzbretter oder ein Elektrogerät entsorgen, heißt es auch weiterhin, dass man einen anderen Recyclinghof aufsuchen muss. Das soll im Sinne der Gebührenzahler sein? Und im Sinne der Umwelt, wenn man deutlich längere Strecken mit dem Auto zurücklegen muss?

Die Argumentation, dass nur so ein auskömmlicher Betrieb möglich sei, wird im Artikel widerlegt. Dort heißt es, dass der Betrieb im Idealfall kostendeckend sei, wenn alle vorgesehenen Gebühren verlangt werden und Kreisfremde die Zusatzgebühr bezahlen.

Weshalb macht man’s dann nicht so? Wer mit fremdem Kennzeichen vorfährt und den Wohnsitz im Kreis nicht nachweisen kann, bezahlt die Zusatzgebühr, gerne auch drei Euro oder fünf Euro.

Konsequenz für die Verantwortlichen?

Dann fehlt nur noch das zuverlässige Personal, dem man prophylaktisch schon mal unterstellt, auch künftig nicht korrekt abzurechnen. Wie anders ist der Satz zu verstehen, dass nun der Spielraum für die Mitarbeiter wegfalle. Steht da auch künftig unzuverlässiges Personal?

Und wo bleibt eigentlich die Konsequenz für die Verantwortlichen, die dem defizitären Betrieb zu Lasten des Gebührenzahlers über lange Zeit untätig zugeschaut hatten? Vielleicht wäre auch da eine personelle Neuaufstellung angebracht.

Dieter Mez, Nagold

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