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Nagold Wecker lobt Gemeinsinn und Empathie

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Konstantin Wecker überreichte den Löwenherz-Friedenspreis gemeinsam mit Karsten Enz (rechts) und Antje Binder-Stohrer an Ludwig Essig von Fridays for Future. Foto: Schwarzwälder Bote

"Es gibt keinen Planet B", erklärte Karsten Enz bei der Verleihung des Löwenherz-Friedenspreises an die globale Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" (FFF) in der Alten Seminarturnhalle in Nagold. Die Laudatio hielt der Liedermacher und erste Löwenherz-Preisträger Konstantin Wecker.

Nagold. Bereits zum fünften Mal konnte das "Löwenherz" jetzt durch die von Antje Binder-Stohrer und Karsten Enz aus Nebringen ins Leben gerufene Hilfsorganisation Human Projects übergeben werden. Nach Konstantin Wecker, Michail Gorbatschow, dem 14. Dalai Lama und Claus-Peter Reisch erhielten jetzt die Aktivisten der Umweltbewegung den mit 5000 Euro dotierten Preis für ihre "herausragenden Verdienste um Frieden und Versöhnung".

Dank der gelockerten Corona-Auflagen konnte die feierliche Preisverleihung mit 60 Besuchern und den notwendigen Abstandsregeln in der Alten Seminarturnhalle stattfinden. Vom Erlös der Veranstaltung sollen 60 Bäume gepflanzt werden – eben auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

"Wenn sie will, dann kann die Welt", stellte Karsten Enz einleitend und mit Blick auf die weltweiten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie fest. Für ihn der Beweis, dass man ebenso beherzt der drohenden Klimakatastrophe und der Zerstörung der Lebensgrundlagen begegnen könnte. Deshalb bräuchten gerade Organisationen wie FFF die Solidarität der Menschen, ist Karsten Enz überzeugt, dass "entweder alle gewinnen – oder alle verlieren werden". Und so stünden die Preisträger des Löwenherz-Friedenspreises für Frieden und Versöhnung sowie für den Ausgleich zwischen den ärmeren und den reicheren Regionen auf der Welt.

"Wir können die Welt nicht retten, indem wir uns an Regeln halten", machte Konstantin Wecker in seiner kämpferischen Laudatio deutlich, dass sein Herz für diese "wunderbare Bewegung" und deren Initiatorin Greta Thunberg schlägt. Denn die Politiker wüssten seit Jahrzehnten Bescheid und hätten nichts getan, um den Klimawandel zu stoppen. "Diejenigen, von denen die Spielregeln gemacht wurden, haben die Welt an den Rand der Zerstörung gebracht", erklärte der streitbare Liedermacher.

Bei den Schülerstreiks von FFF habe er Gemeinsinn und Empathie erlebt – und das "sind wichtigere Leistungen als gute Noten". Allerdings weiß auch Konstantin Wecker, dass die Suche nach einer besseren und ökologischeren Welt "ein steiniger Weg wird". Vor diesem Hintergrund betont er: "Wir müssen die Spielverderber sein und dürfen uns nicht entmutigen lassen." Denn die FFF-Bewegung werde auf Dauer nur ernst genommen, wenn ihre Aktionen weh tun. "Es kann durchaus etwas legitim sein, was nicht legal ist", fügte Konstantin Wecker hinzu, dass es sich lohne, "für eine global gerechte Welt zu kämpfen".

Nicht unerwähnt ließ der Liedermacher den Umstand, dass die Corona-Pandemie mit einem Schlag alles auf den Kopf gestellt habe. Er kritisierte dabei, dass es nie eine öffentliche Diskussion zu den verhängten Einschränkungen der Grundrechte gab und unterstrich: "Meine persönliche Freiheit möchte ich selbst beschneiden."

Für die anwesenden FFF-Aktivisten traten Ludwig Essig und Magdalena Hess ans Mikrofon. Wie der 18-jährige Ludwig Essig feststellte, habe man geschätzt noch zehn Jahre Zeit, um "die Klimakrise einigermaßen beherrschbar zu machen". Mit FFF sei die größte und femininste Jugendbewegung geschaffen worden, "um für das blanke Überleben zu kämpfen". Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Teilnehmer an den Klimastreiks "keine kleinen Kinder sind, sondern eine Millionenbewegung, die sich für das Klima einsetzt" – während sich die Politik aus der Krise herauskaufen wolle.

"Party des Wachstums und der Ausbeutung muss jetzt vorbei sein"

Die Klimakrise bezeichnete Ludwig Essig auch als Friedens- und Gerechtigkeitskrise. Denn ausgerechnet die Ärmsten, die nicht für die Klimazerstörung verantwortlich seien, würden aber zuerst deren Opfer. Vor diesem Hintergrund müsse "die Party des Wachstums und der Ausbeutung jetzt vorbei sein". Dass die Folgen der Klimakrise längst sichtbar sind, machte ebenfalls Magdalena Hess deutlich. So bleibe das Handeln von FFF weiter nötig, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Zum gut dreistündigen Programm der Preisverleihung gehörten auch verschiedene Einspieler: So ein in Moskau aufgezeichneter Klimaappell von Michael Gorbatschow oder der Hinweis der grünen Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, dass die Auszeichnung von FFF eine großartige Entscheidung sei. Klar präsentierte auch Konstantin Wecker am Klavier einige Lieder aus seinem Repertoire – und viel Applaus gab es ebenso für die Singer-Songwriterin "Miss Allie" aus Lüneburg. Für etwas Lokalkolorit sorgte ein Filmbeitrag der Oldies for Future, in dem der Nagold Arzt Ulrich Hartmann mit dem Titel "Imagine" aus der Feder von John Lennon im Mittelpunkt stand.

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