Nagolder Ehrenbürger ist er schon, Träger der Staufermedaille auch und Alt-OB sowieso. Jetzt feierte Rainer Prewo mit politischen Weggefährten eine besondere Auszeichnung.
Seit 33 Jahren prägt der Sozialdemokrat Rainer Prewo das politische Leben in Nagold, im Kreis Calw und auch in Stuttgart – als OB, als Kreisrat und später auch als Landtagsabgeordneter – und das im Alter von inzwischen 80 Jahren. Für diese Leistungen hat die SPD Deutschland nun Rainer Prewo die höchste Auszeichnung verliehen, die die Partei verleihen kann: die Willy-Brandt-Medaille.
Die Verleihung wurde am Mittwochabend im Nagolder Kubus zelebriert und gefeiert. Mit Prewo feierten seine Familie, politische Weggefährten aus der SPD und anderen Parteien sowie weitere Persönlichkeiten aus Nagold und weit darüber hinaus. Dazu zählte auch der ehemalige Finanzbürgermeister Johannes Arnold, der inzwischen Oberbürgermeister der Stadt Ettlingen ist und der eine beeindruckende Laudatio auf seinen politischen Ziehvater Prewo hielt.
Stadtverwaltung war bei der Feier nicht vertreten
Mit von der Partie waren auch der ehemalige Bundesminister Volker Hauff, Calws Oberbürgermeister Florian Kling, Landrat Helmut Riegger, Nagolds langjähriger CDU-Fraktionschef und Ehrenbürger Wolfgang Schäfer, der evangelische Dekan Tobias Geiger, der gewählte Vorsitzende der katholischen Kirchengemeinde Markus Fritsch und für die Wirtschaft unter anderem die ehemaligen Bankchefs Hans Neuweiler (Sparkasse Pforzheim Calw) und Helmut Gottschalk (Volksbank). Die Nagolder Stadtverwaltung war bei der Feier trotz Einladung nicht vertreten.
Besondere musikalische Gäste war eine aus vier Nagolder Musikvereinen – Vollmaringen, Iselshausen, Gündringen und Emmingen – zusammengestellte Kapelle unter Federführung von Klaus Rais und unter der Leitung von Paul Miller.
Besondere Worte für den Geehrten fand Johannes Arnold, der aus diesem Anlass aus Ettlingen nach Nagold geeilt war. „Ich habe das von dir gelernt, was ich nun in meinem Amt als Oberbürgermeister bin“, spannte Arnold einen Bogen aus der Vergangenheit in die Gegenwart.
Nagold hat sich zu einer kompletten Stadt entwickelt
Rainer Prewo habe einen „beeindruckenden Lebensweg“ hinter sich gebracht, auf dem er viele Ziele erreicht habe, so Arnold, der zwischen 1999 erst Wirtschaftsbeauftragter, ING-Park-Geschäftsführer und ab 2005 Bürgermeister in Nagold war. „Prewo hat mich gefördert und gefordert“, erinnerte sich der parteilose Politiker. Er habe das Rathaus als Unternehmen gesehen und die Stadt „auf das Gelingen“ von Projekten getrimmt. Unter ihm habe sich Nagold zu einer „kompletten Stadt“ entwickelt. Dazu gehörten Dinge wie der Autobahnzubringer, den Prewo auf den Weg gebracht habe, und die Landesgartenschau, die er nach Nagold geholt habe und die ein „Turbo für die Stadtentwicklung“ gewesen sei. Unter ihm sei die Innenstadt zum Erlebniskaufhaus geworden.
Bei all diesen Vorhaben habe Prewo nicht nur einen „langen Atem“, sondern auch einen „großen Gerechtigkeitssinn“ an den Tag gelegt – auch bei so schwierigen Projekten wie der Innenstadtumfahrung. Dagegen habe es keine Klagen gegeben, „weil es gerecht zuging“, erzählte Arnold, der sich auch an die letzten Tage von Prewo als OB erinnerte: „Da gab es keinen Zapfenstreich, sondern einen Laternenumzug mit Kindern durch die Innenstadt.“ Prewo habe Nagold zu dem gemacht, was es heute ist. Die Stadt sei sein Lebenswerk in Stein gebaut. „Und alle wissen und wussten, was sie ihm zu verdanken haben.
Immer der Sache verpflichtet und den Menschen zugewandt
Ein anderer politischer Weggefährte, Calws Landrat Helmut Riegger, betonte seine „tiefe Wertschätzung“ für den Lokal-, Regional- und Landespolitiker Prewo. Er sei eine „feste Größe“ in der politischen Landschaft, deren Wirkungskreis immer größer als die Stadt Nagold allein gewesen sei. Er sei immer der Sache verpflichtet und den Menschen zugewandt, so der Kreischef weiter – und er habe stets seine enorme Expertise und Erfahrung ins politische Leben eingebracht.
Rainer Prewo habe immer über kommunale Grenzen hinaus gedacht und genieße über kommunale und Parteigrenzen hinweg Anerkennung, sagte Daniela Steinrode, Kreisvorsitzende und aktuelle Landtagskandidatin der SPD. Prewo stehe für eine Politik im Dienst der Gesellschaft. Calws OB Florian Kling bezeichnete Prewo als „großes Vorbild“, das Politik mit Leidenschaft und Verantwortung betreibe und mit „tollem Beispiel“ vorangehe.
Kling und Steinrode übergaben Prewo gemeinsam die Willy-Brandt-Medaille. Das Publikum im Nagolder Kubus quittierte die Auszeichnung mit stehenden Ovationen für den ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Nagold.