Oberbürgermeister Jürgen Großmann stellte sich den Fragen des Seniorentreffs im Mohrenstüble Foto: Sabine Stadler

Oberbürgermeister Jürgen Großmann stellte sich erstmals den Fragen des Seniorentreffs

Oberbürgermeister Jürgen Großmann tut nicht alles, was gesagt wird, aber er lässt sich in seinen Entscheidungen beeinflussen, indem man ihn anspreche. So der Tenor innerhalb der ersten Fragestunde, die das Stadtoberhaupt beim Seniorentreff im Mohrenstüble angeboten hatte und die mit vielfältigen Themen auf große Resonanz stieß.

 

Zahlreich strömten die Senioren zu ihrem Treff ins Mohrenstüble, um das neue Gesprächsangebot von Oberbürgermeister Großmann wahrzunehmen. Vereinsvorsitzender Hans Mückstein begrüßte den Nagolder Rathauschef und äußerte seine Freude darüber, dass sich Jürgen Großmann zum ersten Mal den vielen Fragen der Senioren stellte und mit ihnen über zahlreiche Themen sprach, die gerade ältere Menschen in Nagold beschäftigen.

Seniorenbereich in Parkhäusern? 

Eines dieser Themen waren die steigenden Mieten und Nebenkosten, die insbesondere bei Empfängern von niedrigen Renten stark zu Buche schlagen. Bemängelt wurde die in Nagold weggefallene Postbank und der aktuell bestehende Postservice für Briefmarken, Brief- und Postversand. Der Wunsch nach einem eigens für Senioren gekennzeichneten Bereich in den Nagolder Parkhäusern wurde laut – dies in Verbindung mit Gutscheinen zum kostenlosen Parken oder zumindest zum halben Preis. Oberbürgermeister Großmann erklärte hierzu, dass die Nagolder Parklösung mit der ersten kostenfreie Stunde sehr großzügig sei und dass im Stadtgebiet darüber hinaus drei kostenfreie Flächen zur Verfügung stehen. „Die kostenfreie Stunde in den Parkhäusern bedeutet für die Stadt Nagold einen jährlichen Gebührenausfall in Höhe von 600 bis 700 000 Euro. Ein weiterer Gebührenverzicht würde Steuererhöhung für alle bedeuten“.

Ärger über laute Biker

Angesprochen wurden auch Flächen zur Dauermiete in den städtischen Parkhäusern. Großmann erläuterte auch die Systemumstellung beim Parken sowie die Einführung einer App, mit der beispielsweise auch die Parkdauer vom Handy aus bei Bedarf verlängert werden könne. Verärgert sind die Senioren über Biker, die insbesondere an den Wochenenden ihre Motorräder aufheulen lassen und viel Lärm verursachen. Zu diesem Thema sprach Großmann über die Erfolge beim Lärmschutz durch Tempo 30-Zonen rund um Pflegeheime, Kindertagesstätten und beim Krankenhaus.

„Wir blitzen kräftig“ 

„Wir haben in Nagold eine gute Verkehrsüberwachung und blitzen kräftig“, so seine Worte und „in den 30er-Zonen erleben wir, dass meist Tempo 40 gefahren wird, während beim innerörtlich erlaubtem Tempo 50 die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer auch 10 km/h darüber liegt.“ Eventuell will man durch den Einsatz neuer Poller, die den Durchgangsverkehr zu bestimmten Zeiten verhindern. Dies würde, so der Oberbürgermeister, auch neue Impulse für mehr Aktivitäten seitens der Gastronomie im Außenbereich setzen. Gewünscht wurde ein Blitzer in der Kernenstraße. Der Oberbürgermeister signalisierte hierzu über eine zweiwöchige Erfassung der Verkehrsteilnehmer mittels Display. Anschließende Radarüberwachung wäre, falls erforderlich, möglich.

Kleb-WC bald wieder offen

Die Senioren wollten wissen, wann die geschlossenen Toilettenanlagen im Kleb wieder geöffnet werden und erkundigten sich nach Toiletten am Busbahnhof. Laut Großmann sollen die beschädigten WCs im Kleb bald wieder geöffnet und mit einer zeitweisen Kameraüberwachung ausgestattet werden. Am ZOB soll die Toilette modernisiert und mit Münzen zugänglich gemacht werden. Überdies, so der Rathauschef, gibt es in Nagold die sogenannte „nette Toilette“ in Ladengeschäften und in der Gastronomie.

Brennende Kerzen im Ruhewald 

Ein weiteres Thema war die Einrichtung einer Urnenwand auf dem städtischen Friedhof, die als nicht notwendig angesehen werde. Bekannt sei, dass die Nachfrage nach Urnenbestattungen im Ruhewald stark zugenommen habe. Hier hat einer der beim Gespräch anwesenden Senioren bereits brennende Kerzen entdeckt, die er aufgrund von Waldbrandgefahr entfernt habe.

Gute Nachfolgeangebote für Leerstände

Die Senioren regten an, dass Radfahrer vom ihrem Fahrrad absteigen sollten, wenn sie den Nagolder Wochenmarkt an Samstagvormittagen passieren. Dieses Thema nahm der Oberbürgermeister für den Nagolder Ordnungsdienst mit ins Rathaus. Angesprochen wurde auch die Situation im Bürgerzentrum. Hier soll sowohl der Aufzug als auch die bei Bedarf startende Rolltreppe instandgesetzt werden. Gerne möchte der im Bürgerzentrum beheimatete Stadtseniorenrat, so dessen Vorsitzender Eberhard Schwarz, den Oberbürgermeister auch zum Gespräch einladen. Bezüglich des Leerstands in Nagolder Ladengeschäften versprach Großmann Lösungen, da gute Nachfolgeangebote vorlägen.