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Nagold "Wir wollen ein Nagolder Modell"

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Foto: Schwarzwälder Bote

Nagold. Richtig gut besucht war die Auftaktveranstaltung zur Entwicklung eines nachhaltigen Nagolder Sportentwicklungsplans im Bürgerzentrum. Bürgermeister Hagen Breitling sah in der großen Resonanz ein gutes Zeichen dafür, dass "die Vereine gemeinsam mit der Stadt in die Zukunft gehen wollen".

So sollen jetzt mit allen Nagolder Akteuren in Sachen Sport und Bewegung die Pflöcke für die Entwicklung der nächsten zehn bis 15 Jahre eingeschlagen werden. "Wir wollen keine Schablone, sondern ein Nagolder Modell", machte Hagen Breitling auch mit Blick auf die zu bildende Projektgruppe deutlich – in der alle "Branchen der Nagolder Sportwelt" vertreten sein sollen.

Quasi als Moderator hat man sich das Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung an Bord geholt. "Wir wissen, wo der Schuh bei den meisten Vereinen drückt", erklärte dessen Geschäftsführer und Sportwissenschaftler Stefan Eckl, der den Planungsprozess "möglichst neutral" begleiten wird.

Erklärtes Ziel sei es, die Rahmenbedingungen für Sport und Bewegung in Nagold zu verbessern – und das vor dem Hintergrund sich auch altersbedingt ändernder Sportpräferenzen. So gehe es ab 40 verstärkt in den Bereich Gesundheitssport, wobei Schwimmen, Radsport oder Gymnastik an Bedeutung gewinnen. Und Stefan Eckl wusste: "Vor einigen Jahren noch belächelt, gehört Nordic Walking heute zu den Top-Ten der Bewegungsarten."

Gleichzeitig werde die Sportwelt immer vielfältiger und kleinteiliger, so der Sportwissenschaftler mit Blick auf die zunehmende Individualisierung. Im Lichte dieser Entwicklung und den sonstigen gesellschaftlichen Veränderungen hätten die Vereine immer größere Probleme, ehrenamtlich engagierte Mitglieder und Übungsleiter zu finden. Doch auch der Ganztagesbetrieb an den Schulen erschwere die Gewinnung von Kindern und Jugendlichen, so zumindest der Eindruck bei vielen Vereinen. Auf die kämen zudem wachsende Aufgaben in den Bereichen Integration und Kriminalprävention zu. Als "Phänomen" bezeichnete er den Umstand, dass viele Mitglieder die Vereine als Dienstleister und sich als Kunden verstehen.

Und so müsse man die Sportentwicklung sehr umfassend beleuchten, bevor man gemeinsam ein Strategiekonzept entwickeln könne. Deshalb hatte Stefan Engl die Mitgliederzahlen der Nagolder Sportvereine in den Jahren 2014 bis 2018 anhand der Erhebungen des Württembergischen Landessportbundes unter die Lupe genommen, die in diesem Zeitraum um sieben Prozent gesunken ist.

Doch gebe es einige "Nagolder Besonderheiten": So gibt es einen enormen Zuwachs bei den Kindern bis sechs Jahre, während die Altersgruppen von sechs bis 18 Jahren eher zu den Problemgruppen gehören. "Vor allem männliche Jugendliche verlassen die Vereine", machte Stefan Engl deutlich. Außergewöhnlich sei in Nagold ebenso der Umstand, dass es auch bei den über 60-Jährigen sinkende Mitgliederzahlen gebe.

Um jetzt zunächst mal eine Bedarfsanalyse zu entwickeln, läuft derzeit noch eine Befragung bei den Nagolder Vereinen und Schulen. Im nächsten Schritt soll eine etwa 30-köpfige Planungsgruppe mit "lokalen Experten" aus möglichst vielen Gruppierungen, die mit Sport und Bewegung zu tun haben, gebildet werden. Die wird nach der Sommerpause ihre Arbeit aufnehmen und in den Beteiligungsprozess einsteigen, wobei Stefan Engl "sehr spannende Diskussionen erwartet". Ergebnis soll dann im November ein so genanntes Handlungspapier sein, das im Gemeinderat vorgestellt und zur Abstimmung gebracht werden soll.

In der anschließenden Diskussion befürchtete Gerhard Ehniss: "Wenn es fertig ist, wird es doch um Sportstätten gehen". Ihn treibe aber eher die Frage um, "woher wir Ehrenamtliche kriegen". Wie Stefan Engl erwiderte, werde man sich sicher auch über Sportstätten unterhalten, aber im Mittelpunkt solle die Vereinsentwicklung stehen – und da müssten die Verantwortlichen eben auch mal an ein "Ausbrechen aus bisherigen Strukturen denken". Für Martin Kübel ist es ein Nagolder Luxus, wenn die Zahlen im Kindersport zunehmen. Doch sei dies auch der beste Zeitpunkt, um Zugang zu den Familien zu finden, um diese zu motivieren. Zudem ist er überzeugt, dass man die Menschen auch inspirieren müsse. "Die große Kunst wird es sein, die Kinder in den Vereinen zu halten", machte Stefan Eckl deutlich, während Hagen Breitling betonte: "Wir brauchen kreative Köpfe, die sich ehrenamtlich engagieren."

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