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Nagold Werbering freut sich über gelebte Solidarität

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Christoph Leins und Anna Bierig präsentierten die Ergebnisse der Umfrage.Foto: Schillaci Foto: Schwarzwälder Bote

Auf die von der Pandemie verursachte Schließung des Einzelhandels, folgte ab dem 20. April die Wiedereröffnung. Ein erstes Stimmungsbild nach dem Restart holte sich der Werbering per Umfrage von seinen Mitgliedern ein.

Nagold. War die wochenlange Schließung für die Einzelhändler eine sehr schwierige Zeit, so war auch die Wiedereröffnung mit vielen Fragezeichen verbunden. Mit einer Umfrage versuchte sich der Werbering einen Überblick zu verschaffen und die aktuelle Situation in den Betrieben einzuschätzen. Am 20. Mai wurde die Umfrage gestartet. Zur Teilnahme wurden sämtliche Fachgeschäfte, die Teil des Werberings sind, kontaktiert. Die Ergebnisse wurden nun ausgewertet und dienten zunächst als Grundlage für die Werbering-Ausschusssitzung. Nun präsentierten Christoph Leins, Vorsitzender des Werberings, und Anna Bierig, City-Managerin, die Ergebnisse dem Schwarzwälder Boten.

Die Umfrage beinhaltete sechs Fragen, und bezog sich auf die Woche 20 – vom 11. bis zum 17. Mai. Die Umfrage war "kurz und knackig" gestaltet und demnach "in drei Minuten" beantwortet, erklärt Bierig. Ein wichtiger Punkt war der, dass man hierbei nicht nur die zwölf Mitglieder des Ausschusses, der stets im sehr engen Austausch steht, befragte, sondern wirklich alle mit einbezog.

Ein wichtiges Anliegen war es laut Leins, allen gleichermaßen die Chance zu bieten, sich zu Wort zu melden. Insgesamt gab es bei der Umfrage 51 Besucher. Einige könnten die Umfrage geöffnet haben, um sie dann zu einem späteren Zeitpunkt zu bearbeiten, erklärt Bierig sich diese hohe Zahl. Teilgenommen hatten im Endeffekt 30 Mitglieder des Werberings. 28 haben die Umfrage abgeschlossen. Mit einer solchen Anzahl habe Leins in etwa gerechnet, und zeigt sich demnach auch damit zufrieden.

Denselben Ansatz hatte man – zum Zeitpunkt der Wiedereröffnung – zur Abfrage der Öffnungszeiten gewählt. Das Feedback sei auch damals schon zufriedenstellend gewesen, so Leins. Dies zeige, "dass alle erpicht sind am selben Strang zu ziehen", fügt er an. Auch deute dies darauf hin, "dass der Werbering für viele, die nicht aktiv im Vordergrund stehen, wichtig ist", ergänzt die City-Managerin.

Zur Umfrage: Vier der sechs Fragen konnten Leins und Bierig unserer Zeitung präsentieren und besprechen. Bei den anderen beiden handele es sich um Fragen, die man laut Leins für "interne Strategien" auswerte. Die Umfrage erfolgte anonym.

Sehr unterschiedliche Einschätzungen

In der ersten Frage ging es um die Einschätzung der Kundenfrequenz in der Kalenderwoche 20, gegenüber der vergleichbaren Woche im vergangenen Jahr. Hierbei schätzte der Großteil der Teilnehmer (31 Prozent) die Kundenfrequenz bei etwa 40 Prozent zum Vorjahr ein. Heißt, dass man etwa 60 Prozent weniger Kundenfrequenz hatte. Jeweils fünf Teilnehmer schätzten den Verlust – mit 60 und 80 Prozent Kundenfrequenz – geringer ein. Zwei Teilnehmer gehen von der gleichen Anzahl aus, während vier schätzen, mehr Kunden gehabt zu haben.

