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Nagold Weinrede ist längst ein Selbstläufer

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Sie standen an diesem Abend im Scheinwerferlicht (von links): Gewerbevereinschef Ralf Benz, Weinrednerin Friedline Gurr-Hirsch, Stadtoberhaupt Jürgen Großmann, Helmut Raaf und Siegrid Plaschke von der Weinfindungskommission und der junge Winzer Christoph Hirsch. Foto: Fritsch

Nagold - Da sage noch mal jemand, Nagold und Calw könnten nicht miteinander. Bei der 19. Weinrede des Gewerbevereins wurde der Beweis angetreten, dass importierte Kulinarik aus dem Nordkreis den Nagoldern besonders gut schmecken kann.

Eigentlich ist es ein ungeschriebenes Gesetz bei dieser Traditionsveranstaltung zum Auftakt des Urschelherbstes, dass ein Nagolder Gastronom die Bewirtung der honorigen Gesellschaft übernimmt.

Und es ist vor allem ein Privileg für den Wirt auf Nagolds gastronomischem Flaggschiff "Alte Post", hier seine Kochkunst unter Beweis zu stellen. Doch weil diese Stelle bekanntlich vakant ist, streckte die Weinfindungskommission, voran Nagolds Gewerbevereinschef Ralf Benz, die Fühler in den Nordkreis aus. Die Wahl fiel auf Franz Berlin, Sternekoch im elterlichen Betrieb in Zavelstein. Und er nutzte seine Chance, die 170 Gäste in der Alten Seminarturnhalle für seine Kochkunst zu begeistern – mit Terrine vom Perlhuhn, Lachsforelle auf Älbler Linsen und dem Hauptgang ganz nach dem Geschmack von Stadtoberhaupt Jürgen Großmann: einem Bürgermeister Stück vom US-Prime Beef.

Nicht minder ambitioniert und genauso erfolgreich ist der andere Protagonist des Abends unterwegs: Christian Hirsch, ein 36 Jahre alter Winzer, der mit alten Konditionen gebrochen hat. Nach dem Motto "Ich mach’s a bissle anders" erläuterte er an diesem Abend am Eichenfass im Gespräch mit Siegrid Plaschke seine Philosophie und die Weine, die unten im Saal von den zurückhaltend, aber aufmerksam agierenden dienstbaren Geistern der Stadtkapelle in die Gläser geschenkt wurden. Vor allem sein rosé schimmernder Grauburgunder und die "Cuvee Hirsch Großes Geweih", bei der die "Zunge Halt findet", wie Weinredenbeauftragter Helmut Raaf anerkennend befand, trafen den Geschmack der weinseligen Gästeschar. Nicht umsonst wunderte sich die Hauptdarstellerin des Abends, Weinrednerin Friedlinde Gurr-Hirsch darüber, dass sich "in einem Nichtweinanbaugebiet so viel Sachverstand angesammelt hat."

Weil zu den guten Tropfen von Winzer Christian Hirsch die mit ihm nicht verwandte Politikerin gleichen Nachnamens am Eichenfass stand, lag das Motto des Abends nahe: "Hirsch trifft Hirsch". Zumal es auch wieder ein Wiedersehen gab mit Christian Hirsch und Carl Christian Hirsch, dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden und Sohn der CDU-Politikerin. Die beiden waren vor 20 Jahren gemeinsam als Leichtathleten unterwegs – und trafen sich, wie der Zufall es will, bei der Weinrede wieder.

"Schade, dass man nicht mit Ihnen verwandt ist", lobte Weinrednerin Friedlinde Gurr-Hirsch ihren Namensvetter angesichts der guten Tropfen, die sie in seinem Keller weiß: "Aber es zeigt, dass wer Hirsch heißt, nicht schlecht unterwegs ist."

Die 65-jährige parlierte über die Geschichte des Weines bis zurück zu den Babyloniern, als man die Gesetze noch in Stein meißelte, streifte die Politik verbunden mit Appellen zum Klimaschutz, um dann – im zweiten Teil ihrer Rede – das dankbare Publikum mit Bonmots, Geschichten aus dem Unterland und Witzen zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Beim obligatorischen Eintrag ins Goldene Buch bedankte sich die Weinrednerin für die Einladung in diese "weinerfahrene und offene Stadt".

Und dann taten die Gäste das, was sie seit 19 Jahren am besten können: Sie feierten – sich und dieses Veranstaltungsformat, das längst zum Selbstläufer geworden ist.

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