Der stolze Trainer Giovanni Costantino inmitten seines erfolgreichen Wolfscave-Rudels (von links): Devran Inanc, Eric Werner und Enrico Weber Foto: Costantino

Ein ganz besonderes Highlight wartet in diesem Jahr auf Enrico Weber und Devran Inanc vom Wolfscave Fightclub Mötzingen/Nagold.

Die beiden 16 beziehungsweise 17 Jahre alten Kickboxer Enrico Weber und Devran Inanc haben sich für die Weltmeisterschaft in Wales qualifiziert. "Die Jungs freuen sich mega", berichtet Trainer Giovanni Costantino – und man hört ihm an, dass nicht nur seine Schützlinge begeistert sind, sondern auch ihr Übungsleiter: "Es ist etwas ganz Tolles, dass wir aus dem kleinen Kampfklub in Nagold und Mötzingen ganz oben dabei sind!"

Ziel ist der Titel!

"Dabei sein" soll aber nicht alles sein, wenn die beiden vom 23. bis zum 29. Oktober auf der britischen Insel in den Ring steigen werden. "Ziel ist es, Weltmeister zu werden, ganz klar", gibt Trainer Costantino die Marschrichtung vor, schließlich hat der 16-jährige Enrico Weber im Ring noch gar keinen Kampf verloren, der 17-jährige Devran Inanc erst einen.

Viermal Training pro Woche

Für den großen Traum nehmen die beiden Kickboxer große Einschnitte bei ihrer Freizeit in Kauf. "Wir bereiten uns intensiv und Seriös vor", berichtet Coach Costantino Inanc, "das bedeutet: Viermal Training pro Woche." Das hört sich viel an, ist aber für die beiden ehrgeizigen Kämpfer keine große Umstellung, denn ihre Erfolge kommen nicht von ungefähr. Auch heute schon kommen sie viermal pro Woche in den Fightclub.

Sponsoren gesucht

Schwieriger gestaltet sich da die Finanzierung des Vorhabens, denn natürlich sind die beiden lupenreine Amateure. "Wir sind derzeit auf der Suche nach Sponsoren", meint Costantino und ist optimistisch, dass die Suche auch Erfolg hat. Denn die Aussichten, dass aus dem Plan, Weltmeister zu werden, Realität wird, sind gut. "Ich bin sehr optimistisch", gibt Costantino zu und berichtet über Trainingsrunden und Sparringstests mit gestandenen Kickboxern, "die auf höherem Niveau unterwegs sind", und gegen die sich Enrico Weber und Devran Inanc überaus erfolgreich schlagen.

Ein erfolgreiches Jahr

So erfolgreich, wie sie auch in diesem Jahr unterwegs waren. Los ging das bei den baden-württembergischen Meisterschaften am 12. März in Lahr, wo sich die beiden "gegen harte Gegener" (Costantino) durchsetzten und das Finale erreichten, in dem sie nicht gegeneinander antraten, sondern sich absprachen, dass der Titel an Enrico Weber gehen sollte.

Große Bühne genutzt

Auch auf der großen Bühne der German-MMA-Championship am 21. Mai in Gelsenkirchen, wo im Käfig auch die Kickbox-Kämpfe ausgetragen wurden, dominierten die beiden Wolfscave-Athleten ihre Gegner. "Die Kämpfe wurden im Internet ausgestrahlt, und man kann sie auch jederzeit aufrufen", berichtet Costantino mit Stolz in der Stimme.

Keine Chance für die Konkurrenz

Ein paar Wochen später ging es wieder im Ring weiter bei den deutschen Meisterschaften der World Kickboxing and Karate Union (WKU). Auch hier traten beide gegen sehr erfahrene Gegner im Fullkontakt K1 an – doch gegen die Kickboxer aus Nagold/Mötzingen hatten die Gegner keine Chance, so dass die beiden Jungs aus dem Wolfscave wieder im Finale standen. Diesmal beschlossen sie, dass der Titel an Devran gehen sollte.

Auch Eric Weber deutscher Meister

Trainer Costantino erklärt: "Die Jungs sind wie Brüder, sie haben sich gegenseitig versprochen, niemals gegeneinander zu kämpfen. Deswegen wechseln sie sich im Finale mit dem ersten Platz immer ab. Aber wir wissen alle, dass sie eigentlich beide die Gewinner sind." Auch Eric Weber holte für das Wolfscave im Schwergewicht den deutschen Meistertitel.

Auf Platz 1 und 2 der deutschen Rangliste

Da Enrico Weber und Devran Inanc mit diesen Kämpfen wertvolle Punkte bei der WKU gesammelt haben und mit jeweils 90 Punkten in der deutschen Rangliste auf Platz 1 (Enrico Weber) und 2 (Devran Inanc) stehen, dürfen sie zur WM nach Wales fahren. Warum die beiden mit gleicher Punktzahl nicht gemeinsam auf Platz 1 stehen, "versteh ich selber nicht", gibt Coach Costantino zu, "ich erklär’s mir damit, das Enrico mehr Kämpfe bestritten hat".

Nichts soll mehr anbrennen

Das ist am Ende aber auch egal. Entscheidend ist, dass auf dem Weg zur WM nun keine Steine mehr auf dem Weg liegen. Denn Costantino erinnert sich ungern an das Jahr 2020. Da hatte er selbst die Qualifikation zur WM erreicht, "aber dann bin ich nicht hingefahren". Der Grund? "Da kam Corona." Die Hoffnung ist berechtigt, dass das in diesem Jahr keine Problem sein wird.