Dass die Eisberghalle sanierungsbedürftig ist, sieht man auf den ersten Blick.Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Stadt: Sanierung des Bestandes hat Priorität / Für Modernisierung der Eisberghalle sind Fördermittel nötig

Die Eisberghalle benötigt eine energetische Sanierung. Dies ist für die Stadtverwaltung keine neue Erkenntnis. In seiner jüngsten Sitzung hat der Technische Ausschuss nun die Planung der Maßnahme – als Grundlage für die Beantragung von staatlichen Fördermitteln – freigegeben.

Nagold. Bereits im Jahre 2018 hatte die Stadt Nagold einen Antrag im Rahmen des Förderprogramms "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" für die Sanierung der Eisberghalle gestellt. Im Bundesförderprogramm, bei dem man mit einer Förderquote von 45 Prozent gerechnet hatte, fand die beantragte Sanierung jedoch keine Berücksichtigung.

"Wir bereiten uns darauf vor, dass wir fertige Projekte in der Schublade haben", erklärt Oberbürgermeister Jürgen Großmann im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Denn im Rahmen des Konjunkturpakets im Zusammenhang mit der Corona-Krise wolle man einen zweiten Anlauf starten. Großmann berichtet davon, dass man 2017 noch die Lembergschule saniert hatte. Damals sei eine staatliche Förderung nicht möglich gewesen. Laut Großmann wurden früher nur Neubauten gefördert. Somit habe man das Schulgebäude "auf eigene Rechnung" saniert. "Mit allem" habe diese Maßnahme rund acht Millionen Euro gekostet. Städte und Gemeinden klagten stets, dass wenn man die in die Jahre gekommenen Schulgebäude nicht sanieren könne, diese keine lange "Lebensdauer" mehr hätten. Erst seit etwa zwei Jahren habe sich die Situation laut Großmann verändert – und auch bestehende Gebäude fänden Platz in Förderprogrammen.

Im vergangenen Jahr lag der Stadt ein verlockendes Angebot vor. 50 Prozent Zuschuss für die Kosten – von zwei Millionen Euro – der Sanierung des Musiksaals auf dem Lemberg. Im September 2019 stimmte der Gemeinderat dann mit großer Mehrheit der Sanierung zu. "Wir brauchen unbedingt Fördermittel zur Sanierung von Bestand", sagt Großmann auch heute noch.

"Wir sind in Nagold ja nicht von so vielen Hallen gesegnet"

Die Eisberghalle, die sehr wichtig für Schul- und Vereinssport sei, könne "im Moment noch saniert werden. Wenn man noch ein paar Jahre wartet, ist sie nicht mehr sanierungsfähig", gibt der OB zu bedenken. Dann müsse gar ein Neubau her. Dies möchte man jedoch tunlichst vermeiden. Auch wenn die Kosten eines Neubaus ähnlich ausfallen würden. Dieser würde "etwa eine Million mehr kosten", wie Rafael Beier, Hoch und Tiefbauamtsleiter, anmerkt.

Volkswirtschaftlich würde eine Sanierung der Eisberghalle allerdings mehr Sinn ergeben. Da sind sich Beier und Großmann einig. Man müsse auf die Einsparung von Ressourcen abzielen, erklärt Beier. Daher sei es sehr wichtig, dass man bereits alles vorbereite. In der Hoffnung, dass "bald ein geschicktes Programm kommen möge", um die vorhandene Infrastruktur zu stärken, so Großmann. Dann wolle man nämlich schnellstmöglich den Antrag einreichen, damit man eine Sanierung und Modernisierung der Halle angehen könne.

"Wir sind in Nagold ja nicht von so vielen Hallen gesegnet", ist sich Großmann bewusst. "Sowohl der Schulsport als auch der Vereinssport leidet darunter, dass wir im Moment keine Kapazitätsausweitungen darstellen können", fügt er hinzu. Daher gebe es auch die Vision einer weiteren Dreifeldhalle nahe der bereits vorhandenen Bächlenhalle am Berufsschulzentrum. Wenn die Straßenmeisterei umzieht, sei diese Nutzung des freiwerdenen Geländes eine Idee. Denn der Bedarf sei dringend.

Doch zunächst stehe die Sanierung des Bestandes, und somit der Eisberghalle, an höchster Stelle. Bevor man sich näher mit solchen Visionen befassen könne, "müssen wir unsere Hausaufgaben im Bestand erledigen", argumentiert er.

Bei der Eisberghalle steht die energetische Sanierung im Hauptfokus. Daher soll eine neue Dachkonstruktion her, wie auch eine neue vorgehängte hinterlüftete Fassade. Zusätzlich plane man mit dem Anbau eines Geräteraumes und den Neubau der Umkleiden und Duschen. Des weiteren sollen auch technische Anlagen im Bereich Heizung und Lüftung saniert werden. Durch die Dachkonstruktion würde die Höhe der Halle um zwei Meter zunehmen. Auch dadurch würde der Gesamt-Brutto-Rauminhalt von der 8146 Kubikmeter Bestandsgröße auf 11 984 Kubikmeter ansteigen. Der Gesamtkostenaufwand würde sich bei etwa 5,4 Millionen Euro belaufen.

Auf die Frage, wie zuversichtlich man bei der Stadtverwaltung sei, dass der nächste Anlauf erfolgreich sein könne, antwortet Großmann lächelnd: "Wir sind immer zuversichtlich!" In der Vergangenheit sei die Stadt bei vielen Projekten berücksichtigt worden. Es gebe keinerlei Grund zu klagen, so der OB. Man werde einen Weg finden, das Gebäude zu erhalten, zeigt er sich optimistisch.

Bei Förderprogrammen sei es laut Beier ohnehin so, dass man manchmal Glück und mal Pech habe. Im Programm, bei dem die Eisberghalle nicht berücksichtigt wurde, soll rund 80 Prozent der Projekte dasselbe Schicksal ereilt haben.

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