Der Arbeitskreis Kultur steht vor einer Neuausrichtung. Foto: Susi Hensel

Nach mehr als zehn Jahren des engagierten Wirkens von Nanni Fingerhut und Susanne Humbeil als Sprecherinnen des Arbeitskreises Kultur steht dieser vor einer Neuausrichtung.

1995 im Bürgerforum der Stadt Nagold als einer von mehreren Arbeitskreisen gegründet, schreibt der Arbeitskreis Kultur nun schon gut 30 Jahre Erfolgsgeschichte. Zunächst hatte Birgit Pfaff das Amt der Sprecherin inne, mit vielen Aufgaben auch in der Vernetzung mit der Stadt und anderen Arbeitskreisen, und sie hat in dieser Zeit dreimal den „Markt der Möglichkeiten“ als Plattform für alle Nagolder Vereine organisiert.

 

2015 übernahmen Nanni Fingerhut und Susanne Humbeil als Duo das Sprecheramt, nachdem sie bei dem sich erfolgreich entwickelnden Format „Nagold liest“ – Lesungen mit besonderen Themen an besonders dazu passenden Orten – selbst gerne mitgelesen hatten. Unter der „Regie“ des Duos schrieb der Arbeitskreis weiter Erfolgsgeschichte, neben den Lesungen auch mit anderen Projekten. Durch den AK wurden weiter „Stadtgeschichte(n)“ höchst lebendig, nämlich Geschichten von Gebäuden wie das „Rote Schulhaus“ (jetzt Youz), die Calwer Deckenfabrik oder die Wollspinnerei Rentschler.

Nicht nur die 2016 aufgelegte Marktbroschüre mit Fotos, Informationen und kleinen Geschichten zu den Beschickern des Nagolder Wochenmarktes erfreute sich großer Aufmerksamkeit, sondern auch die Dokumentation „angekommen“ mit Porträts von Menschen aus anderen Ursprungsregionen, für die Nagold zur Wahlheimat wurde. Diese von Walter Fingerhut fotografisch aufbereitete Ausstellung, 2022 im Rathaus eröffnet, erreichte ein großes Publikum, auch in einer Folgeschau in der Sparkasse.

Rennig bleibt kommissarische Ansprechpartnerin

Seit 2025 wurde die Arbeit des Arbeitskreises allerdings überschattet vom Tod Susanne Humbeils, und Ende 2025 trat Nanni Fingerhut aus dem Arbeitskreis aus. Sie konnte und mochte das Sprecherinnenamt ohne die andere Hälfte des Duos nicht mehr weiterführen, doch weil niemand das Amt übernehmen wollte, erklärte sich Barbara Rennig bereit, zunächst kommissarisch zu Sitzungen einzuladen und diese zu moderieren.

Bei der jüngsten Sitzung gab es deshalb eine lange Tagesordnung, bei der die Mitglieder neue Weichenstellungen besprachen. Barbara Rennig kann sich im Sprecheramt ein Team von zwei oder drei Personen vorstellen, in dem sie dann Teil sei, um einander zu vertreten und Aufgaben aufzuteilen, doch das werde sich erst im Laufe des Jahres entwickeln. Sie ist weiterhin nur kommissarische Ansprechpartnerin.

Neue Projekte im Sinn

Weil durch das konstruktive Miteinander jetzt alle am (neuen) Strang mitziehen, konnten einige „Jobs“, die bisher bei den langjährigen Sprecherinnen lagen, nun etwas anders verteilt werden: Die Kasse führt Elvira Bindrich; das Protokoll der Sitzungen wird zukünftig rollierend geführt; Ramona Winkler wird den AK bei Sitzungen des Kulturausschusses vertreten, an denen sie selbst kraft Amtes teilnimmt, und Christina Grimm bei Nutzertreffen des Bürgerzentrums. Flyer, von Layout und Druck bis hin zur Finanzierung werden weiterhin von der Volkshochschule übernommen, ebenso die Veröffentlichung im VHS-Programm.

Kein leichtes „Erbe“ für den Arbeitskreis nach Ende des „Duos“, doch der Kurs ist sozusagen vorgegeben, und die Mitglieder sind zuversichtlich, den Arbeitskreis weiter auf Erfolgskurs halten zu können, und haben neben den schon unter Nanni Fingerhut „eingetüteten“ Themen für 2026 schon neue Projekte im Sinn.