Der Viergötterstein stand ursprünglich in der Remigiuskirche und geht auf römische Zeit zurück. Heute ist er im Rathaus-Foyer zu besichtigen. Foto: Hofmann

Nagolds Remigiuskirche stand im Mittelpunkt einer Benefiz-Veranstaltung zu gunsten der Renovierung des denkmalgeschützen Gotteshauses.

Nagold - Eckhart Kern hat die Geschichte der Remigiuskirche einmal aus einer ganz neuen Perspektive beleuchtet. Der Abend startete mit einem Imbiss und wurde musikalisch umrahmt von Ralf Brauer am Klavier.

Der Schwerpunkt aber lag auf dem Vortrag von Eckhart Kern, Er erklärte zunächst, wie es zum Namen der Remigiuskirche kam. Bischof Remigius taufte um 500 nach Christus Chlodewig den Frankenkönig in Reims. Chlodewig erweiterte das Gebiet der Franken nach und nach bis in diese Gegend. Als Nagold fränkisch wurde, wurde auf dem Gebiet des ehemaligen römischen Gutshofes auch die Remigiuskirche gebaut und zu Ehren des Täufers von Chlodewig so genannt.

Viergötterstein aus der Römerzeit

Beim Bau der Kirche hat man einen Viergötterstein aus der Römerzeit verwendet und hat den Herkules zum Remigius umgemeiselt. Lange Zeit war dieser Stein als tragender Stein in der Kirche zu sehen und damit auch ein Steinbild von Remigius. Inzwischen steht dieser Stein im Foyer des Rathauses.

Aber nicht nur Remigius hat in der altehrwürdigen Kirche einen Platz gehabt. Im 14. Jahrhundert ließ eine der letzten Gräfinnen von Hohenberg Fresken in die Taufkapelle malen mit den Heiligen Apollonia, Margarethe und Ursula. Apollonia wurde wegen Zahnleiden angerufen, da sie als Märtyrerin alle Zähne gezogen bekam. Margarethe entkam der Legende nach dem Rachen eines Drachen. Sie wurde bei Geburten angerufen.

Standhafte Christinnen

Alle drei Heilige waren standhafte Christinnen, die ihren Glauben nicht verleugneten, obwohl sie dafür leiden mussten. Nicht zufällig wählte die Stifterin diese drei Heiligen. Alle drei waren Namenspatroninnen der letzten Gräfinnen zu Hohenberg.

Nebenbei erfuhren die zahlreichen Zuhörer, die zu diesem Abend gekommen waren, das der Name des Killberges von Kirchberg kommt, an dessen Fuß die Remigiuskirche steht. Außerdem wusste Kern auch, dass der Name Röhm, der in der Gegend verbreitet ist von Remigius und der Abkürzung Remi stammt.

Eckhart Kern verstand es die Zuhörer mit seinem Wissen in Bann zu ziehen. Mit nachdenklichen Worten über die nachhaltige Bedeutung der Heiligen als Vorbilder im Glauben, die als solche auch Platz in einer evangelischen Kirche haben, endete der Vortrag.