Weihnachtskarten bekommen die Bewohner der Seniorenzentren in der Region überreicht.Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Knapp 400 gebastelte Grußkarten werden an Seniorenzentren verteilt

Nagold. Ein ganz besonderes Geschenk erwartet die Bewohner der Seniorenzentren in der Umgebung. Die katholische Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal verteilt fast 400 Weihnachtskarten, die von Kindern gebastelt wurden.

Bereits im April, während des ersten Lockdowns verteilte die Seelsorgeeinheit Oster-Grußkarten an die Senioren. Die Aktion kam bei Jung und Alt gut an. "Manche Bewohner haben sich persönlich für die Osterkarten bedankt und den Kindern zurückgeschrieben", erzählt Diakon Bertram Löffler, der auch damals die Aktion mitorganisierte. "Es bereitete ihnen eine große Freude, an die sie sich noch heute erinnern." Denn einige haben ihre Karte behalten und heute noch bei sich im Zimmer stehen, erzählt der. "Und die Kinder haben das gerne gemacht. Sie haben sich über die Antworten der Senioren riesig gefreut."

Da wundert es nicht, dass dieses Mal fast doppelt so viele Karten gebastelt wurden. Im April waren es noch etwas mehr als 200 Osterkarten. An Weihnachten werden es um die 400 sein. Und viele Kinder würden sich auch diesmal über eine Antwort freuen, wie Löffler sagt. "Schreibe mir mal zurück, wenn du möchtest", heißt es beispielsweise in einer der Karten. Löffler möchte aber nicht, dass sich die Bewohner dadurch unter Druck gesetzt fühlen. Tina Valentic, vom Bereich Sozialdienst des Martha-Maria-Seniorenzentrums, kann ihn da beruhigen: "Sie sind in einem Alter, in dem sie sich nicht mehr unter Druck setzen lassen", sagt sie und lacht.

Die Karten sind alle einzigartig, sie wurden von den Kindern selbst gebastelt. Sie wurden unterschiedlich verziert oder bemalt und die Texte haben die Kinder selbst geschrieben, sofern sie schon schreiben konnten. Bei Kindergartenkindern wurde ein Text ausgedruckt, den sie selbst mit ihrem Namen unterschrieben haben, wie Löffler erklärt. "Liebe Oma, lieber Opa", so die übliche Anrede, die die Kinder in ihren Texten verwenden. Sie wünschen ihnen ein frohes Weihnachtsfest und Gesundheit. Viele haben etwas von sich erzählt, wie alt sie sind, auf welche Schule sie gehen oder welche Hobbys sie haben. Sie haben versucht, sich in die Lage der Senioren zu versetzen und gaben aufmunternde Worte. Ein Kind schreibt, dass es schwer ist, in diesen Zeiten sich nicht mit Corona anzustecken, aber trotzdem ein schönes Weihnachtsfest zu feiern.

Erste Aktion an Ostern

Die Aktion wurde wie bereits an Ostern spontan umgesetzt. Als sich die Corona-Lage wieder zuspitzte und die Besuchsmöglichkeiten eingeschränkt wurden, wollte man wie im Frühjahr Karten an die Senioren verteilen. Die Weihnachtskarten wurden von Kindergarten- und Grundschulkindern sowie von Ministranten gebastelt. Die Kleinsten haben ihre Karten in den kirchlichen Kindergärten der Seelsorgeeinheit gebastelt, dem Sankt Joseph Kindergarten in Vollmaringen und dem Sankt Michael Kindergarten Nagold-Kernen. Die Grundschüler haben ihre Karten im Religionsunterricht angefertigt. Sie gehen auf die Malmenschule Rohrdorf, die Wiestalschule Emmingen und deren Außenstelle Kernen sowie die Grundschule Vollmaringen. Dort geben die Gemeindereferentinnen Irmhild Sittard und Irena Vicic Religionsunterricht.

Die Ministranten haben ihre Bastelarbeiten zu Hause erledigt. Betreut werden sie der Jugendreferentin Stephanie Vogt. Einige von ihnen haben gleich mehrere Karten gemacht. Mit dem Basteln haben sie zu Beginn der Adventszeit angefangen. "400 Karten, die brauchen ihren Vorlauf", meint Valentic dazu, als sie etwa 70 Karten annimmt, die für die Bewohner des Martha-Maria-Seniorenzentrums sind.

"Es ist wichtig in dieser Situation die Senioren nicht aus dem Blick zu verlieren. Wir wollen ihnen in diesen schweren Zeiten eine Freude bereiten", sagt Löffler. Die Aktion zeige den Senioren, dass jüngere Generationen an sie denken. Und auch die Gemeinde möchte den Älteren zeigen, dass an sie gedacht wird. Daher wird an alle Kirchenmitglieder ab 80 auch ein Gemeindebrief rausgehen. "Wir wollen den Kontakt mit ihnen suchen", so der Diakon.

Die Weihnachtskarten gehen an acht Alten- und Pflegeeinrichtungen im Seelsorgeeinheitsgebiet. Sie werden an Weihnachten an die Bewohner verteilt. "Das ist eine kleine Überraschung, auf die sie sich schon mal freuen können", sagt Valentic.

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