Eine Nagolder Delegation war im schweizerischen Randa zu Gast, um der verunglückten Nagolder Alpinisten zu gedenken. Foto: Tittjung

Vor 50 Jahren kamen fünf Nagolder Alpinisten am Dom in der Schweiz ums Leben. Zum Jahrestag besuchte nun eine Delegation aus Nagold mit dem Oberbürgermeister an der Spitze den Ort des Dramas.

Für Nagold war die Nachricht aus dem Wallis in der Schweiz vom 1.September 1973 ein Schock: Peter und Andreas Schwarz, Jörg Welker, Wolfgang Scholl und Erich Liegl waren beim Bergsteigen am Schweizer Dom tödlich verunglückt. Wolfgang Scholl und Peter Schwarz sind in ihrer Heimat in Nagold bestattet, die anderen drei Bergsteigerfreunde des Deutschen Alpenvereins Ortsgruppe Nagold (DAV) sind bis heute verschollen.

 

Die Gemeinde Randa/Schweiz und die Stadt Nagold haben dieses tragische Ereignis, das sich in diesem Jahr zum 50. Mal jährte, zum Anlass genommen, mit einer bewegenden Gedächtnisfeier auf dem Friedhof der Gemeinde Randa an diese Geschehnisse zu erinnern.

Unmittelbar betroffene Angehörige Teil der Delegation

Zur Nagolder Delegation, angeführt von Oberbürgermeister Jürgen Großmann und dem Gündringer Ortsvorsteher Markus Geißler sowie den Mitgliedern des Musikvereins Trachtenkapelle Gündringen, Oswald Wiedmaier und Werner Rais, gehörten die vom Bergsteigerunfall unmittelbar betroffenen Angehörigen Maria Schwarz, Uta Koch und Christa Ghedi, geborene Schwarz. Oberbürgermeister Großmann hatte als Zeichen der Verbundenheit und Anteilnahme die Angehörigen zur Teilnahme an dieser Feier im Namen der Stadt eingeladen.

Weil damals die sofortige Unterstützung der Gemeinde Randa durch groß angelegte Suchaktionen der Bergrettung, der Schweizer Luftrettung, zusammen mit Alpinisten und der DAV-Ortsgruppe Nagold professionell und engagiert einsetzten, war es Oberbürgermeister Großmann wichtig, persönlich vor Ort zu sein und damit „Dank und Respekt“ gegenüber der Gemeinde Randa zu erweisen.

„Auch für Randa war diese Tragödie ein einschneidendes Ereignis“

„In dieser Stunde der Anteilnahme und Verbundenheit erinnern wir uns an die überwältigende Unterstützung“, so Oberbürgermeister Großmann in seiner Ansprache. Die würdige Gedenkfeier wurde musikalisch von der Musikgesellschaft Weisshorn/Randa gestaltet. „Auch für Randa war diese Tragödie ein einschneidendes Ereignis“, stellte Gemeindepräsident Daniel Roten fest. Deshalb hätten Nagold und Randa eine „gemeinsame Geschichte“, die nicht vergessen werden dürfe. Maria Schwarz sprach für die betroffenen Angehörigen „Die Katastrophe vom Dom 1973 hat nicht nur unser Leben von heute auf morgen schlagartig verändert, sie hat auch Narben hinterlassen, die ‚nicht heilen‘“.

Eine Gedenktafel mit dem Namen der Verunglückten erinnert bis heute auf dem Friedhof in Randa an diesen Schicksalsschlag Foto: Tittjung

Eine Gedenktafel mit dem Namen der Verunglückten erinnert bis heute auf dem Friedhof in Randa an diesen Schicksalsschlag. Die Bergsteiger-Truppe bestand aus Mitgliedern der DAV-Ortsgruppe Nagold. 1974 wurde auf dem Hochmarder in der Silvretta-Gruppe durch die DAV Ortsgruppe ein Gipfelkreuz errichtet, das Mitarbeiter von der Firma Wackenhut, ebenfalls Mitglieder des DAV Nagold, in den Werkshallen des Nagolder Unternehmens hergestellt hatten.

Freundschaftliche Bande bleiben bestehen

An der Gedenktafel legten Gemeindepräsident Roten, Oberbürgermeister Großmann und Ortsvorsteher Geißler gemeinsam ein Gebinde nieder. Ebenso haben der DAV Nagold und die Musikgesellschaft Weisshorn ein Gebinde niederlegen lassen. Aus den damaligen Suchaktionen sind freundschaftliche Bande zwischen der Trachtenkapelle Gündringen und der Musikgesellschaft Weisshorn entstanden, die bis heute fortbestehen und gepflegt werden. Das Zeremoniell der Feierstunde wurde mit einem Gedenkwort des Ortspfarrers Vladimir Eres beendet.

In einem anschließenden Empfang der Gemeinde Randa wurde die Begegnung dazu genutzt, Erinnerungen auszutauschen und gleichzeitig ausgelotet, wie ein Gegenbesuch der Verantwortlichen aus Randa in Nagold im kommenden Jahr gestaltet werden könnte.