Dies spiegelt sich auch bei der zweiten Frage über die Umsätze im Vergleich zur vergleichbaren Woche im Vorjahr wider. Bei acht Betrieben liege der Umsatz bei 40 Prozent. Zehn Mitglieder geben an, dass man 60 oder 80 Prozent des Umsatzes verzeichnet. Vier Betriebe berichten von einem nur 20 prozentigem Umsatz. Die restlichen sieben geben an, dass der Umsatz gleich oder höher ist.

Bierig merkt dabei an, dass es zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen kommt, da die Statistiken branchenabhängig sind. Lebensmittel-, Sport- und Freizeitgeschäfte seien zur Krisenzeit wesentlich gefragter. Ohne die sonst gewohnten Aktivitäten haben Menschen sich eher Fahrräder, neue Wanderstiefel oder Zubehör gekauft. Auch bei Kleidung müsse man unterscheiden. Da momentan keine Festivitäten stattfinden, seien laut Leins Anzüge beispielsweise weniger gefragt. "Für das Home-Office benötigt man auch keinen Anzug", unterstreicht Bierig.

Der Lieferdienst "Nagold bringt’s" sei nach wie vor gut genutzt. Hierbei habe es viele Bestellungen von Büchern und Spirituosen wie Wein gegeben. Dies zeige, so Leins, dass die Bürger nicht nur nach draußen gegangen sind, sondern sich auch Zuhause beschäftigt haben. Viele Bürger würden dabei auf die lokalen Geschäfte zurückgreifen, statt von großen Online-Anbietern zu bestellen, freut sich Bierig über die gezeigte Solidarität.

Hand in Hand mit dem Einzelhandel

Eine weitere Fragestellung lautete: "Haben Sie finanzielle Unterstützung erhalten? Wenn ja, welche?" 20 Teilnehmer gaben hierbei die Soforthilfe des Landes an. 17 haben Kurzarbeit angemeldet. Die erfreuliche Nachricht: Kein befragter Betreiber hat einen Bankkredit aufnehmen müssen. Diese Statistik zeige laut der City-Managerin, dass die Unterstützung, bei denen, die sie gebraucht haben, auch angekommen ist. Damit kamen Betreiber in eine Ausgangsposition, von der sie aus "die Ärmel hochkrempeln konnten, um wieder loszulegen", sagt Bierig. Bei den drei Mietstundungen und den drei Mietminderungen sehe man, dass auch Eigentümer von Gebäuden mit am Strang ziehen und die Betreiber unterstützen. Solidarität sei gefragt und werde zurzeit auch gelebt, äußert sich Leins dazu.

Mit 16 Mitgliedern, die bei der vierten Frage keine Gefahr einer Geschäftsaufgabe sehen, stünde Nagold laut Leins "sehr gut da". "Mehr als die Hälfte ist mit einem blauen Auge davon gekommen", schätzt er. Neun Befragte gaben eine "mäßige" Gefahr an. Zu beachten sei, dass die Umfrage eine Momentaufnahme sei, die nun etwas zurückliege. "Die Vorschriften ändern sich oft", unterstreicht er. Hinzu komme, dass die Gastronomie wieder geöffnet hat, und die Stadt nun mit mehr Leben gefüllt sei. Die Gastronomie gehe Hand in Hand mit dem Einzelhandel, so Leins. Er selbst habe beim Essengehen wenige Unterschiede zur "Normalität" bemerkt: "Es war fast wie immer, bis auf dass die Bedienungen Masken trugen."

Würde man die Umfrage zum jetzigen Zeitpunkt wiederholen, ist sich der Vorsitzende des Werberings sicher, dass die Zahlen allesamt positiver ausfallen würden. Doch die Krise ist noch nicht überwunden. Das weiß auch Leins. "Wir haben noch einiges aufzuholen. Veranstaltungen, die sehr erfolgreich sind, brechen uns nun weg", gibt er zu Bedenken.

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